Spitzenspiel verloren
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 23. Februar 2020
HANDBALL BUNDESLIGA: Borussia
Dortmund – Thüringer HC 27:25
Dortmund. (22.Feb.20/ Andreas Hofmann/ Bernd Hohnstein) Der Thüringer HC
verliert das Spitzenspiel gegen den BVB Dortmund mit 25:27. Nach
schwacher Startphase erkämpfte sich der THC die Führung zur
Halbzeit. In der zweiten Spielhälfte entscheiden die Torfrauen die
Partie. Jana Krause und Rinka Duijndam überzeugten, im Angriff macht
der THC zu viele Fehler im Spielaufbau und Abschluss, die
Gastgeberinnen verteidigen die Führung bis zum Ende der zweiten
Halbzeit. Beste Werferin aufseiten der BVB Dortmund Handball Damen
war Kelly Dulfer mit neun Treffern. Für den Thüringer HC erzielte
Emily Bölk ebenfalls neun Tore. Im ersten Angriff verlor Alicia
Stolle nach einem Ausrutscher den Ball. Der Gegenangriff endet auch
für Dortmund torlos. Alexandrea Zych und Bogna Sobiech eröffnen die
Torfolge zugunsten des BVB. Kelly Dulfer netzte nach vier Minuten
bereits zum 3:0 ein. Mit energischem Antritt erzielte Beate
Scheffknecht in der fünften Minute das erste Tor für den THC.
Zweieinhalb Minuten später verwandelte Beate Scheffknecht den ersten
Strafwurf für die Thüringerinnen zum 4:2. In der Anfangsphase
agierte der amtierende Pokalsieger wie zuletzt sehr nervös in der
Abwehr und vergab im Angriff einige Torchancen. Aus spitzem Winkel
konnte Jovana Sazdovska auf 6:4 verkürzen (12.). Alexandra Zych
nutzte ihre körperliche Überlegenheit gegenüber Mariana Lopes und
warf über sie hinweg ins Tor. Wiederholt netzte Kelly Dulfer zum 8:5
und 9:5 ein und so den Tabellenführer mit vier Toren in Führung
bringen. Ein ums andere Mal rannten sich die Thüringerinnen in der
Dortmunder Abwehr fest und hatten Mühe ihre Torabschlüsse zu
finden. Die BVB-Damen agierten offensiv und provozierten so
überhastete und ungenaue Abschlüsse ihrer Gegenspielerinnen.
Einigen Paraden von Ann-Cathrin Giegerich und Fehlwürfen auf
BVB-Seite war es zu verdanken, dass nach Treffer von Lydia Jakubisova
ein 11:9 auf der Anzeigetafel stand. Es waren noch knapp zehn Minuten
zu spielen. Bogna Sobiech verwandelte in der 22.Minute einen mit
sehenswerten Heber einen Strafwurf der Dortmunderinnen. Die Gäste
kamen langsam ins Spiel und nutzten die Konzentrationsschwächen der
Gegnerinnen konsequenter. Die Körpersprache der THC-Mädels war eine
zunehmend andere. Emily Bölk erzielte sieben Minuten vor dem
Pausenpfiff den, aus Sicht des THC, wichtigen 11:12-Anschlusstreffer.
Dies veranlasste BVB-Trainer Andre Fuhr seine erste Auszeit zu
nehmen. Lydia Jakubisova netzte von der Außenposition zum
12:12-Ausgleich ein. Der Führungstreffer ging ebenfalls auf das
Konto der erfahrensten Spielerin in den Farben der Thüringerinnen.
Sekunden vor dem Abpfiff parierte Ann-Cathrin Giegerich und
ermöglichte ihrer Mannschaft das Angriffsrecht. Die Angriffsreihe
bedankte sich und so ging es mit einer knappen 14:12-Führung für
den Thüringer HC in die Kabinen. Auf beiden Seiten landeten die
ersten Torwürfe nicht im Netz des Gegners. Kelly Dulfer verkürzte
nach 33 Minuten mit einem Hüftwurf zum 14:15 in der 33.Spielminute.
