Dezimierter THC chancenlos
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 20. Mai 2017
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer
HC – SG BBM Bietigheim 22:33
Bad Langensalza. (20.Mai 17/ Roman Knabe) Im letzten Punktspiel der Saison unterlag
der stark dezimierte Thüringer HC der SG BBM Bietigheim mit 22:33.
Der neue Deutsche Meister dominierte die Partie von der 20.Minute an
und konnte danach den Rest verwalten. Die meisten Treffer, jeweils
fünf, erzielten Katrin Engel (THC) sowie Susann Müller, Mille
Hundahl und Kim Naidzinavicius (Bietigheim). Das Spiel begann mit
zwei schönen Gesten, die Spielerinnen beider Mannschaften wurden
für eine besonders gute Saisonleistung mit einer Rose und einem
Fläschchen Rosensekt geehrt, eine nette und würdige
Gratulationsgeste für den neuen Meister mit einer überragenden
Saisonleistung. Der Fanclub "Rote Wand" hatte dann auch ein
zusätzliches Geschenk für seine Lieblinge parat. Dann ging es in
die letzten 60 Minuten einer sehr langen und kräftezehrenden Saison.
Beide Teams starteten mit guten Angriffsleistungen in die Partie.
Noch keine drei Minuten waren gespielt und es gab bereits sechs
Treffer (3:3). Bietigheim hatte vorgelegt, der THC glich aus.
Besonders Manon Houette zeigte mit zwei super Würfen ihre
Extraklasse. Während der ersten Zeitstrafe für die Gäste gelang
Macarena Aguilar mit einem schönen Schlagwurf der erneute Ausgleich
für die Gastgeberinnen, die auch heute wieder mit der Kreisspielerin
Meike Schmelzer im Rückraum antreten mussten. Zweimal kam ihr
Heber-Pass nicht bei Crina Pintea an, was Bietigheim schnell zu
Treffern nutzte. Erstmalig war der Gast auf drei Tore enteilt
(6:9/11.). Der THC versuchte es immer wieder über die Mitte, wo
Crina Pintea den Ball verlangte und auch mehrfach gut einnetzen
konnte. Dinah Eckerle entschärfte einen Hundertprozenter, kurz
darauf stand ihr Tess Wester nicht nach. Nach der ersten
Viertelstunde hatte der Gast erstmalig eine Fünf-Tore-Führung
erspielt. Der neue Meister spielte mit Übersicht und
Treffsicherheit, der THC kämpfte nach Kräften gegen einen drohenden
hohen Rückstand. Im Angriff fehlten es an Möglichkeiten und
überraschenden Spielideen, so dass nach zwanzig Minuten die Partie
bereits 15:9 aus Sicht der Gäste stand. Zwei klare THC-Chance
vereitelte wiederum Tess Wester, die niederländische
Nationaltorhüterin, und im schnellen Gegenzug war Bietigheim
erfogreich. Für Meike Schmelzer kam die 18jährige Julia Redder und
setzte gleich mit der ersten Aktion einen vehementen Schlagwurf an
den Torpfosten. Damit konnte Meike Schmelzer auf ihre Stammposition
wechseln und Herbert Müller gönnte Crina Pintea eine Ruhepause.
Julia Redder spielte jetzt selbstbewusst mit, aus zehn Meter
Entfernung setzte sie einen Sprungwurftreffer und erzielte damit
gegen den Tess Wester ihr erstes Bundesligator. Nach der Pause ging
es mit Fehlern im Abschluss weiter und der THC musste das 20:12
einstecken. Dinah Eckerle war zweimal der Retter in der Not und
konnte vorerst noch Schlimmeres verhindern. Doch beim 21:12 durch
Angela Malestein gab es keine Chance für die Nationaltorhüterin des
THC. Für die Abwehraktion erhielt Manon Houette ihre zweite
Zeitstrafe, beim THC lief im Angriff nichts zusammen. Es gab in den
zehn Nachpausenminuten keinen THC-Treffer und Angela Malestein konnte
mit einem schönen Dreher von Rechtsaußen erstmalig die erste
zweistellige Tordifferenz erzielen (12:22). Die individuelle Stärke
der Bietigheimerinnen kam jetzt voll zum Tragen, der THC-Angriff
agierte weiter ziemlich glücklos und konnte den Vorsprung nicht
verkürzen. Dazu trugen auch jetzt zwei verworfene Strafwürfe bei,
bei denen Tess Wester das Nervenduell gegen Katrin Engel gewann. Die
Restmannschaft des Vizemeisters kämpfte weiter, zweimal stand der
Pfosten im Weg, im Gegenzug gab es dann den schnellen Treffer durch
Antje Lauenroth zum 30:17 aus Gästesicht. Maria Kiedrowski und Meike
Schmelzer konnten mit ihren Treffern das Resultat ein wenig
aufbessern, aber der Abstand blieb vorerst noch zweistellig
(20:31/54.). Dann gab es auch ein wenig Glück für die
Gastgeberinnen, beim Spiel mit dem "Empty Goal" verfehlte
Tess Wester in dieser Phase zweimal das leere THC-Gehäuse und Katrin
Engel konnte vier Minuten vor dem Ende auf 21:31 verkürzen. Beim THC
zeigten sich jetzt doch die "müden Beine" und nach dem
letzten Treffer von Meike Schmelzer zum 22:33 kam der Schlusspfiff
wie eine Erlösung für die letzten acht von fünfzehn Spielerinnen,
die für den THC in die Saison gestartet waren.
Halbzeit: 12:19.
Schiedsrichter: Robert Schulze,
Tobias Tönnies.
Zuschauer: 1100
(Salza-Halle/ausverkauft).
Siebenmeter: THC 3/5, SG 5/5.
Zeitstrafen: THC 2, SG 3.
Thüringer HC: Eckerle, Szott –
Redder (1), Fuhrmann, Pintea (4), Schmelzer (2), Diaz (2), Engel
(5/3), Houette (4), Jakubisova (3), Kiedrowski (1).
Bietigheim: Roch, Salamakha,
Wester – Biltoft (4), Lauenroth (4), C. Müller (3), Smeets,
Schulze (2), Baun Eriksen, Naidzinavicius (5/5), Hundahl (5), Woller
(1), S. Müller (5), Malestein (4).
http://www.thueringer-hc.de/de/
20.Mai 17 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC