Überraschung knapp verpasst
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 12. Februar 2017
HANDBALL CHAMPIONSLEAGUE: Thüringer
HC – HC Vardar Skopje 29:31
Nordhausen. (12.Feb.17/ Stephanie Lapp/ Roman Knabe) Im zweiten Heimspiel der
CL-Hauptrunde unterlag der Thüringer HC dem HC Vardar Skopie nach
einer starken Steigerung in der zweiten Halbzeit mit 29:31. Die
Partie begann mit einem Fehlstart des THC. Erst nach fünf Minuten
erlöste Anika Niederwieser mit einem schönen Fernwurftreffer ihr
Team aus der Schockstarre. Bis dahin hatten Barbara Lazovic, Andrea
Lekic und dreimal Andrea Penevic den Ball scheinbar mühelos an
Abwehr und Torhüterin Jana Krause vorbei ins THC-Tor gebracht.
Trainer Herbert Müller zog die Notbremse und bat seine Frauen zum
Gespräch. Der THC war nun etwas besser im Spiel. Allerdings fand die
Abwehr noch kein Mittel gegen die starken Rückraumschützinnen der
Gäste. Dinah Eckerle kam für Jana Krause in die Partie und musste
gleich ins Strafwurfduell gegen Penezic. Die traf zum 10:6. Die
Thüringerinnen offenbarten wieder einmal ihre bekannte
Abschlussschwäche und blieben unter der 50%-Quote. Manon Houette
scheiterte völlig freistehend an der starken Landsmännin Amandine
Leynaud, Anika Niederwieser setzte einen Rückraumkracher an die
Latte. Der THC kämpfte verbissen um den Anschluss. Katrin Engel
verwandelte einen Strafwurf zum 12:7 doch die Abwehr fand weiterhin
keinen Zugriff. Skopje spielte seine Überlegenheit clever aus und
provozierte viele technische Fehler der THC-Spielerinnen. Macarena
Aguilar erzielte in einem sehenswerten 1-gegen-1 den neunten Treffer.
Doch auf der Gegenseite antworteten die Mazedonerinnen prompt
(9:16/23.). Durch ein unnötiges Foul von Crina Pintea geriet der THC
in Unterzahl. Trainer Herbert Müller kompensierte das, indem er ins
7 gegen 6 Spiel wechselte. Die Gäste trafen darauf ins leere Tor zum
18:11. Skopje, jetzt mit der zweiten Garnitur im Rückraum, leisteten
sich jetzt einige technische Fehler. So konnten die Thüringerinnen
durch einen Heber von Iveta Luzumova und einen vollendeten
Tempogegenstoß von Maria Kiedrowski auf 13:18 verkürzen. Nach der
Pause kamen beide Teams mit gewechselten Torhüterinnen. Die
Brasilianerin Pessoa de Oliveira und Jana Krause standen jetzt
zwischen den Pfosten. Letztere reagierte hellwach und meisterte einen
Strafwurf von Sanja Damjanovic. Acht starke THC-Minuten hatten den
Vorsprung auf 18:21 schmelzen lassen. Und es gin noch weiter: Jana
Krause parierte einen Hundertprozenter im Fallen mit dem Fuß und im
Gegenangriff setzte Kerstin Wohlbold einen Aufsetzer zum 19:21 in die
Maschen. Jetzt Auszeit bei Vardar. Die Thüringerinnen waren jetzt
auf Betriebstemperatur, nur Anja Althaus machte in dieser Phase den
Unterschied. Sie erzielte ihre Tore, sehenswert und außergewöhnlich
auch gegen härtesten Abwehreinsatz. Nach 41 Spielminuten war das
kleine Wunder geschehen, der Thüringer HC war dem haushohen
Favoriten mit 21:22 auf den Fersen. Die Stimmung in der Halle war
jetzt super und feuerte jetzt ihr Team an. Skopje hatte längst schon
die Starbesetzung wieder im Einsatz, doch jetzt klappte bei denen
nicht mehr alles. 23:23, der Wurf von Crina Pintea trudelte über die
Brasilianerin ins Tor, die Stimmung in der Halle war nicht mehr zu
toppen. Und sie zeigte Erfolg, Jana Krause machte ein Wahnsinnsspiel
und jetzt gelang auch im Angriff fast alles. 27:26 für den THC, kaum
zu glauben, aber Iveta Luzumova behielt die Nerven und überwand
Lenaud. Und setzte nach dem Ausgleich der Gäste noch einen drauf. 7
Minuten vor dem Ende schaffte sie das 28:27 und im nächsten Angriff
sprang der von Manon Houette ins Dreieck geworfene Ball wieder ins
Feld zurück. Doch der THC kämpfte, wie in seinen besten Zeiten.
Jetzt kämpfte jedes mal Skopje um den Ausgleich. Und mehr gelang bis
zur 58. Minute nicht. Doch dann war es Andrea Lekic, die die Nerven
behielt. 30 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 29:30, Auszeit für
den THC. Doch trotz allem Bemühen. Es reichte nicht mehr für
Zählbares, aber der THC ist zurückgekommen, auch in die Herzen
seiner Fans.
Halbzeit: 13:18.
Schiedsrichter: Diana-Carmen
Florescu, Anamarie Stoia (ROU)
Zuschauer: 1500
(Wiedigsburghalle Nordhausen).
Siebenmeter: THC 2/3, Skopje
3/4.
Zeitstrafen: THC 4, Skopje 3.
Thüringer HC: Krause, Eckerle –
van de Wiel, Scheffknecht, Pintea (3), Schmelzer (1), Niederwieser
(5), Diaz (5), Luzumova (4), Engel (5), Houette (1), Jakubisova (2),
Kiedrowski (1), Wohlbold (2), Planeta.
Skopje: Leynaud, de Oliveira –
Radicevic, Klikovac, Herrem (4), Mavsar (1), Damjanovic, Lazovic
(2), Althaus (5), Ilyna, Penezic (10), Suslina, Lacrabere, Khmyrova
(1), Lekic (8), Ristovska.
http://www.thueringer-hc.de/de/
12.Feb.17 / Stephanie Lapp / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC