Vorfreude auf Podgorica
Geschrieben von
y4u am
Freitag, 02. Februar 2018
HANDBALL CHAMPIONS LEAGUE: Thüringer
HC
Erfurt. (01.Feb.18/ Roman Knabe) Drei Spiele in sieben Tagen, Stress ist
angesagt bei den Damen des Thüringer HC. In der Champions League
Hauptrunde wartet das erste Auswärtsspiel beim starken und
erfahrenen montenegrinischen Meister Buducnost Podgorica, der aktuell
mit vier Pluspunkten auf Platz vier der Gruppe zwei rangiert. Herbert
Müller stahlt trotz müder Augen: „Es geht im wahrsten Sinne des
Wortes rund. Allein die beiden Spiele gestern hatten so viel zu
bieten, und die beiden Spitzenmannschaften der Liga hatten alle
Hände voll zu tun. Das war gestern in Leverkusen zunächst eine
ausgeglichene erste Halbzeit, weil wir in den ersten zwanzig Minuten
in der Deckung keinen guten Zugriff auf den Leverkusener Angriff
hatten. Beim 12:10 lassen wir dann ein paar gute Möglichkeiten aus
und so geht es mit einem Remis in die Halbzeit. Was wir dann in
Halbzeit zwei 25 Minuten lang gespielt haben, war der beste Handball
im Jahr 2018. Das war mit den sieben gegen sechs richtig gut gemacht,
Dinah hält gut und wir machen jedes mal ein Tor oder erspielen uns
eine Torchance, das war wunderschön anzusehender Handball. So stelle
ich mir Damenhandball vor“, schwärmt Herbert Müller. „Dann
passieren aber in den letzten fünf Minuten wieder unglaubliche
Dinge, wir werfen Bälle in die Hände der Gegenspielerin, lassen
7-Meter und Nachwurf liegen ... Gut dass Patricia da Silva ihre
Chance nutzt und richtig wichtige Tore wirft. Aber alles gut, wir
haben zwei ganz wichtige Auswärtspunkte, haben die Tabellenspitze
verteidigt und auch unser unmittelbarer Titelkonkurrent tat sich
gestern schwer und ließ in Dortmund sogar einen Punkt liegen“
resümiert der Trainer. Das Positive sind zwei gewonnene Punkte, 25
überragende Handballminuten, die Mannschaft hat der Drucksituation
standgehalten, und Bietigheim hatte wohl unfassbar viel Glück. Jetzt
ist die Mannschaft mitten in den englischen Wochen und das fordert
sie schon sehr. In der Nacht nach drei zurück, ist heute Abend noch
ein Training, Freitag um fünf Uhr morgens geht der Bus nach
Frankfurt. Dann Flug nach Ljubljana, umsteigen und Weiterflug nach
Podgorica. Spät am Abend Abschlusstraining und am Samstag dann das
Spiel. Sonntagvormittag Rückflug. So ein Champions League Wochenende
ist voll Stress. Aber wir freuen uns ungemein darauf, in der
Champions League Hauptrunde zu spielen. Mit Podgorica wartet auf uns
ein "Großer" Damenhandballverein, der die Champions League
schon zweimal gewonnen hat. Mit den gewonnenen Punkten gegen
Bietigheim sind wir erst einmal in der Hauptrunde angekommen. Mal
sehen, was jetzt noch geht. In Podgorica ist der THC krasser
Außenseiter. Die Mannschaft ist heimstark, hat frenetisch anfeuernde
Fans. Der Kader besteht fast nur aus montenegrinischen
Nationalspielerinnen. Die Nationalmannschaft war immer hin bei der
letzten WM im Viertelfinale. „Trotz aller Reisestrapazen werden wir
kämpfen bis zum Umfallen, um vielleicht den nächsten Schritt zu
tun“, meint Herbert Müller. Dabei sollen die Mädchen aber Spaß
am Handball haben, „es gibt kein Druck, dort gewinnen zu müssen“.
Das wird eine unfassbar schwere Aufgabe. Die Mannschaft ist trotz
Umbruch mit guten, jungen Handballerinnen besetzt, spielt eine
aggressive, athletische Abwehr, wie man es sonst nur bei den Männern
kennt. „Sie sind sehr körperbetont, physisch kompakt am Kreis, so
etwas kannst Du schlecht verteidigen; mahnt Herbert Müller. Und
dennoch hofft er darauf, dass der THC die Außenseiterrolle
wahrnimmt, um vielleicht in der Gruppenmitte anzukommen.
thueringer-hc
01.Feb.18 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC (Archiv)
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