Selbst geschlagen
Geschrieben von
y4u am
Donnerstag, 17. März 2022
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer HC – Buxtehuder SV 20:29
Bad
Langensalza. (16.Mrz.22/ Bernd Hohnstein/ Andreas Hofmann) Der
Thüringer HC verliert das Nachholspiel des zwölften Spieltages
gegen den Buxtehuder SV mit 20:29. Gegen die motivierte junge
Mannschaft des BSV taten sich die Gastgeberinnen über die gesamte
Spielzeit schwer. Ohne richtige Spielmacherin fand der THC nicht ins
Spiel. Buxtehude baute seine Führung Schritt für Schritt aus, macht
Druck, hielt das Tempo hoch und bestrafte die überdurchschnittlich
vielen Fehler des Tabellennachbarn. Erfolgreichste Werferinnen waren
Asli Iskit und Miranda Schmidt-Robben mit je vier Toren für die
Gastgeberinnen. Für den BSV erzielte Charlotte Kähr zehn Treffer.
Der BSV erwischte den besseren Start. Asli Iskit scheiterte aus
aussichtsreicher Wurfposition an Nationaltorhüterin Katharina
Filter, den eigenen Angriff schlossen die Gäste erfolgreich ab und
gingen in Führung. Drei Minuten brauchte der THC, um sein erstes Tor
zu erzielen (1:2). Der Buxtehuder SV störte früh und baute seine
Angriffe konzentriert auf. So setzten sie die Thüringerinnen früh
unter Druck. Asli Iskit erzielte zu Beginn der sechsten Minute den
2:3-Anschlusstreffer. Die Gastgeberinnen nahmen das offensive Spiel
der Norddeutschen an und versuchten mit allen Mitteln die Abwehr zu
knacken, zunächst mit Erfolg. Anika Niederwieser netzte aus dem
Rückraum zum 4:4 ein. Das Anrennen des THC gegen die Abwehr
verschaffte den Gästen viel Platz und sie bestraften die
Ballverluste sofort. Nach elf Minuten bat Dirk Leun seine Mannschaft
beim Stand von 4:6 zum Gespräch. Ein Wechselfehler des BSV brachte
den Thüringer HC ins Überzahlspiel. Labrina Tsakalou kam zum
Einsatz und verkürzte zum 5:6. Nach fünfzehn gespielten Minuten
erzielte Asli Iskit von der Strafwurflinie den erneuten Ausgleich
(6:6), die Gäste fanden sofort die Antwort. Ein verwandelter
Strafwurf brachte die norddeutschen Gäste wieder zwei Tore vor. Die
Führung des BSV festigte sich. Der THC fand nicht die richtigen
Mittel, um das schnelle Umschaltspiel der Gäste zu brechen, immer
wieder legte die Damen aus Niedersachsen vor. Einen guten Start in
die Begegnung zeigte Miranda Schmidt-Robben nach ihrer Einwechslung,
zwei Tore in Folge hielten den Thüringer HC in Schlagdistanz. In der
Schlussphase der ersten Spielhälfte taten sich beide Teams schwer,
der BSV mit einfachen Ballverlusten, auf der Gegenseite scheiterten
zuerst Labrina Tsakalou, dann Lydia Jakubisova völlig frei vor dem
gegnerischen Tor. Entsprechend unzufrieden zeigte sich Herbert Müller
über sein Team zur Halbzeitpause beim Stand von 9:13. Irma Schjött
startete in die zweite Halbzeit mit einer sehenswerten Parade, dazu
kam der 10. Treffer erneut durch Asli Iskit. Die Gäste blieben mehr
als sieben Minuten ohne Torerfolg, aber auch der THC zog für sich
keinen Vorteil daraus. Auf beiden Seiten wurden die Bälle
leichtfertig verspielt, die Torerfolge blieben aus. Nach einer
Balleroberung dann das präzise Zuspiel von Lydia Jakubisova auf Yuki
Tanabe, die schloss den Tempogegenstoß erfolgreich ab (11:13). Der
BSV kam erst in der 37.Minute durch Treffer von Annika Lott zum
ersten Torerfolg nach dem Wiederanpfiff und baute in weniger als
einer Minute die Führung zum 11:15 aus. Mit dem schnellen und
aggressiven Umschaltspiel der Gäste kam der Thüringer HC einfach
nicht zurecht. Irma Schjött verhinderte über die gesamte Spielzeit
einige Treffer, was das Spiel lange offen hielt. In der 43. Minute
hatte Herbert Müller genug gesehen, ein Team Timeout sollte etwas
Ruhe und Ordnung ins Spiel bringen. Yuki Tanabe schloss nach der
kurzen Pause zum 13:17 ab. Der THC versuchte das Spiel mit der
siebten Feldspielerin, das leere Tor der Gastgeberinnen nahm Annika
Lott, die in der kommenden Saison für die Thüringerinnen aufläuft,
dankend an und erhöhte zum 13:19. Etwas mehr als zehn Minuten waren
noch zu spielen, als Lydia Jakubisova einen Tempogegenstoß zum 16:20
abschloss. Das allein reichte nicht gegen das hochmotivierte Team des
Buxtehude SV, die ihren vierten Tabellenplatz mit allen Mitteln
verteidigten. Beim Stand von 17:23 zog Herbert Müller noch einmal
die grüne Karte und untermauerte damit den Redebedarf mit seiner
Mannschaft. Doch er schaffte es nicht, sie für die Crunchtime besser
aufzustellen. Mit einfachen Treffern bauten die Gäste ihre Führung
weiter aus und der THC machten es ihnen mit seinem fehlerhaften und
ungenauen Spielaufbau einfach. Buxtehude bestrafte alle
Stellungsfehler in der Abwehr sofort und da war der Endstand von
20:29 auch gerechtfertigt. Für die nächsten anstehenden Aufgaben
muss sich der Thüringer HC ganz schön strecken, wenn man das Ziel,
einen internationalen Startplatz zu erreichen, schaffen will. Es gibt
viel zu tun für den Trainer und seine Mannschaft.
Halbzeit: 9:13.
Schiedsrichter: Julian Fedtke, Niels Wienrich.
Zuschauer: 631
(Salza-Halle).
Siebenmeter: THC
3/3, BSV 3/3.
Zeitstrafen: THC 2,
BSV 4.
Thüringer HC: Berndt, Schjött – Meyer 2, Tanabe 3, Zachova, Iskit 4/3,
Niederwieser 2, Tsakalou 2, Jakubisova 1, Reichert, Braun, Rode 2,
Schmidt-Robben 4.
Buxtehuder SV: Rühter, Filter - Süchting 3, Heldmann, Antl 2, Mühlner 1,
Winterberg 1, Ossenkopp 2, Kähr 10/2, Lott 8/1, Kollmer, von
Prittwitz 2.

Trainerstimmen zum Spiel
thueringer hc
16.Mrz.22 / Bernd Hohnstein / Andreas Hofmann - Foto: Franziska Braun (Archiv)