Raketen ging der Treibstoff aus
Geschrieben von
y4u am
Freitag, 03. Februar 2017
BASKETBALL PROA: Oettinger
Rockets – Academics Heidelberg 86:98
Erfurt. (02.Feb.17/ Max Meß) Am vergangenen Donnerstag haben die Oettinger
Rockets mit 86:98 gegen die MLP Academics aus Heidelberg in der Messe
Erfurt verloren. Mit Blick auf die Play-Offs schmerzt die Niederlage
besonders. Durch dieses Ergebnis haben sich die Heidelberger neben
dem Sieg auch den direkten Vergleich gesichert. Bei Punktgleichstand
in der Tabelle der 2. Basketball-Bundesliga ProA erhalten die
Academics den höheren Platz. Allerdings haben die Heidelberger drei
Siege beziehungsweise sechs Punkte mehr. Sie konnten sich um einen
Platz auf Rang fünf verbessern. Die Raketen rutschten vom siebten
auf den neunten Tabellenplatz ab – und damit aus Play-Offs-Rängen.
Neun Spiele bleiben den Oettinger Rockets noch, die Play-Offs zu
sichern. Dabei begannen die Raketen stark: In der Verteidigung legten
sie die notwendige Aggressivität an den Tag und im Angriff
präsentierten sie sich konzentriert und treffsicher. Im ersten
(26:22) und zweiten Viertel (20:17) spielten sich die Thüringer
einen Vorsprung von sieben Punkten heraus. Allerdings waren bei den
Gastgebern kurz vor der Halbzeitpause teils Form-Schwächen zu
erkennen. „Wir haben mit einer hohen Intensität begonnen sowie
ordentlich, konzentriert und aggressiv begonnen. In der ersten Hälfte
war auch die Hilfe in der Verteidigung noch da“, so Ivan Pavic,
Head Coach der Oettinger Rockets. Beim Spielstand von 46:39 ging es
also in die zweite Hälfte. Die kurze Pause hatte den Raketen
sichtlich gutgetan. Sie konnten ihren Vorsprung im dritten
Spielabschnitt gar auf zehn Punkte ausbauen (57:47). Pavic: „Wir
hatten sogar zweimal die Möglichkeit, wegzuziehen. Jedoch haben wir
viele Möglichkeiten ausgelassen und dumme Fouls kassiert.“ Auch
wenn die Körpersprache der Raketen stimmte, kamen die Gäste von
Minute zu Minute besser ins Spiel. Sie ließen zu keinem Zeitpunkt im
Spiel abreißen. Ebenfalls bissig, näherten sie sich Punkt um Punkt
dem Ausgleich. Besonders durch viele und sicher verwandelte Freiwürfe
(84 Prozent) bleiben die Gäste dran. Heidelberg gewann das dritte
Viertel (27:21) und hatte bei nur noch einem Punkt Rückstand (66:67)
neue Motivation für das letzte Viertel gefunden. In den letzten zehn
Minuten des Spiels brannten die Gäste ein sprichwörtliches
Feuerwerk auf dem Feld ab. Es „knallte“ in nahezu jedem
Heidelberger Angriff. Folge: Die Oettinger Rockets verloren das
Schlussviertel deutlich (19:32). „Auch durch die vielen Freiwürfe
für Heidelberg haben wir die Führung wieder hergeschenkt. Und dann
wurden die Beine immer schwerer“, so Ivan Pavic. Eine
beeindruckende zweite Halbzeit sicherte den Gästen also den Sieg. In
jenen zwanzig Minuten erzielten sie ganze 59 Punkte! Nicht nur für
die eher defensiv orientierten Heidelberger ist das ein Top-Wert. Zum
Vergleich: Im Hinspiel verloren die Academics mit 56:64. Sie holten
also im Rückspiel in einer Halbzeit mehr Punkte als im kompletten
Hinspiel. „In dem Spiel zu Hause habe ich unsere zweitschlechteste
offensive Leistung der Saison gesehen, hier die beste“, berichtet
Branislav Ignjatovic, Head Coach der Heidelberger. Allein die
Effektivität von der Dreierlinie macht deutlich, wie viel in der
zweiten Hälfte gefallen ist: Heidelberg traf fünf von sechs, die
Rockets nur zwei von elf Dreiern. Besonders beeindruckend bei den
Academics war Vance Hall mit 25 Punkten, der jeden seiner 14
Freiwürfe traf. "Rückkehrer" Albert Kuppe konnte keine
Punkte für Heidelberg sammeln. Bei den Oettinger Rockets steuerten
gleich drei Spieler 15 Punkte bei: Dane Watts, Grant Gibbs und der
aktuellste Neuzugang David Hicks. Er legte einen starken Auftritt auf
das Parkett, fehlte aber nach zwei sogenannten unsportlichen Fouls
das komplette letzte Viertel. Überhaupt wurden viele Fouls verteilt,
womit beide Mannschaften Probleme hatten. Insgesamt kassierten sechs
Spieler vier Fouls oder mehr. „Dadurch haben in den entscheidenden
Phasen David Hicks und Darell mitchell gefehlt“, meint Wolfgang
Heyder, Leiter Sport und Geschäftsführung bei den Oettinger
Rockets. Er findet, „dass Ivan versucht hat, mehr Aggressivität
und Druck in die Verteidigung zu bringen – das konnte man auch
sehen. Leider ist uns dann die Luft ausgegangen.“ Wolfgang Heyder
stellt klar: „Das ist eine sehr bittere Niederlage für uns. Es
wäre extrem wichtig gewesen, das Spiel zu gewinnen. Die Punkte
müssen wir uns im nächsten Spiel zurückholen.“ Vorerst haben die
Oettinger Rockets ausreichend Zeit, das Spiel zu verarbeiten und zu
analysieren bevor sie sich voll und ganz auf ihre nächste Aufgabe
konzentrieren. Am Valentinstag treten die Hebeisen White Wings Hanau
in der Messe Erfurt an. Das Spiel beginnt um 19.30 Uhr. Auch die
Hessen stehen in der Tabelle vor den Raketen. Dennoch ist die
Mannschaft schon heute fest entschlossen, sich die Punkte
zurückzuholen.
Halbzeit: 46:39.
Viertel: 26:22, 20:17, 21:27,
19:32.
Zuschauer: 1812 (Messehalle).
Freiwürfe: Rockets 23 von 30
(77 %), Academics 32 von 38 (84 %).
Dreier: Rockets 7/21, Academics
6/13.
Fouls: Rockets 32, Academics 25.
Rebounds: Rockets 23 (8+15),
Academics 33 (5+28).
Rockets: Gibbs 15/1, Hicks 15/1,
Watts 15/2, Mitchell 13/1, Grof 9, Parker 9/1, Oehle 7, DiLeo 3/1,
Allen, Gomila.
Academics: Hall 25/1, Thompson
18/3, White 13, Heyden 13, Kovacevic 12/2, Würzner 7, Ney 7, Rupp 3,
Kuppe, Schmitt.
http://www.big-gotha.de/
02.Feb.17 / Max Meß - Foto: Trautvetter