Rockets verlieren in Hamburg
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 05. November 2016
BASKETBALL PROA: Hamburg
Towers – Oettinger Rockets 75:64
Hamburg. (04.Nov.16/ Max Meß) Es wäre ein wichtiger Sieg für die Oettinger
Rockets gewesen. So ist es am vergangenen Freitagabend der
75:64-Erfolg der Hamburg Towers in der heimischen Inselparkhalle
geworden. Damit schieben sich die Hanseaten in der Tabelle der 2.
Basketball-Bundesliga ProA vor ihre Gäste auf den neunten Platz und
lassen die Raketen auf Position zehn zurück. „Es muss sich etwas
ändern!“, sagt Wolfgang Heyder nach wie vor dem Spiel. Der Leiter
Sport und Geschäftsentwicklung der Oettinger Rockets weiter: „Es
ist in der Tat so, dass es von Spiel von zu Spiel schlechter wird. Es
wäre aber falsch, das nur auf den Trainer zu schieben.“ Head-Coach
Chris Ensminger und seine Raketen starteten schwach ins erste
Viertel. Die Hamburger wirkten frischer, mutiger und sie belohnten
sich mit erfolgreichen Spielzügen unter dem Korb sowie von hinter
der Dreipunktlinie. „Sie kamen aufs Feld und haben sofort gebrannt.
Wir nicht. Und so waren wir schnell in einem kleinen Loch“,
berichtet Ensminger. Beim Stand von 24:13 nach dem ersten Viertel war
das Loch schon elf Punkte groß. Elf Punkte, das ist auch die
Differenz zum Ende des Spiels. In den folgenden dreißig Minuten war
die Partie äußerst ausgeglichen. „Wenn wir führen, ist es für
uns schwer, das Spiel zu kontrollieren. Wenn wir zurückliegen,
kämpfen wir uns zwar gut heran, schaffen es aber dann nicht, das
Spiel zu übernehmen. Das ist nicht gut“, konstatiert der
Head-Coach. Über weite Strecken musste er auf seinen
Spiel-Organisator Grant Gibbs verzichten, der angeschlagen in Spiel
ging. Ensminger: „Ich hoffe, er erholt sich gut und ist gegen
Paderborn wieder fit. Wir brauchen ihn.“ Im Spiel gegen Hamburg
hätten die Raketen ebenfalls ein besseres Händchen gebraucht. Die
sonst gut aufgelegten „Scharfschützen“ trafen nur 29 Prozent
ihrer Würfe von „draußen“. Dazu trafen die Rockets nur knapp
die Hälfte ihrer Versuche aus dem Zweipunkt-Bereich und sieben von
vierzehn getroffenen Freiwürfen (44 Prozent) sprechen für sich.
Ensmingers bester Spieler auf dem Feld war Jaysean Paige. Mit
vierzehn Punkten blieb er knapp unter seinen Verhältnissen, zeigte
aber immer wieder mit schnellen Antritten und immerhin vier Rebouds,
wie wichtig er für die Mannschaft ist. Paige kassierte allerdings
früh sein drittes Foul, sodass ihn Ensminger in der zweiten Hälfte
nicht nach Belieben spielen lassen konnte. Topscorer der Partie wurde
Hamburgs Bester, Anthony Canty. Er steuerte insgesamt siebzehn Punkte
zum Sieg bei, spielte gute Pässe (drei Assists/ein Ballverlust) und
erledigte mit ebenfalls vier Rebounds auch defensiv seine Aufgabe.
Nicht zuletzt wegen dieser Vorstellung ließ sich Hamburgs
zufriedener Head Coach, Hamed Attarbashi, zu dieser Aussage
hinreißen: „Tony Canty ist der beste deutsche Aufbauspieler der
Liga!“ Er war es auch, der fünf Minuten vor Schluss „mit einem
ziemlich wilden Dreier“, so kommentiert es Ensminger, den Weg für
die Hanseaten ebnete. Entschieden war die Partie zu diesem Moment
aber noch nicht. „Es ist schon so, dass wir ab der 30. Minute
richtig Gas geben haben. Leider reichen acht oder zehn Minuten nicht
immer. Meist ist es dann Glück oder Zufall, wenn du so ein Spiel
dann noch drehst“, erklärt Wolfgang Heyder. Er vermisste eine
klare Struktur und Rollenverteilung in der Mannschaft. Zudem weisen
die Hamburger insgesamt deutlich bessere Wurfquoten auf und, so
Heyder: „Was sich die Mannschaft ankreiden lassen muss: Wie in den
vergangenen Spielen war der Gegner in der ersten Halbzeit stets
bissiger und aggressiver.“ Laut Chris Ensminger fehlt seinen
Spielern momentan ein Stück weit das Selbstvertrauen, gerade in den
vergangenen Auswärtsspielen in Hanau, Baunach und Trier. Nun sei es
ganz besonders wichtig, sich dieses Selbstvertrauen schon am Sonntag
gegen die Uni Baskets Paderborn mit den eigenen Fans im Rücken
zurückzuholen. Nach ihrem knapp verlorenen Heimspiel am Freitag
gegen die zweitplatzierten VfL Kirchheim Knights stehen die
Paderborner genau wie die Oettinger Rockets mit vier Siegen und vier
Niederlagen da. Am Sonntag beginnt um 15 Uhr also der Kampf um das
positive Punkteverhältnis.
Halbzeit: 40:30.
Viertel: 24:13, 16:17, 18:17,
17:17.
Zuschauer: 2691 (Wilhelmsburger
InselParkhalle).
Freiwürfe: Towers 14 von 21 (67
%), Rockets 7 von 16 (44 %).
Dreier: Towers 7/20, Rockets
7/24.
Fouls: Towers 18, Rockets 22.
Rebounds: Towers 38 (5+33),
Rockets 33 (6+27).
Rockets: DiLeo 3, Schmidkunz
5/1, Gibbs 2, Durant, Oehle 11, Kullamäe, Allen 7/1, Muldrow 8/2,
Parker 10/2, Gomila 4, Paige 14/1.
Hamburg Towers: Canty 17/2, Kamp
4/1, Wolf 10, Kindzeka 6/1, Ferguson 10/2, Liyanage 8/1, Raffington
10, Lansdowne 10, Blessing.
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04.Nov.16 / Max Meß - Foto: Trautvetter