THC wieder sieglos
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 14. Oktober 2018
HANDBALL CHAMPIONS LEAGUE: RK
Krim Mercator Ljubljana – Thüringer HC 27:20
Ljubljana. (13.Okt.18/ Roman Knabe) Der Thüringer HC kassierte im Auswärtsspiel
gegen Krim Mecator eine bittere 27:20-Niederlage. Nach einer guten
ersten Halbzeit ließen beim deutschen Meister in der zweiten
Spielhälfte die Kräfte deutlich nach. Tamara Mavsar erzielte für
die Gastgeberinnen sieben Tore. Mit sechs Treffern war Iveta Luzumova
erfolgreichste Werferin aufseiten des Thüringer HC. Die ersten zehn
Minuten der Partie waren eine Spiegelung des Spiels vor sieben Tagen
gegen Podravka Vegeta. Mit konzentrierten Angriffen, einer
lauffreudigen und einsatzstarken Abwehr und einer überragend
haltenden Jana Krause im Tor, gelang über die Stationen 0:4 (5.) und
5:2 (9.) bis zur 15.Minute eine 6:3-Führung. Dann riss der
Spielfaden erst einmal - Krim gelangen zwei Tore aus Strafwürfen,
Kreisspielerin Olga Perideriy war zweimal nur regelwidrig zu stellen.
Im Angriff endeten drei THC-Aktionen mit Stürmerfoulpfiff statt
Torwurf - der Gastgeber war 5:6 heran. Die Chance zum Ausgleich
vergab Torhüterin Misa Marincek Ribezl, die bis dahin stark gehalten
hatte. Ihr langer Wurf auf das leere THC-Tor landete knapp neben dem
Torpfosten. Herbert Müller brachte für Emily Bölk Krisztina
Triscsuk. Die routinierte Ungarin erzielte zwei wichtige Treffer und
bereitet einen dritten vor, den Iveta Luzumova mit Strafwurf zum 9:6
aus THC-Sicht verwandelte. Der THC setzte jetzt sein taktisches
Mittel 7-gegen-6 ein, doch Ljubljana verteidigte geschickt und
aufopferungsvoll. Mit zwei Bilderbuchtoren aus dem Rückraum erzielte
Tjasa Stanko den Anschlusstreffer. Und jetzt war es Lydia Jakubisova,
die ihre ganze Routine zeigen konnte. Mit einer super Finte gegen die
Hand verlud sie die Abwehr und schaffte mit dieser Aktion einen
Strafwurf plus Zeitstrafe. 30 Sekunden vor dem Pausensignal dann Pech
für den THC. Krisztina Triscsuk trifft mit einem Hüftwurf nur den
Pfosten - in den letzten Angriffssekunden erhalten die Gäste noch
einen Strafwurf und der THC eine Zeitstrafe für Emily Bölk. Der THC
begann durch die Zeitstrafe in Unterzahl. Krisztina Triscsuk
arbeitete einen Strafwurf heraus, den Iveta Luzumova verwandeln
konnte. Doch jetzt folgten Fernwürfe, die zu sehr signalisiert waren
- ein Kreisanspiel wurde sauber abgefangen. Der Ausgleich lag in der
Luft. In der 35. Minute verwandelte Tamara Mavsar ihren Siebenmeter
zum ersten Unentschieden der Partie. Lydia Jakubisova trifft aus
spitzestem Winkel zum 14:13 und hält damit die Hoffnung hoch. Doch
schon im nächsten Angriff trifft die 1,84 m große Linkshänderin
Alja Koren platziert zum 14:14. Ljubljana machte in dieser Phase
mental und körperlich den frischeren Eindruck. Dem THC-Angriff
fehlte jetzt der Druck und die Fernwürfe waren leichte Beute der
erfahrenen Misa Marincek Ribezl (33 Jahre). So lief der THC von der
37.Minute an stets einem Rückstand hinterher - schaffte jedoch
wieder den Ausgleich - bis zur 45.Minute, als Zulic mit dem 18:16 die
erste Zwei-Tore-Führung gelang. Die Gastgeberinnen erhöhten jetzt
noch das Spieltempo und beeindruckten die Gäste vor allem mit
Kampfkraft und individuellem Durchsetzungsvermögen. In der 50.Minute
zeigte die Anzeigetafel das 20:17, Krim spielte weiter schnell und
konzentriert und konnte zwei Strafwürfe herausholen. Die Partie
hatte mit dem 21:17 durch Tamara Mavsar die erste entscheidende
Wendung genommen. Herbert Müllers beschwörende Worte in der Auszeit
konnten keine Wendung bringen. Die Sloweninnen kontrollierten in den
letzten fünfzehn Minuten die Partie, zeigten schnellen
Angriffshandball mit starken Rückraumtreffern. In den letzten
Minuten gab es lediglich noch Ergebniskosmetik durch Treffer von
Josefine Huber und Lydia Jakubisova und Emily Bölk. Herbert Müllers
warnende Worte haben sich bestätigt, diese englischen Wochen mit
ihren extrem kurzen Regenerationszeiten stellt eine ganz besondere
Nagelprobe für sein Team dar. Mit 20:27 mussten die THC-Damen heute
die Überlegenheit des slowenischen Meisters anerkennen und haben
nach zwei Gruppenspielen noch keinen Punkt auf dem Tabellenkonto.
Auch wenn in der Schlussphase das Ergebnis etwas zu hoch ausfiel, war
zu sehen, dass dieser Gegner das Potenzial für einen Platz in der
Hauptrunde hat.
Halbzeit: 10:12.
Schiedsrichter: Ana Vranes,
Marlis Wenninger (AUT).
Zuschauer: 1500 (Parku
Kodeljevo).
Siebenmeter: RK 9/9, THC 4/4.
Zeitstrafen: RK 5, THC 6.
Thüringer HC: Krause 1,
Zimmerman, Giegerich – Lang, Sazdovska 1, Mazzucco, Schmelzer 1,
Triscsuk 3, Stolle 2, Luzumova 6/4, Bölk 2, Großmann, Jakubisova 3,
Huber 1.
RK Krim: Ribezl, Vojnovic -
Mavsar 7/7, Krsnik 1, Baric, Beganovic 1, Stanko 6, Zulic 3, Ljepoja,
Koren 3, Tsakalou, Vucko, Zabjek, Amon 1, Perederiy, Ristovska 4/2.
thueringer-hc
13.Okt.18 / Roman Knabe