Noch nicht ganz im Ziel
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 09. März 2014
HANDBALL CHAMPIONS LEAGUE: Thüringer
HC – Vardar Skopje 24:24
Nordhausen. (08.Mrz.14/Stephanie Lapp/ Roman Knabe) In der mit 2200 Zuschauern ausverkauften
Nordhäuser Wiedigsburghalle trennten sich der Thüringer HC und der
mazedonische Meister WHC Vardar Skopje 24:24. In einer tollen
Aufholjagd kamen die Thüringerinnen nach einem Sieben-Tore-Rückstand
wieder in Spiel zurück und verpassten am Ende, die Sensation um ein
Haar. Die meisten Treffer für den Thüringer HC erzielte Nadja
Nadgornaja, die siebenmal traf. Für die Gäste war die
Welthandballerin Andrea Lekic mit zehn Toren erfolgreichste Werferin.
Die Gastgeberinnen starteten mit der bekannten Anfangsformation, auf
der Wechselbank hatte nach längerer Verletzungspause wieder Anja
Althaus Platz genommen. In der Anfangsphase starteten die Gäste mit
einer beweglichen offensiven Abwehr und verunsicherten den
THC-Angriff. Fehlwürfe und Passfehler am Anfang und eine dominante
Andrea Lekic, die vor allem von der Strafwurfmarke 100 Prozent
erfolgreich war. In der Summe der Aktionen hatten sich Skopje einen
Dreitorevorsprung erarbeitet, in der 15. Minute gelang dann Allison
Pineau sogar das 10:5 aus Sicht der Gäste. Die nicht so sattelfeste
THC-Abwehr bekam jetzt Verstärkung - Anja Althaus kam ins
Abwehrzentrum und mit Franziska Mietzner rückte noch eine weitere
blockstarke Spielerin in den Innenblock. Das zeigte vorerst Wirkung,
mehrere Vardar-Fernwürfe blieben im Block hängen. Doch im Angriff
fehlte jetzt auch das Glück, Sonja Frey wurde ein klarer
Kontertreffer mit vermeintlichem Schrittfehler versagt, kurz darauf
traf ebenfalls Frey mit einem Aufsetzer nur die Lattenunterkante. Als
dann Svenja Huber mit dem nächsten Strafwurf an Suslina scheiterte,
war schon etwas Ratlosigkeit in den Gesichtern der THC-Fans zu
erkennen. Aber die Sicherheit der Abwehr brachte die
Müller-Schützlinge nach vorn. Es war die stärkste Phase im
THC-Spiel. Die mazedonischen Stars erzielten acht Minuten lang nur
einen Treffer, aus einem 7:13-Rückstand machten Treffer von Barbosa,
Mietzner und Huber ein 11:13 (28.). Die lettischen Schiedsrichter,
die mehrfach unglücklich entschieden, setzten einen ebensolchen
Schlusspunkt, als sie Jana Krause für ein kurzes Verzögern kurz vor
dem Pausenpfiff eine Zeitstrafe verpassten. Aber die THC-Sieben
behielt den Kopf oben, kassierte noch einen Gegentreffer in der
Unterzahl, in die Pause ging es mit einem 12:15 Rückstand, die
Partie war wieder offen. Der Thüringer HC startete furios in die
zweite Halbzeit. Durch drei Treffer in Folge von Nadgornaja, Barbosa
und Luzumova war der Ausgleich zum 15:15 hergestellt. In der 38.
Minute war dann tatsächlich die nicht mehr für möglich gehaltene
Führung zum 18:17 geschafft. Nadgornaja netzte aus einer
Freiwurfsituation ein. Das Spiel entwickelte sich nun zum absoluten
Krimi. Vardar konnte in Überzahl wieder in Führung gehen. Doch die
Thüringerinnen blieben durch einen verbissenen Kampf dran.
Torhüterin Maike März steigerte sich in diesem zweiten Durchgang
und hielt nun einige wichtige Bälle. Der deutsche Meister zeigte nun
wieder seine gewohnte Schwäche, Großchancen wurden einfach liegen
gelassen. In der 52. Minute erhielt Skopje einen höchst umstrittenen
Strafwurf und konnte wieder auf zwei Toren davon ziehen (20:22). Doch
die THC-Mädels gaben sich nicht auf. Mietzner traf mit einem Hammer
zum 22:23. Franzi zeigte heute erneut eine ganz starke Leistung, wie
bereits im letzten Champions League Spiel gegen Sävehof. Danach
hielt März grandios und Anja Althaus traf im Gegenzug zum 23:23.
Beide Mannschaften versuchten jetzt alles, um die Entscheidung zu
erzwingen. Alexandrina Barbosa netzte 55 Sekunden vor Schluss zum
24:24 Ausgleich ein. Vardar - nun im Ballbesitz, nahm 36 Sekunden vor
dem Ende seine letzte Auszeit. Elf Sekunden vor dem Ende kam das Team
von Trainer Herbert Müller tatsächlich noch einmal in Ballbesitz
und warf alles nach vorne. Skopje konnte den THC stoppen, doch
Barbosa erhielt mit der Schlusssirene einen Freiwurf. Dieser landete
in der Abwehr von Vardar und keiner in der Halle wusste, ob man sich
über dieses Unentschieden freuen oder ärgern sollte. Der THC führt
die Tabelle weiterhin an und hat sieben Punkte auf seinem Konto.
Alles hängt nun noch von den verbleibenden Spielen dieser Champions
League Gruppe ab. Vielleicht kann das Team morgen schon den Einzug
ins Final Four nach Budapest feiern, sollte Sävehof gegen
Midtjylland gewinnen. Ansonsten hat man es nächste Woche in Dänemark
selbst in der Hand, sich den Traum von Budapest zu erfüllen und
diese sensationelle Leistung in der Champions League zu krönen.
Halbzeit: 12:15.
Schiedsrichter: Zigmars
Stolarovs, Renars Licis (LAT).
Zuschauer: 2200
(Wiedigsburghalle).
Siebenmeter: THC 2/3, Skopje
6/6.
Zeitstrafen: THC 2, Skopje 4.
Thüringer HC: Krause, März –
Nadgornaja (7), Frey (1), Smeets, Snelder (1), Luzumova (2), Engel,
Althaus (1), Blase, Mietzner (4), Huber (4), Barbosa (4).
Vardar: Leynaud, Suslina –
Kostiukova, Radicevic (4), Pineau (2), Shteriova, Nikolic (3),
Dembele (1), Molinos (2), Zebic, Klikovac (1), Khmyrova, Lekic (10),
Lojpur (1), Dmitrovic.
08.Mrz.14 / Stephanie Lapp / Roman Knabe