Den besseren Start in die zweite Spielhälfte hatten der bis dahin
ungeschlagene Tabellenführer und Bogna Sobiech erzielte wenig später
den 15:15-Ausgleich, Inger Smits legte nach und brachte den BVB
wieder mit einem Tor in Front. Nach Foul von Alicia Stolle,
verwandelte Bogna Sobiech den fälligen Strafwurf sicher und Inger
Smits tankte sich erfolgreich durch die Abwehrlücke des THC und
erzielte acht Minuten nach Wiederanpfiff die 18:16-Führung. Sekunden
später musste Almudena Rodriguez wegen Stoßens für zwei Minuten
eine Zwangspause einlegen. Der BVB nutzte das Überzahlspiel und so
erhöhte Bogna Sobiech für den BVB Dortmund zum 20:16. Herbert
Müller nahm ein Team Timeout, um die Mannschaft zu ordnen. In dieser
Phase der Partie waren die Thüringerinnen etwas von der Rolle und
der BVB setzte sich weiter ab. Jovana Sazdovska verkürzte Mitte der
zweiten Halbzeit auf 22:18. Im Duell von der Strafwurflinie fischte
die inzwischen im Tor stehende Jana Krause den Heber von Bogna
Sobiech aus der Luft. Der BVB zeigte in der Standardsituation Nerven,
von insgesamt fünf Strafwürfen, konnte die Mannschaft, die sicher
an der Tabellenspitze steht, nur zwei verwandeln. Saskia Weisheitel
brachte die Dortmunder Frauen erneut auf vier Tore vor und machte
nachdrücklich klar, wer hier das Hausrecht innehat. Andre Fuhr zog
seine grüne Karte und bat seine Damen zum Gespräch. Es war die
Phase, in der beide Torfrauen mit tollen Aktionen glänzten. Den
zweiten Strafwurf auf ihr Tor parierte Jana Krause genauso sicher,
wie den nächsten Gegenangriff. Eine doppelte Zeitstrafe, Beate
Scheffknecht (48.) und Lydia Jakubisova (50.) überstand der THC mit
nur einem Gegentreffer von Kelly Dulfer. Mariana Lopes wirbelte durch
die Dortmunder Abwehr, scheiterte mit ihrem Wurf jedoch an der
sehenswert parierenden Rinka Duijndam. In der 51.Spielminute
scheiterte Caroline Müller-Korn an der glänzend aufgelegten Jana
Krause von der Strafwurflinie. Noch acht Minuten waren zu spielen,
als Emily Bölk ihrerseits einen Strafwurf erst zum 24:21 und einen
weiteren in der 54.Minute im Netz des BVB unterbringen konnte. Die
Partie blieb spannend, der THC ließ sich nicht abschütteln und
blieb auf Schlagdistanz und Jana Krause zeigte ihrer Mannschaft mit
ihren Emotionen und Paraden, dass es noch nicht vorbei ist.Der THC
zeigte Kampfgeist, das Spiel nahm an Intensität zu. Besonders Emily
Bölk übernahm in der Schlussphase Verantwortung und ließ keinen
Treffer der Gastgeberinnen unbeantwortet. Gut zwei Minuten vor der
Schlusssirene erzielte Emily Bölk den 25:24-Anschlusstreffer. Den
BVB verunsicherte das nicht mehr und Bogna Sobiech brachte ihre
Mannschaft wieder mit zwei Toren in Front. Die Chance das Spiel zu
kippen, waren dahin. Kelly Vollebregt setzte den Schlusstreffer vom
Kreis und machte den 27:25-Sieg für den BVB Dortmund klar.
Halbzeit: 14:12.
Schiedsrichter: Fabian vom
Dorff, Christian vom Dorff.
Zuschauer: 1050 (Sporthalle
Wellinghofen).
Siebenmeter: BVB 2/5, THC 4/5.
Zeitstrafen: BVB 3, THC 3.
Thüringer HC: Krause,
Giegerich, Köster - Lopes 2, Scheffknecht 4/2, Mazzucco, Rodriguez
1, Sazdovska 2, Stolle 3, Bölk 9/2, Großmann, Biltoft, Mässing 1,
Jakubisova 3.
Dortmund: Duijndam 1, Roch –
Weisheitel 2, Müller-Korn, Kockel, Smits 3, Stockschläder, Dulfer
9, Fujita, Vollebregt 2, Bleckmann 1, Zych 3, Sobiech 6/2.
thueringer-hc
22.Feb.20 / Andreas Hofmann / Bernd Hohnstein - Foto: Trautvetter (Archiv)