25 Minuten auf Augenhöhe
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 05. Februar 2017
HANDBALL
CHAMPIONSLEAGUE: FTC-Rail Cargo Hungaria –
Thüringer HC 32:24
Budapest. (04.Feb.17/ Roman Knabe) Der Thüringer HC konnte in Budapest keine
Sensation schaffen. Mit 24:32 unterlag man dem hohen Favoriten klar
und musste vor allem die Abwehrstärke der Gastgeberinnen anerkennen.
Vor allem Blanka Biro im FTC-Tor spielte eine super Partie. Die
erfolgreichsten Werferinnen waren Hornyak, Snelder, Szucsanszki
(Budapest) und Schmelzer, Wohlbold, Houette (Thüringer HC) mit
jeweils vier Treffern. Mit zwei Treffern von Außen begann die
Partie, nachdem die erste Großchance durch Crina Pintea vom Kreis
vergeben wurde. Ging es torreich zu - nach vier Minuten führten die
Gastgeberinnen mit 3:2. Als dann ein 1 gegen 1 von Anika Niederwieser
als Stürmerfoul geahndet wurde, machte Herbert Müller den
litauischen Schiedsrichterinnen lautstark verständlich, dass er
keine Benachteiligungen akzeptieren würde. Doch sein Team zeigte im
Abschluss Nerven. So vergab Katrin Engel die Chance auf den
Anschlusstreffer durch einen Strafwurf neben das FTC-Gehäuse. Dafür
gelang dann Linksaußen Nadine Schatzl ein Doppelschlag zum 6:3. Die
erste Zeitstrafe der Partie musste Crina Pintea absitzen. Der THC
meisterte diese Unterzahlsituation sehr gut. Nach dem 4:7 gelang Jana
Krause nach Ballverlust der Gastgeberinnen ein Treffer in deren
verwaistes Tor. Jedoch hatte Müller im Angriff mehrfach Grund sich
über das Vergeben von klaren Chancen zu ärgern - Blanka Biro im
FTC-Tor hielt fast alles, was auf das Tor kam. Vor allem bei flachen
Würfen war sie kaum zu überwinden. Doch die Gäste gaben nicht auf.
Mit einem tollen Heber konnte Meike Schmelzer auf 8:10 verkürzen und
Jana Krause stand jetzt bei den Distanzwürfen der Ungarinnen sehr
sicher. Die Gastgeberinnen zeigten sich leicht verunsichert und ein
schöner Treffer von Manon Houette brachte den Thüringer HC beim
9:10 in der 21. Minute auf Tuchfühlung. Dieser knappe Rückstand
blieb auch beim 10:11 erhalten, das Meike Schmelzer akrobatisch im
Rückwärtsfallen erzielte. Doch dann vergaben die Müller-Schützlinge
mehrere Chancen und Ferencvaros spielte seine ganze Routine aus. Mit
einem 4:0 Lauf gelang ihnen die 15:10 Führung. Mit der
Schlusssekunde erkämpfte Crina Pintea am Kreis noch einen Strafwurf.
Iveta Luzumova trat an und scheiterte an der starken Blanka Biro. Die
Fans in der Halle empfingen beide Teams mit lautstarken Gesängen und
unterlegten die Gästeangriffe mit einem Dauerpfeifkonzert. Gabor
Elek, lautstark an der Seitenlinie, steckte für zu viel Engagement
die gelbe Karte ein. Aber sein Team führte 17:10 und die überragende
Blanka Biro hielt weiter glänzend. Beim THC ging nicht viel in
dieser Phase, dafür machte Budapest die vermeintlich leichteren Tore
und hatte sich in der 38. Minute erstmals mit zehn Toren abgesetzt.
Für eine Abwehraktion von Anika Niederwieser, musste diese eine
Zeitstrafe einstecken - Budapest hatte die nächste Überzahlsituation
erreicht. Herbert Müller nahm die Auszeit und schwor sein Team auf
das Spiel mit sieben Feldspielerinnen ein. Riskant gegen den starken
Gegner - aber aus seiner Sicht verständlich. Nach 41 Minuten hatte
der THC ganze zwei Treffer erzielt. In der Folge mühten sich die
Thüringerinnen Budapest nicht weiter davonziehen zu lassen, doch die
Elek-Schützlinge ließen sich nicht aufhalten. So war der Vorsprung
in der 48. Minute auf 28:16 angewachsen. Nachdem auch Iveta Luzumova
freistehend an Biro gescheitert war, hatte Adrienne Szarka Dinah
Eckerle, die jetzt das THC-Tor hütete, überwunden. Fünf Minuten
vor dem Ende ging es weiter im sieben gegen sechs und mit einem
verwandelten Strafwurf. Katrin Engel tunnelte Biro - ihr gelang
kurzzeitig eine Verbesserung (21:30). Trotz einiger starker Paraden
von Dinah Eckerle und präziser Pässe nach vorn gelang keine
wesentliche Resultatverbesserung mehr. Die Fans feierten vehement ihr
Team, dass den Erwartungen gerecht geworden war. Dinah Eckerle hielt
mit einem gehaltenen Strafwurf gegen Pena den 24:32 Endstand fest.
Der THC erlebte heute ein Spiel mit umgekehrten Vorzeichen zur
Begegnung gegen Astrachan. Man scheiterte an einer sehr starken
Abwehr mit einer überragenden Torhüterin. Lichtblick: Das Resultat
blieb unter der magischen "Zehn-Tore-Differenz".
Halbzeit: 15:10.
Schiedsrichter: Viktorija Kijauskaite, Ausra Zaliene (LTU).
Zuschauer: 1300 (Elek Gyula Aréna Budapest).
Siebenmeter: Budapest 2/5, THC 2/4.
Zeitstrafen: Budapest 4, THC 5.
Thüringer
HC: Krause (1), Eckerle – van de Wiel, Scheffknecht (1),
Pintea, Schmelzer (4), Niederwieser, Aguilar-Diaz (1), Luzumova
(1/1), Engel (2/1), Houette (4), Jakubisova (2), Kiedrowski (1),
Wohlbold (4), Planeta (3).
Budapest: Szikora, Biro – Szollosi-Zacsik, Szarka (2), Schatzl (3),
Szucsanszki (4), Szekeres (2), Meszaros (2), Lukacs (3), Snelder (4),
Abaurrea (3/1), Monori, Faluvegi (1), Jovanovic (1/1), Kovacsics (3),
Hornyak (4).
http://www.thueringer-hc.de/de/
04.Feb.17 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC