Wieder spannend gemacht
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 30. April 2017
BASKETBALL PROA: Niners
Chemnitz – Oettinger Rockets 80:85
Chemnitz. (29.Apr.17/ Max Meß) Die Saison der Oettinger Rockets ist noch nicht
beendet! Mit einer großen Energie-Leistung gewannen sie am
vergangenen Samstag mit 85:80 im Auswärtsspiel gegen die Niners
Chemnitz. Damit ist das Rennen um den Aufstieg in die
Basketball-Bundesliga noch nicht entschieden. Mehr noch: Die Raketen
holen auf und diesen Rückenwind wollen sie auch für das nächste
Spiel nutzen. Um die Brisanz und Bedeutung des Auswärtssieges zu
verstehen, muss der Play-Off-Modus der 2.Basketball-Bundesliga
bekannt sein. Im Grunde ist es ganz einfach: Zwei Mannschaften
spielen so viele Spiele gegeneinander bis eine Mannschaft dreimal
gewonnen hat. Maximal kann es also fünf Begegnungen geben, daher die
amerikanische beziehungsweise englische Formulierung "Best of
Five". Nach diesem Prinzip haben die Niners im Viertelfinale,
der ersten Play-Off-Runde, die Gladiators Trier geschlagen. Die
Rockets hatten es mit dem Tabellenzweiten Craislheim zu tun. Nun
lagen die Thüringer vor dem jüngsten Aufeinandertreffen mit
Chemnitz 0:2 hinten. Eine weitere Niederlage der Rockets hätte deren
Aus bedeutet. Die Chemnitzer stünden im Finale der 2.Liga und damit
in der kommenden Saison in Liga eins. Dazu ist es aber nicht
gekommen! „Ich finde, man hat der Mannschaft angesehen, dass sie
das Spiel nicht kampflos aufgeben wird“, so Rockets-Coach Ivan
Pavic. Er weiter: „Wir sind mit viel Energie ins Spiel gegangen und
haben den Chemnitzern dadurch den Schneid abgekauft.“ In der ersten
Hälfte ließen die Oettinger Rockets wenig anbrennen. Sie gewannen
beide Viertel (23:20 und 20:18), wobei sie den Niners nur insgesamt
rund drei Minuten die Führung überließen. „Wir haben aus meiner
Sicht dominiert“, bringt es Wolfgang Heyder, Leiter Sport und
Geschäftsentwicklung, auf den Punkt. Auch wenn die Raketen ihren
Fünf-Punkte-Vorsprung zur Halbzeit (43:38) innerhalb von einer
Minute und neun Sekunden auf zehn Punkte ausbauten (48:38), gehörte
dieser Spielabschnitt den Chemnitzern. Denn bis zum Ende des dritten
Viertels drehten sie das Spiel und gingen mit 65:61 in Führung. Vor
dem Endspurt über die letzten zehn Minuten hatten die Gastgeber also
eine Nasenlänge Vorsprung. Zur Erinnerung, zu diesem Zeitpunkt
wollten die Chemnitzer in heimischer Arena mit 5000 Leuten den
Aufstieg in die easyCredit BBL feiern. Jedoch stemmten sich die
Raketen dagegen, mit aller Kraft, mit Einsatz, mit 200 mitgereisten
Fans, aber ohne Center Robert Oehle und ohne die beiden Aufbauspieler
Grant Gibbs und dem besten Mann auf dem Platz, Darrel Mitchell. Er
wurde mit 28 Punkten Top-Scorer der Partie und traf dabei acht von
zehn Dreiern. Gibbs und Oehle gingen wegen ihrer fünf Fouls erst
gegen Ende der Partie, Mitchell fehlte ganze sechs Minuten und 25
Sekunden. „Er war schon eine große Schnittstelle im Spiel, zumal
später auch Gibbs raus ist. Aber das spricht für die Mannschaft und
in dieser Situation auch sehr für Janek Schmidkunz“, sagte
Wolfgang Heyder. Ivan Pavic dazu: „Mein Herz rutscht mir nie in die
Hose, so auch nicht in dieser Situation. Als Notfalllösung habe ich
immer die Mannschaft.“ Die Oettinger Rockets legten direkt zu
Beginn der letzten zehn Minuten einen 9:0-Lauf auf das Parkett. Nach
dem Führungswechsel bei 8,17 Minuten noch zu spielen (66:65) gaben
die Gäste das Spiel nicht mehr aus der Hand. Sie gewannen das
Viertel mit 24:17 und somit auch dieses sogenannte "Do-or-die-game".
„Chemnitz hat in diesem Siel nichts anders gemacht als in den
Spielen zuvor. Sie haben die Zone zu gemacht und uns werfen lassen.
Ich finde, wir haben das Spiel verdient gewonnen“, meinte Ivan
Pavic. Für Wolfgang Heyder war es „ein sehr, sehr intensives
Spiel. Es war ein ganz entscheidender Punkt, dass wir von Anfang an
bissiger waren. Und wenn du bei der Chemnitzer Verteidigung darauf
angewiesen bist, auch mal von außen zu treffen, dann musst du dir
die Treffer hinten erarbeiten. Das ist eben so beim Basketball. Die
sinkende Verteidigung des Gegners haben Mitchell und in der
Schlussphase auch David Hicks gut genutzt. Leider hatte Dane Watts
keinen guten Tag, obwohl wir auch bei Aktionen zum Korb von den
Schiedsrichtern deutlich benachteiligt wurden. Unter unserem Korb
wurde da viel kleinlicher gepfiffen“. Mit Blick auf die
Play-Off-Serie sei „letzten Endes nichts passiert. Beide
Mannschaften haben nun so viel Siege wie Heimspiele und jetzt müssen
wir mit den Fans im Rücken am Montag ausgleichen“, erklärte Pavic
nach dem Spiel. Heyder fordert erneut Biss und Aggressivität und
hofft, „dass uns alle Fans und Zuschauer kräftig unterstützen“.
Das mit Spannung erwartete Spiel vier im Halbfinale beginnt am
kommenden Montag um 17 Uhr in der Messe Erfurt. Auch Arbeitnehmer
dürfte diese Zeit nicht stören. Restkarten direkt an der Abendkasse
in der Messe Erfurt. Für Dauerkartenbesitzer gilt wie bisher ein
Rabatt von 20 Prozent. Die Messe Erfurt ist groß genug und fasst
über 3000 Zuschauer. Die Mannschaft bittet um die Unterstützung der
Anhängerschaft, um den Feiertag wörtlich nehmen zu können.
Halbzeit: 38:43.
Viertel: 20:23, 18:20, 25:18,
17:24
Zuschauer: 5236 (Arena
Chemnitz).
Freiwürfe: Niners 24 von 32 (75
%), Rockets 13 von 23 (57 %).
Dreier: Niners 8/25, Rockets
16/39.
Fouls: Niners 24, Rockets 30.
Rebounds: Niners 41 (9+32),
Rockets 40 (18+22).
Rockets: DiLeo 2, Schmidkunz
6/1, Gibbs 6/1, Grof, Durant, Oehle 8, Kullamäe, Allen 10/2,
Mitchell 26/8, Franklin, Hicks 14/3, Watts 13/1.
Niners: Lawson 26/3, Ziegenhagen
16/2, Carter 13, Matthews 10/2, Fleischmann 3/1, Mixich 2, Richter,
Seiferth, Wess.
http://www.big-gotha.de/
29.Apr.17 / Max Meß - Foto: Trautvetter