THC will nachlegen
Geschrieben von
y4u am
Dienstag, 27. Februar 2018
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer HC
Erfurt. (26.Feb.18/ Roman Knabe) Die Damen des Thüringer HC haben schon am
Mittwoch ihr nächstes Bundesligaspiel. In Neckarsulm wartet der
Tabellenelfte und will ab 19.30 Uhr alles tun, um zu Punkten im Kampf
gegen den Abstieg zu kommen. In diesen englischen Wochen gibt es
keine Ruhepausen. Nach dem (unglaublichen) Spiel ist vor dem Spiel.
Nach der Busreise am Sonntag nach Ludwigsburg, hin und zurück 700
km, geht es am Mittwoch nach Neckarsulm, 660 km hin und zurück.
Heute ein wenig regenerieren, am Dienstag Training und dann schon
wieder in den Bus, stundenlanges Sitzen. Es ist schon erstaunlich,
wie das die Frauen so meistern. Dabei war das am Sonntag natürliche
eine entspannte fröhliche Heimfahrt mit einer tollen Stimmung im
Bus. Auch der Mitbewerber um den Meistertitel, die SG BBM Bietigheim,
muss erst einmal mit diesem Rhythmus zurechtkommen, anfreunden
konnten sie sich damit nicht. Wenn dann der Kräfteverschleiß sich
auch in Verletzungen und Krankheiten niederschlägt, wird es ziemlich
eng und stressig. Der Druck steigt, wenn zudem die Erfolge
ausbleiben. Auch beim THC stehen derzeit so viele Spielerinnen auf
der Verletztenliste, wie auf der Spielerbank sitzen, und es läuft,
läuft und läuft. 34:21 in Bietigheim; da denkt man, da hat sich
jemand verschrieben. Wenn man sich dann das Spiel auf EHF-TV noch
einmal anschaut, sieht man erst einmal, wie hochverdient dieses
Ergebnis ist. Der Deutsche Meister, deren Verantwortliche immer noch
vom Saisonziel: „Verteidigung des Meistertitels“ sprechen, war
chancenlos unterlegen. Aus einer sicheren Abwehr heraus, mit zwei gut
haltenden Torhüterinnen, lief das Tempospiel des THC, und die
Top-Werferinnen der Saison Iveta Luzumova und Beate Scheffknecht
trafen wie sie wollten. Auch die Youngster Gordana Mitrovic und
Josephine Huber zeigten den Stars wie Tess Wester, Martine Smeets,
Karolina Kudlacz-Gloc oder Fie Woller, wo es langgeht. Das war eine
Ansage, aber es war „nur“ die Champions League. Zum großen
Showdown im Meisterschaftsendkampf muss der THC am 31. März noch
einmal nach Bietigheim. „Champions League, das ist der Lohn für
alle Anstrengungen“, sagt Herbert Müller immer gern und fügt dann
zu gestern hinzu: „Wenn dann bei der nötigen Lockerheit noch der
Spaß dazukommt, dann kann dir an so einem Tag alles gelingen. Dann
musst du die Feste feiern wie sie fallen.“ So zieht Herbert Müller
ein rundherum positives Fazit zum Auswärtserfolg in Bietigheim,
beklagt sich dennoch zurecht, dass trotz eindeutiger EHF-Regeln der
Trainer Martin Albertsen, sowohl den Gästetrainer als auch die noch
nass geschwitzten Spielerinnen, samt anwesender Journalisten,
respektlos 20 Minuten auf die fällige Pressekonferenz warten ließ.
Ebenso äußert er sein Unverständnis über das „sinnlose
Gejammer“, um die prekäre Kadersituation in Bietigheim. Bei den
Thüringerinnen haben noch mehr Spielerinnen am Sonntag gefehlt, ohne
dass da ein Klagelaut aus der THC-Zentrale kommt. In einem fairen
Wettstreit sollte man solche Spielchen lassen. Der Druck auf das
Müller-Team bleibt weiterhin hoch. Jetzt geht es am Mittwoch erst
einmal hinunter in den Tabellenkeller, nach Neckarsulm. Die NSU liegt
auf Tabellenplatz elf, hat erst sieben Pluspunkte und ringt mit den
Schwaben Hornets aus Nellingen, Bensheim/Auerbach und dem HC Rödertal
um den Klassenerhalt, wobei letztere ohne Punktgewinn schon
abgeschlagen sind. Es ist ein bisschen unverständlich, dass
Neckarsulm diese Abstiegssorgen hat, sagt Herbert Müller, die haben
eigentliche andere Möglichkeiten. Nach dem Trainerwechsel ist
einfach noch keine Ruhe eingezogen. Aber Vorsicht ist dennoch
geboten, auf die leichte Schulter darf man keinen Gegner nehmen. Die
Neckarsulmer Frauen haben gegen Bensheim/Auerbach und Rödertal
gewonnen und gegen Frisch Auf Göppingen einen Punkt geholt. Der
Thüringer HC reist dort als klarer Favorit an, muss aber seine
Pflichtaufgabe erst einmal erfüllen. Gegen den Tabellenführer
steigert sich jeder Konkurrent, ruft meist eine super Leistung ab.
Der THC ist somit vorgewarnt. „Man darf nicht ein Prozent
nachlassen, sonst ist man schnell auf der Verliererstraße“, mahnt
Herbert Müller. „Wir müssen auch gegen Neckarsulm so eine Abwehr
spielen, unsere Hausaufgaben sehr akribisch machen, um uns keine
Blöße zu geben, am besten jedes Spiel so annehmen, als ginge es um
einen Top Gegner.“
thueringer-hc
26.Feb.18 / Roman Knabe
THC will nachlegen
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