Steigerung kam zu spät
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 26. Februar 2017
HANDBALL CHAMPIONSLEAGUE: Astrakhanochka – Thüringer HC 26:24
Astrachan. (25.Feb.17/ Roman Knabe) Der Thüringer HC kommt mit leeren Händen
aus Astrachan zurück, die Hoffnungen auf einen Punktgewinn nach der
glänzenden Heimpartie mussten nach einer schwachen ersten Halbzeit
begraben werden, man musste eine 24:26-Niederlage quittieren. Die
meisten Treffer der Partie erzielte Karina Sabirova, die mit 76
Treffern die Liste der Top-CL-Scorerinnen anführt. Für den THC traf
Katrin Engel acht Mal und glänzte vor allem mit Nervenstärke von
der Strafwurflinie. Der THC war in den ersten Minuten der Partie
körperlich und geistig nicht auf dem Feld. Nach dem ersten
misslungenen Pass von Macarena Aguilar auf Crina Pintea legten die
Gastgeberinnen schnell vor. Und während die Angriffe der Gäste mit
Fehlwürfen oder Holztreffern (3!) abgeschlossen wurden, spielten
Astrachan Handball aus dem Lehrbuch. Der THC wirkte konsterniert und
lag nach fünf Minuten 1:5 im Rückstand, was Trainer Herbert Müller
zur ersten Auszeit bewegte. Doch auch danach wirkten die Gäste
hilflos, fanden im Angriff keine Mittel und in der Abwehr keinen
Zugriff. Nach einem Treffer ins leere Tor durch Karina Sabirova waren
die Russinnen auf 1:6 enteilt. Nach zwölf Minuten ging es dann ein
wenig besser bei den Thüringerinnen, der Rückstand wurde auf 4:7
verkürzt, doch zwei Fehler wurden sofort wieder bestraft und
Astrachan führte mit 9:4 (13.). Als dann Dinah Eckerle stark
parierte und schnell Manon Houette einsetzte, traf deren Wurf
wiederum nur den Torpfosten. Es ging so weiter, der THC vergab seine
Chancen und erlaubte den Russinnen leichte Gegentore bei denen Dinah
Eckerle chancenlos blieb. (12:5/17.) Herbert Müllers Appell in der
zweiten Auszeit fruchtete nicht. Wie um den "Holztag" des
THC perfekt zu machen, traf Iveta Luzumova von der Strafwurflinie
wiederum den Pfosten und Postnova knallte im Gegenzug den Ball zum
13:5 unter die Latte. Dinah Eckerle parierte zwei Nahdistanzwürfe
vorbildlich, doch der Tabellendritte der russischen Super-Liga war im
Vergleich zum Hinspiel in Nordhausen nicht wiederzuerkennen. Nach 23
Minuten führte Astrachan durch die nie zu stellende Topscorerin der
CL, Karina Sabirova (63 Treffer vor der Partie) mit 14:7. Fünf
Minuten vor der Halbzeitpause kam die beste Phase der Gäste. Mit
schönen und schnellen Treffern wurden jetzt die Fehler Astrachans
bestraft und der Rückstand auf 11:15 verkürzt. Doch der weiterhin
schwächelnde Rückraum der Thüringerinnen traf nicht und
Astrakhanochka war schnell wieder auf 17:11 enteilt. Katrin Engel
blieb die letzte Aktion vorbehalten, mit dem Pausenpfiff verwandelte
Katrin Engel einen Strafwurf zum 12:17 aus THC-Sicht. Nach der Pause
versuchte der THC sein Glück mit der siebten Feldspielerin, was zu
einigen guten Chancen führte. Eine offensivere Abwehr gegen Sabirova
und Postnova störte zumindest die Top-Scorerin nicht. Deren variable
Wurftechnik ließ sie ein ums andere Mal treffen. Bis zu diesem
Zeitpunkt hatte die 18Jährige bereits neun Treffer erzielt. Die Crux
des 7 gegen 6 zeigte sich beim 20:16, Lydia Jakubisova scheiterte
frei von Rechtsaußen, Sabirova setzte den Ball zum 21:16 in die
Maschen. Und kurz darauf war es Anika Niederwieser, die
gedankenschnell den Ball auf's leere Tor abfing und dann kurz darauf
einen schönen Fernwurftreffer zum 18:21 aus THC Sicht einnetzte.
Jetzt schien der THC nochmal im Aufwind. Druckvoll im Angriff
erkämpfte Iveta Luzumova einen Strafwurf, Katrin Engel verwandelte
und der THC war mit 19:21 erstmals richtig im Spiel. Doch Astrachan
spielte weiter temposcharf und druckvoll und gegen die individuelle
Klasse von Sabirova war schier kein Kraut gewachsen (22:19/45.). Sie
machte heute den Unterschied, ihr gelang fast alles, so auch das
23:19 von der Strafwurflinie. Doch auch Katrin Engel blieb
treffsicher und netzte vom "Punkt" ein. Und nach einem
durch Dinah Eckerle gehalteten Sabirova-Strafwurf war durch zwei
Treffer von Macarena Aguilar der THC dran. Nur noch 23:22 führte
Astrachan und es waren noch zehn Minuten zu spielen. Doch wieder
erhöhten Postnova und Sabirova und stellten die Drei-Tore-Führung
wieder her. Es gab für die Gäste kein Happy-End, Katrin Engels
Strafwurftreffer zum 24:26 war die letzte Aktion und eben nur noch
Ergebniskosmetik.
Halbzeit: 12:17
Schiedsrichter: Boris Mandak,
Mario Rudinsky (SVK).
Zuschauer: 3800 (Sportcomplex
"Zvezdniy").
Siebenmeter: Astrachan 2/3, THC
10/11.
Zeitstrafen: Astrachan 2, THC 3.
Thüringer HC: Eckerle –
Scheffknecht, Pintea (1), Schmelzer, Niederwieser (4), Aguilar Diaz
(2), Luzumova (5/2), Engel (8/8), Houette (2), Jakubisova (2),
Kiedrowski, Wohlbold.
Astrakhanochka: Riabtseva,
Trusova – Sisenova, Postnova (3), Rachiteleva, Sorokina, Sabirova
(13/2), Shaposhnikova (2), Levsha (1), Tazhenova, Kremneva,
Chigirinova (3), Shichkina (1), Zelenkova, Kozhokar (3),
Yemelyanenka.
http://www.thueringer-hc.de/de/
25.Feb.17 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC