Super Moral gezeigt
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 04. März 2018
HANDBALL CHAMPIONS
LEAGUE: Thüringer HC – Buducnost Podgorica
24:25
Nordhausen. (04.Mrz.18/ Stephanie Lapp) Der Thüringer HC unterlag im letzten
Heimspiel der Champions League Hauptrunde dem montenegrinischen
Meister ZRK Buducnost Podgorica nur knapp mit 24:25. Ein Sieg war
durchaus möglich, während Torhüterin Dinah Eckerle drei Strafwürfe
parierte, stand insgesamt sechs Mal das gegnerische Tor-Aluminium im
Weg. Die erfolgreichsten Werferinnen der Partie waren Djurdjina
Jaukovic und Anika Niederwieser mit jeweils sieben Treffern. Iveta
Luzumova, die verletzt ausgewechselt wurde, schraubte ihre
Scorer-Leistung auf 96 Treffer. Als hätten die THC-Damen nicht schon
ein genügend großes Handicap zu tragen, fehlte heute nun auch noch
Beate Scheffknecht, die mit einer schmerzhaften Fußverletzung
(genauere Diagnose erfolgt eine MRT-Untersuchung) pausieren musste.
So begann der Thüringer HC mit Anika Niederwieser, Iveta Luzumova
und Gordana Mitrovic auf den Rückraumpositionen. Während die Würfe
der Gastgeberinnen keine echte Probe für Zogby de Paula im Gästetor
darstellten, kam Budocnost besser in die Partie und führte schnell
mit 2:0. Dinah Eckerle verhinderte den kompletten Fehlstart, indem
sie der routinierten Milena Raicevic den ersten Strafwurf "abkaufte".
Im Gegenzug erzielte Meike Schmelzer den 1:2-Anschlusstreffer. Der
THC haderte mit seiner Abschlussschwäche. Die Chancen zum Ausgleich
konnten mehrmals nicht genutzt werden, weil die Würfe zu
unkonzentriert kamen oder mehrfach das Toraluminium den Ball
aufhielt. Stattdessen gelang den Gästen über die zweite Welle das
4:2. Doch die Thüringerinnen blieben dran am Spitzenteam aus
Montenegro, auch weil Herbert Müller viele Angriffe mit dem
siebenten Feldspieler und "empty Goal" spielen ließ. Nach fünfzehn Minuten traf Iveta Luzumova per Siebenmeter zum 6:7 und konnte im
nächsten Angriff aus dem Rückraum sogar den Ausgleich markieren.
Der THC war in Fahrt gekommen. Iveta Luzumova konnte durch einen
Hattrick ihre Mannschaft in Führung bringen. Diese wechselte jedoch
erneut als Jaukovic einen Hammer aus dem Rückraum ins Tor wuchtete.
Das Spiel lebte weiter vom Kampf beider Abwehrreihen, die eine starke
Vorstellung zeigten. Nach 24 Minuten führte Buducnost mit 10:9. Mit
weniger Wurfpech hätten die Gastgeberinnen mit zwei bis drei Toren
vorn liegen können, aber das zählt nun mal nicht. In der zweiten
Halbzeit ging es mit viel Tempo weiter. Beide Mannschaften konnten
schnelle Treffer erzielen. In der 33.Minute waren die Gäste wieder
auf 15:13 enteilt. Der Thüringer HC kämpfte verbissen um den
Anschluss, doch Buducnost verwaltete die Führung routiniert. und
konnten ihre Führung bis zum 15:19 weiter ausbauen. Trainer Herbert
Müller nahm seine zweite Auszeit (37.). Er justierte die Abwehr
speziell gegen Jaukovic noch einmal, was dann auch gut umgesetzt
wurde. Anika Niederwieser gelang Traumtor, bis in den "zweiten
Stock" war die Italienerin gestiegen und dann ließ sie mit dem
Wurf in das linke Tordreieck Zogby de Paula keine Abwehrchance.
Saskia Lang markierte wenig später den erneuten Anschlusstreffer.
Allen Zuschauern stockte der Atem als Iveta Luzumova nach einer
Abwehr-Rettungstat verletzt liegen blieb. Von ihren Mitspielerinnen
gestützt, ging die Rückraumschützin vom Feld und wurde an der
Seitenlinie dann länger behandelt. Ihre Teamkolleginnen kämpften
weiter um den Anschluss. Patricia da Silva traf aus dem Rückraum zu
(21:22/50.). Noch standen zehn Minuten auf der standen auf der Uhr.
Dass es immer noch knapp zuging, war auch ein Verdienst von Dinah
Eckerle, die sich in bestechender Form zeigte und in dieser Phase
zweimal Sieger im Strafwurfduell, gegen Premovic und Malovic blieb.
Die Chancen zum Ausgleich konnten die Thüringerinnen jedoch nicht
nutzen. Im Gegenzug erhöhte Buducnost auf 23:21 und nach einem
Ballverlust der Thüringerinnen sogar auf 24:21, der Ball flog ins
leere THC-Tor, ehe Dinah Eckerle zurück sein konnte. Noch gab sich
der THC nicht auf. Gordana Mitrovic und Anika Niederwieser sorgten
noch einmal für den Anschluss (23:24). Die Gäste nahmen ihre letzte
Auszeit, exakt noch 159 Sekunden vor dem Schlusssignal. In der
Wiedigsburghalle hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Die rote
Wand feierte eine großartige Leistung ihrer Mannschaft. Die
Thüringerinnen bekamen die Chance auf das Unentschieden. Acht
Sekunden vor dem Ende nahm Herbert Müller seine letzte Auszeit um
den entscheidenden Spielzug anzusagen, der gut ausgespielt, aber mit
grobem Foul gebremst wurde. Die Zweiminutenstrafe für Jaukovic
folgte auf den Fuß, aber die Spielzeit war herunter gelaufen. So
blieb es beim 25:24-Erfolg der Gäste, einen Punkt hätten die
Thüringerinnen mit ihrer heutigen kämpferischen Leistung allemal
verdient gehabt. In Anbetracht der Verletztensituation mit fehlenden
sechs Stammspielerinnen war es aber ein würdiger Abschied aus der
diesjährigen CL-Saison, der höchste Anerkennung verdient.
Halbzeit: 11:12.
Schiedsrichter: Peter Brunovsky, Vladimir Canda (SVK).
Zuschauer: 1500
(Wiedigsburghalle).
Siebenmeter: THC
3/3, Podgorica 4/7.
Zeitstrafen: THC
2, Podgorica 4.
Thüringer HC: Krause, Eckerle – Lang 2, Schmelzer 2, Niederwieser 7, Luzumova
6/3, Mitrovic 5, Jakubisova 1, Wohlbold, Redder, Huber, Batista da
Silva 1.
Podgorica: Zoqbi
de Paula, Babovic – Ujkic 4, Konatar, Jaukovic 7, Pletikosic,
Laslo, Malovic 2, Premovic 5/4, Brnovic 3, Pavicevic, Raicevic 2,
Grbic 2.
thueringer-hc
04.Mrz.18 / Stephanie Lapp - Foto: Thüringer HC (Archiv)