Mit Moral gepunktet
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 13. Mai 2017
HANDBALL BUNDESLIGA: BVB
Dortmund Handball – Thüringer HC 24:24
Dortmund. (13.Mai
17/ Roman Knabe) Der Thüringer HC bringt vom Auswärtsspiel ohne
Wechselmöglichkeiten beim 24:24 gegen den BVB Dortmund einen Punkt
mit nach Hause. Keine Mannschaft konnte sich einen Vorsprung
erspielen, die Partie war über lange Strecken ausgeglichen. Bei den
Gastgeberinnen glänzte Alina Grijseels mit sieben Treffern (7/1)
während für den Thüringer HC Katrin Engel (9/4) und Meike
Schmelzer (5) die erfolgreichsten Werferinnen waren. Das Spiel begann
mit einer sehr übersichtlichen Bank. Neben den beiden Trainern
Herbert und Helfried Müller, dem Teammanger Maik Schenk und dem
Physiotherapeuten Markus Sieber gab es für Maria Kiedrowski, deren
Rückenprobleme noch nicht völlig überwunden waren, jede Menge
Platz. Mit viel Angriffsdruck begann der THC das Spiel und Meike
Schmelzer, die "neue Rückraumlinke", überwand zweimal
Nationaltorhüterin Clara Woltering. Es ging gleich lustig weiter mit
dem Torewerfen auf beiden Seiten. Beide Abwehrreihen und
Torhüterinnen bekamen in der Anfangsphase kaum Zugriff (4:5/7.).
Doch der THC legte immer wieder vor, erst nach elf Minuten gelang dem
BVB erstmals der Ausgleich. Svenja Huber ließ beim Strafwurf Dinah
Eckerle keine Chance. Im Angriff der Thüringerinnen glänzte in der
Anfangsphase Katrin Engel, die mit ihren Rückraumwürfen Clara
Woltering keine Chance ließ. Bis zum 9:8 aus Gästesicht waren ihr
sechs blitzsaubere Treffer gelungen. Nach knapp zwanzig Minuten war
wiederum Meike Schmelzer erfolgreich, die mit vielen Ideen und
Variantenreichtum auf der für sie ungewohnten Rückraumposition sehr
viel Angriffsdruck erzeugte. So wurde ihr beherzter Schlagwurf die
Vorlage für Lydia Jakubisova, die mit dem 12:9 die erste
Drei-Tore-Führung erzielte. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff lagen
die Gäste mit 14:11 in Front, doch Alina Grijseels verkürzte.
Ildiko Barna ordnete Pressdeckung für Meike Schmelzer an und diese
zeigte Erfolg. Jetzt kam Sand ins Getriebe des Gästeangriffs und
zweimal traf Svenja Huber ins Schwarze und erzielte den
14:14-Ausgleich. Mit einem verwandelten Strafwurf brachte Katrin
Engel ihr Team wieder in Führung und Lydia Jakubisova musste für
das Trikot halten auf die Bank. Sehenswert, wie Macarena Aguilar mit
einer super Finte den Mittelblock austanzte und ihr Team mit 16:14 in
Führung brachte. Dinah Eckerle parierte den Fernwurf im nächsten
Angriff und passte wieder zentimetergenau auf Manon Houette, deren
Treffer aber eine Sekunde nach dem Abfiff die Torlinie überquerte.
So blieb es zur Pause beim 16:14 für die Gäste. Den ersten
Nachpausentreffer setzte Svenja Huber und erzielte den
15:16-Anschluss. Als Saskia Weisheitel eine Zeitstrafe absitzen
musste – Katrin Engel hatte ihren vierten Strafwurf verwandelt,
spielten die Gastgeberinnen mit zusätzlicher Feldspielerin und dem
leeren Tor. Die bisher mit ihren Würfen meist erfolglose Carolin
Schmele verwarf und den genauen Pass Dinah Eckerles verwandelte zum
18:15 aus Gästesicht. In der Folge spürte man aber, dass es beim
BVB durch die "längere Bank" keinen Kräfterückgang gab.
Drei Treffer in Folge durch zweimal Virag Vaszari und Svenja Huber
brachten wiederum den Ausgleich (18:18/37.). Und die Kampfstärke des
BVB brachte den Gastgeberinnen dann auch die erste Führung im Spiel,
wieder war es Virag Vaszari, die zum 19:18 traf, was für Herbert
Müller das Team-Time-Out nötig machte. Die Chance zum Ausgleich
nutzte Katrin Engel nicht, sie scheiterte mit ihrem fünften
Strafwurf. Nun sprang aber Macarena Aguilar in die Bresche und konnte
mit zwei schönen Treffern ihr Team wieder nach vorn bringen
(20:19/46.). Dortmund nahm die Auszeit, doch den Treffer danach
setzte wieder der THC, durch Meike Schmelzer gingen die Gäste mit
21:19 in Führung. Carolin Schmele traf im Gegenzug. In die letzten
zehn Minuten der Partie gingen beide Teams auf Augenhöhe, wobei der
THC stets den ersten Treffer setzen konnte, der BVB aber die Antwort
nicht schuldig blieb (22:22/52.). Alina Grijseels war es dann, die
die moralisch wichtige 23:22 Führung für die Dortmunderinnen
erzielen konnte. Nach der Auszeit durch Trainer Herbert Müller
blieben den Gästen noch gut fünf Minuten um das Blatt noch ein
letztes Mal zu wenden. Meike Schmelzer und Lydia Jakubisova sorgten
mit ihren Treffern für das 24:23 aus Gästesicht nachdem Dinah
Eckerle das Duell gegen die frei vom Kreis werfende Anne Müller
gewonnen hatte. Auszeit BVB. Nun blieben den Gastgeberinnen noch 90
Sekunden, um den Gästesieg zu vereiteln. Als dann elf Sekunden vor
Schluss Harma van Kreij eine Zeitstrafe kassierte, schien die Partie
gelaufen. Doch die zuletzt immer stärker werdende Alina Grijseels
setzte den Schlusspunkt. Beim leistungsgerechten 24:24 nehmen die
Gäste einen Achtungspunkt mit nach Thüringen. Der ist umso höher
zu bewerten, da er von sieben Spielerinnen erkämpft wurde, die sechzig Minuten ohne Wechselmöglichkeit auskommen mussten.
Halbzeit: 14:16.
Schiedsrichter: Martin Thöne,
Marijo Zupanovic.
Zuschauer: 499 (Sporthalle
Wellinghofen).
Siebenmeter: BVB 2/3, THC 4/5.
Zeitstrafen: BVB 2, THC 1.
Thüringer HC: Eckerle –
Pintea 1, Schmelzer 5, Aguilar Diaz 3, Engel 9/4, Houette 2,
Jakubisova 4, Kiedrowski.
Borussia: Ferenczi, Woltering –
Kramer, Grijseels 7/1, Weisheitel, Zimmermann, Müller 2, Traumüller,
Schmele 3, Ettaqi 1, van Kreij 2, Huber 6/1, Vaszari 3.
http://www.thueringer-hc.de/de/
13.Mai
17 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC