Bayer-Elfen stoppen Serie
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 31. Oktober 2010
BUNDESLIGA DAMEN: Thüringer HC – TSV Bayer Leverkusen 25:30
Bad Langensalza. (30.Okt.10/ Roman Knabe) In einem schnellen und kämpferischen Spiel unterlag der Thüringer HC dem TSV Bayer Leverkusen mit 25:30. Beste Torschützinnen der Partie waren Marlene Zapf (Leverkusen) mit 13 und Idalina Borges Mesquita (THC) mit 7 Treffern. Herbert Müller hatte es eigentlich vorausgesagt. „Noch haben wir nicht die gewünschte Konstanz im Team erreicht, wir werden auch noch schwere Spiele verlieren.“ Mit dem Fehlen von Stammspielerin Katrin Engel mit den "Stahlnerven vom Punkt" und den hypothetischen Verbalatacken von Gästetrainerin Renate Wolf, punktgenau vor dem Spiel gesetzt, war für das THC-Team erstmalig ein schwerer psychologischer Rucksack geschnürt und man konnte gespannt auf die Partie sein. Beide Teams starteten mit hohem Tempo in die Partie und machten den Ball zum schnellsten Mitspieler. Leverkusen suchte mit Geduld die Chance und Laura Steinbach erzielte aus dem Rückraum den ersten Treffer für die Gäste, unhaltbar für Maike März im THC-Tor. Der THC wollte mit schnellstem Spiel nach vorn punkten, doch das misslang. Nadja Nadgornaja überwand mit sehenswertem Fernwurftreffer Clara Woltering und konnte den Ausgleich herstellen. Als dann in der dritten Minute Martina Knytlova von Rechtsaußen zum 2:1 einwarf, gab es Beifall auf den Rängen und alles glaubte an einen guten Spielstart. Aber es zeigte sich in den folgenden Minuten, dass Bayer heute eine hochkonzentrierte, homogene Truppe auf das Feld geschickt hatte, die anders als beim Mittwochspiel gegen Bietigheim auftreten wollte. Die Abwehr stand sehenswert kompakt, die junge Penda Bönighausen zeigte enorme Übersicht im Mittelblock und ihre Nebenspielerinnen schlossen lauffreudig und einsatzstark alle sich bietenden Lücken. Wenn wirklich mal ein Wurf durch die Abwehr kam, war er die sichere Beute von Clara Woltering. Diese Mühen fanden sehenswerten Lohn - zwölf Minuten brauchte der THC um seinen dritten Treffer, einen Strafwurf von Idalina Borges Mesquita, zu erzielen. Jetzt erarbeiten sich die Gastgeberinnen auch mehrere klare Chancen, aber Franziska Garcia Almendaris vergab freistehend vor Clara Woltering und kurz darauf kam Idalina Borges Mesquita mit einem Strafwurf nicht an der deutschen Nationaltorhüterin vorbei. Und hier zeigte sich die Cleverneß der Gäste. Statt der Resultatsverkürzung stand es durch Treffer von Anna Lörper, die klug Regie führte und super mit Stefanie Egger am Kreis harmonierte, und Marlene Zapf von Rechtsaußen nach 15 Minuten 8:3 aus Sicht der Gäste. Dass es nicht noch ärger kam, konnte bis dahin Maike März im THC-Gehäuse mit mehreren starken Aktionen verhindern. Vereinfacht gesagt, fiel die Spielentscheidung bereits in dieser Phase, Clara Woltering hatte sowohl Pearl van der Wissel als auch Danick Snelder freistehend die Großchancen abgekauft, exakt mit dem Fünf-Tore-Vorsprung der Elfen (11:16) ging es in die Pause. In den bisherigen erfolgreichen Spielen kam nach der Pause stets die stärkste Phase des THC-Teams. Darauf hoffte man und dass es bei Bayer einen ähnlichen Kräfteverschleiß wie bei den anderen Kontrahenten gab. Aber es kam anders. Das Aufbäumen der Müller-Schützlinge reichte nur zu zeitweiliger Reultatskorrektur. So keimte Hoffnung auf, als Kerstin Wohlbold, zwei Treffer in Folge erzielte und den THC in der 38.Minute auf 16:19 heranbrachte. Postwendend brachten die präzise aus dem linken Rückraum treffende Laura Steinbach und die "Werferin der Partie" Marlene Zapf Bayer bis zur 45.Minute mit 24:17 in Front. Jetzt versuchte Herbert Müller die Kreise von Nationalspielerin Anna Lörper durch Pressdeckung einzuengen. Mit Traumpässen hatte sie mehrfach die vier Treffer von Kreismittelspielerin Stefanie Egger vorbereitet und noch einmal so viele Strafwürfe herausgeholt. Aber genau hier zeigte sich die mentale Stärke der Gäste. Laura Steinbach leistete sich kaum einen Fehlwurf, sechs Feldtreffer kamen auf ihr Konto. Marlene Zapf spielte ein tolles Pensum, erzielte 5 Feldtreffer und war achtmal erfolgreich vom "Punkt". Hier hatte der THC mannschaftlich nicht genug entgegenzusetzen. Zwei schöne, überlegte Treffer von Stefanie Subke waren da nicht mehr als der sprichwörtliche "Tropfen auf dem heißen Stein." (20:25, 21:26) Idalina Borges Mesquita und Petra Popluharova brachten ihre Strafwürfe nicht im Woltering-Kasten unter, im Abgriff häuften sich Passfehler. Konsequenz von der Bank: Kollektive Manndeckung. Gegen eine individuell so starke Mannschaft wie Bayer, nur ein Not-Strohhalm. Beim Stand von 21:29 in der 56. Minute wurde auch diese Maßnahme beendet, es drohte zumindest ein Ergebnisdebakel. Dagegen stemmte sich das Heimteam, das Publikum im Rücken. Mit 4:1 ging die Schlussphase an den THC, den Schlusspunkt setzte Nora Reiche von Rechtsaußen.
Halbzeit: 11:16.
Zuschauer: 1100 (ausverkauft).
Siebenmeter: THC 3/7, Bayer 9/9.
Zeitstrafen: THC 3, Bayer 3.
Thüringer HC: März, Blazek – Nadgornaja (2), Knytlovà (3/1), Subke (5), Reiche (1), Minevskaja, Snelder (1), Jahn, Almendaris (1), Popluharova (1), Mesquita (7/2), Wohlbold (4), van der Wissel.
Bayer Leverkusen: Glaser, Woltering – Bönighausen, Jochin (1), Loerper (4/1), Steinbach (6), Zapf (13/8), Almendaris (1), Hambitzer, Krüger, Byl (1), Egger (4).
30.Okt.10 / Roman Knabe