Spitzenspiel verloren
Geschrieben von
y4u am
Donnerstag, 30. September 2021
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer HC – SG BBM Bietigheim 24:33
Bad
Langensalza. (29.Sep.21/ Bernd Hohnstein) Der Thüringer HC
kassierte am fünften Spieltag eine derbe 24:33-Niederlage gegen die
SG BBM Bietigheim. Der süddeutsche Tabellenführer untermauert damit
seine Vormachtstellung in der laufenden Saison. Einfache Fehler luden
die Gegnerinnen zum einfachen Torewerfen ein, dem der THC
streckenweise nichts entgegensetzen konnte und sich schwertat. Mit je
neun Toren waren Lamprini Tsakalou (THC) und Kelly Dulfer (SG) die
besten Werferinnen. Die Salza-Halle war mit 950 Zuschauern gut
gefüllt, als das Spitzenspiel der Handball Bundesliga zwischen dem
Thüringer HC und der SG BBM angepfiffen wurde. Die Gäste legten
schon nach wenigen Sekunden vor und führten in der zweiten
Spielminute mit 0:2. Josefine Huber erzielte den Anschlusstreffer für
den THC. Bietigheim zeigte eine sehr offensive Abwehrarbeit, aus der
vor allem Kelly Dulfer früh mit Vorstößen agierte. Nach knapp
sechs Minuten lagen die Gäste 2:5 vorn. Die Strategie der Gäste,
früh den Spielaufbau zu stören ging auf. Dominika Zachova
verwandelte von der Strafwurflinie zum 3:5. Nach dem nächsten
Treffer der SG zog Herbert Müller zu Beginn der achten. Minute die
Reißleine und beorderte seine Mannschaft an die Seitenlinie. In der
einen Minute gab es viel Redebedarf. Danick Snelder musste für zwei
Minuten auf die Bank und Gästecoach Markus Gaugisch spielte mit der
siebten Feldspielerin. Lamprini Tsakalou reagierte schnell, sah das
leere Tor der Gäste und verwandelte aus der eigenen Hälfte zum 4:6.
Mit sehenswerten Einzelaktionen erzielte der THC nun seine Tore,
Anika Niederwieser traf so zum 6:8. Bietigheim legte vor, verteidigte
seine Zweitoreführung. Der THC hatte die Antwort parat. Rinka
Duijndam parierte, der Pass nach vorn verfehlte jedoch sein Ziel. Der
THC kam nicht ran und scheiterte ein ums andere Mal an dem
großgewachsenen Abwehrblock der Gäste. Mitte der ersten Spielhälfte
lag der THC 8:10 zurück. Mehrere technische Fehler nutzten die
Bietigheimerinnen eiskalt und zogen auf 8:13 davon. Nach exakt 17:33
gespielten Minuten nahm Herbert Müller sein zweites Team Timeout.
Bietigheim erlaubte sich wenige Fehler, die der Gastgeber verwerten
konnte und füllte die Favoritenrolle geschickt aus. Dafür lieferte
der THC einige Vorlagen und so lag die SG sechs Minuten vor dem
Pausenpfiff mit 9:17 vorn. Zudem scheiterte Dominika Zachova an der
sicher zwischen Pfosten stehenden Gabriela Moreschi von der
Siebenmeterlinie. Mit einem schon deutlichen Rückstand von 12:20
ging es in die Kabinen. Die ersten drei Minuten verliefen nach Maß,
zwei Tore brachte der THC im Gästetor unter und verkürzte auf
14:20. In der Abwehr glänzte Anika Niederwieser und vereitelte den
erfolgreichen Abschluss. Die Gäste machten unablässig Druck und
nutzten die Fehler der Thüringerinnen für sich. In der 39.Minute
scheiterte Karolina Kudlacz-Gloc von der Strafwurflinie an der extra
eingewechselten Laura Kuske (15:23). Seine dritte und letzte Auszeit
nahm Herbert Müller zu Beginn der 44.Minute beim Stand von 16:24.
Zwei Minuten später erzielte die SG den Treffer zum 17:27 und lag
damit erstmals mit zehn Tore vorn. Egal was der THC versuchte,
Bietigheim war zur Stelle, nahm den Angriffsdruck der Gäste durch
frühe Störaktionen heraus und nutzte jede sich bietende Chance zum
Torerfolg. Was der THC bot, reichte trotz großen Willens nicht gegen
den erklärten Titelanwärter. Auch wenn die Gastgeberinnen mit guten
Aktionen Ergebniskosmetik betrieben, stand es fünf Minuten vor
Spielende 22:31 für die Gäste. Laura Kuske verhinderte mit einer
Parade in der 58.Minute die erneute Zehntoreführung, musste jedoch
im folgenden Angriff den Ball passieren lassen. Mangelnden Kampfgeist
konnte man den THC-Frauen nicht vorwerfen, eher die vielen eigenen
Fehler, welche die Schwäbinnen zu einfachen Toren einluden und so
trennten sich beide Mannschaften mit einer erwarteten, aber aus Sicht
des Thüringer HC zu hohen Niederlage mit 24:33.
Halbzeit: 12:20.
Schiedsrichter: Robert Schulze, Tobias Tönnies.
Zuschauer: 950
(Salza-Halle).
Siebenmeter: THC
2/3, Bietigheim 4/5.
Zeitstrafen: THC 2,
Bietigheim 3.
Thüringer HC: Kuske, Blazek, Duijndam – Meyer 3, Tanabe 2, Zachova 3/1, Iskit,
Niederwieser 4, Szekerczes 1/1, Tsakalou 9, Kündig, Jakubisova 1,
Huber 1, Schmidt-Robben.
Bietigheim: van der
Linden, Szikora, Moreschi – Lauenroth 1, Smits 2, Schulze 1,
Kudlacz-Gloc, Naidzinavicius 3/2, Reimer 1, Dulfer 9, Smits 5,
Snelder 1, Jensen Østergaard 4, Maidhof 3/2, Behrend, Malá 3.
29.Sep.21 / Bernd Hohnstein - Foto: Franziska Braun (Archiv)