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Bietigheim entthront

Geschrieben von y4u am Donnerstag, 09. November 2017
HANDBALL HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer HC – SG BBM Bietigheim  29:22
 
Bad Langensalza. (08.Nov.17/ Roman Knabe) Der Thüringer HC hat sich mit einer bravourösen Leistung an die Tabellenspitze gesetzt. In einer temposcharfen Partie gegen die SG BBM Bietigheim überzeugten die Thüringerinnen mit einer souveränen Abwehrarbeit über 50 Minuten und besiegten den amtierenden deutschen Meister mit 29:22. Herausragende Akteurin war THC-Torhüterin Dinah Eckerle, die meisten Treffer erzielten Beate Scheffknecht (THC, 9) und Kim Naidzinavicius (SG BBM, 6/3). Beide Teams starteten hochkonzentriert, der Thüringer HC dabei mit der höheren Angriffseffektivität. Nach zehn Minuten führte der Gastgeber mit 7:5, eine Drei-Tore-Führung war möglich, doch der Wurf von Lydia Jakubisova auf's verwaiste SG-Tor strich nur um Zentimeter am Gehäuse der Gäste vorbei. Die Abwehr des THC stellte weiter geschickt die Laufwege des Bietigheimer Angriffs zu und erreichte damit Ballverluste und Unsicherheit bei den Gästen. So war die 9:6 Führung nach fünfzehn Minuten mehr als verdient, dazu konnte man zweimal die Überzahl bei Zeitstrafen der Gäste nicht für zusätzlich Zählbares nutzen. Beate Scheffknecht mit vier Treffern und Dinah Eckerle mit fünf starken Paraden, zweimal gegen die unbedrängte Martine Smeets, waren bis dahin die Aktivposten im THC-Spiel. Doch binnen einer Minute hatten Angela Malestein und Nina Müller auf 8:9 verkürzt. Den Ausgleich per Siebenmeter vereitelte Jana Krause mit Super-Parade gegen Kim Naidzinavicius - doch der darauf folgende Wurf von Antje Lauenroth ins leere THC-Tor und gleich darauf der verwandelte Strafwurf von Karolina Kudladz Gloc brachten die erste SG-Führung (9:10, 22.Min.) Doch der THC fing sich wieder und ging durch Treffer von Kerstin Wohlbold und Alexandra Mazzucco mit 12:10 in Führung. Als dann Iveta Luzumova nach Bietigheimer Ballverlust den Ball im leeren Tor unterbrachte, war der alte Abstand wieder hergestellt. Drei Minuten vor der Pause, bei drohendem Zeitspiel, setzte Susann Müller den Ball über den THC-Kasten und blitzschnell hatte Dinah Eckerle den Pass auf Alexandra Mazzucco gespielt, die sich mit dem 14:10 bedankte. Gleich darauf parierte die Nationaltorhüterin eine buchstäbliche Granate Kim Naidzinavicius' von der Strafwurfmarke und die mentale Wirkung folgte auf den Fuß: Langer Pass auf Alexandra Mazzucco, 15:10 Führung. Neun Sekunden vor der Pause kam der Ball zur am Kreis lauernden Meike Schmelzer, die mit einem schönen Lupfer die 16:10 Halbzeitführung erzielte. der THC begann mit 7 gegen 6 - schon der erste Ballverlust wurde mit einem Wurf aufs leere Tor bestraft, den Dinah Eckerle mit einen super Sprint und unter dem Jubel der Zuschauer abwehren konnte. Lydia Jakubisova überzeugte jetzt mit ihrer ganzen Erfahrung auch von der Rückraumposition erzielte sie wichtige Treffer. Bietigheim wurde jetzt effektiver im Angriff, verkürzte zwischenzeitlich doch der THC hielt das Tempo und die Moral hoch. Beim 21:14 (40.Min) hatte sich Anika Niederwieser mit zwei schönen Treffern von Linksaußen in die Tages-Torschützenliste eingetragen. Der THC dominierte auf beeindruckende Art und Weise die Partie - die Gäste waren meilenweit von ihrer Normalform entfernt. Und der THC machte einfach konzentriert weiter - Beate Scheffknecht war kaum zu stoppen, machte entweder ein Tor oder Platz für ihre Nebenleute, den vor allem Lydia Jakubisova und Iveta Luzumova immer wieder nutzten. In der Abwehr wurde immer wieder gerückt, ausgeholfen und dann endete fast jeder Angriff bei Dinah Eckerle, die heute vor den Augen des Bundestrainers eine phantastische Leistung bot. Acht Minuten vor dem Ende zeigte die Anzeigetafel ein 29:18, die Zuschauer hielt es schon lange nicht mehr auf den Plätzen und niemand auf den Rängen zweifelte an einem überdeutlichen Sieg des eigenen Teams und dem zeitweiligen Erstürmen der Tabellenspitze. Den Gästen gelangen vom 29:17 bis zum 29:22 in der 58.Minute noch fünf Treffer, eine Wirkung des enormen Kräfteverschleißes der THC-Stammspielerinnen, die nur wenige Erholungspausen während des gesamten Spiels erhielten. Der krönende Abschluss blieb Dinah Eckerle vorbehalten. Mit dem Schlusspfiff gab es noch einen Strafwurf für die Gäste, die THC-Nationaltorhüterin fing den Wurf von Angela Malestein und hatte damit 20 Paraden mit drei gehaltenen Strafwürfen auf ihrem Konto, sie war wohl der unbestrittene "Player of the Game".
 
Halbzeit:
16:10.

Schiedsrichter: Robert Schulze, Tobias Tönnies.
Zuschauer:
1100 (ausverkauft/ Salza-Halle).
Siebenmeter:
THC 1/1, Bietigheim 6/10.
Zeitstrafen: THC 2, Bietigheim 4.
Thüringer HC:
Krause, Eckerle 1 – Scheffknecht 9, Mazzucco 3, Schmelzer 1, Niederwieser 2, Luzumova 6/1, Jakubisova 4, Wohlbold 3, Redder, Huber, Batista da Silva.
Bietigheim:
Salamakha, Wester – Biltoft, Rozemalen, Lauenroth 2, C. Müller 3, Smeets 2, Ivancok, Woller, Schulze, Kudlacz-Gloc 2/2, Naidzinavicius 6/3, Hundahl 1, S. Müller 4, Malestein 2/1.

thueringer-hc


08.Nov.17 / Roman Knabe

Bietigheim entthront

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