Mini-Team trumpft auf
Geschrieben von
y4u am
Mittwoch, 10. Mai 2017
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer
HC – TSV Bayer 04 Leverkusen 28:18
Bad Langensalza. (10.Mai 17/ Roman Knabe) Der Thüringer HC hat mit einem 28:18 gegen
TSV Bayer Leverkusen seine Heimserie ohne Punktverlust fortgesetzt.
Der Kantersieg gelang mit nur sieben Stammspielerinnen, auch weil
Dinah Eckerle wieder einen starken Tag hatte und mit siebzehn Paraden sowie zwei
gehaltenen Strafwürfen glänzen konnte. Die meisten Treffer für den
THC erzielte Manon Houette (7) für die Gäste war Jennifer Rode mit
sechs Treffern die erfolgreichste Werferin. Die Zuschauer in der
Salzahalle staunten nicht schlecht, das wegen Personalmangel verlegte
Spiel mussten die Gastgeberinnen mit noch weniger einsatzfähigen
Stammkräften bestreiten. Kapitän Kerstin Wohlbold hatte sich krank
gemeldet und der Rücken von Maria Kiedrowski machte nach der
Erwärmung solche Probleme, dass auch für sie ein Einsatz nicht
möglich war. Ein Fehlwurf und ein Ballverlust auf Leverkusener Seite
brachten die schnelle 2:0 Führung des THC, die jedoch durch Treffer
von Jennifer Rode und Jenny Karolius auch schnell ausgeglichen wurde.
Ein Debüt im Rückraum gab es für Meike Schmelzer, die mit einem
schönen Hüftwurf Katja Kramarczyk überwand und den THC wieder in
Führung brachte. Zwei Gästewürfe, die an den THC-Torbalken
landeten, und zwei gute Reaktionen von Dinah Eckerle sahen den
Thüringer HC in der siebenten Minute mit 4:2 in Führung. Die
kräftige Sonne blendete die Leverkusener Abwehr und in einer
mehrminütigen Spielunterbrechung versuchten die Helfer in der
Salzahalle dieses Gäste-Handicap durch provisorische "Sonnenblenden"
abzustellen. Das gelang, auch wenn Katja Kramarczyk im Bayer-Tor nach
wie vor keine optimalen Bedingungen hatte, diese Situation aber mit
hoher Professionalität meisterte. Die Gastgeberinnen führten mit
Kampfgeist und etwas Glück bei einem erneuten Aluminiumtreffer der
Elfen in der 14.Minute mit 7:4, besonders Meike Schmelzer glänzte
mit viel Spielfreude und hatte bis dahin schon drei Treffer zur
Führung beigetragen. Erstaunlich, wie die Thüringerinnen ihre
Personalnot überspielten und mit Konzentration im Angriff und Abwehr
ihre Führung weiter ausbauen konnten (11:6/18.). Das Publikum in der
Salzahalle zeigte sich von seiner besten Seite und konnte sich über
zwei tolle Paraden von Dinah Eckerle freuen, die gegen Kim Berndt und
Sally Potocki Sieger im Strafwurfduell blieb. Beim ersten
Team-Time-Out des THC zeigte die Anzeigetafel bereits eine
13:7-Führung und Herbert Müller konnte sich auf Hinweise zum Spiel
gegen die jetzt offensiv agierende Elfenabwehr beschränken. Und
Macarena Aguilar, auf Rückraum links gewechselt, setzte sich
blendend im 1 gegen 1 durch. Doch jetzt zeigten sich die Gäste wach
und bestraften zwei Ballverluste des THC, sie ließen den
Sechs-Tore-Vorsprung nicht weiter anwachsen. Kurz vor dem
Seitenwechsel war Leverkusen auf 11:15 heran, doch ein schöner
Treffer von Manon Houette brachte den 16:11 Pausenstand. Ein weiteres
Ausbauen der THC-Führung verhinderte zunächst ein doppelter
"Holztreffer", im nächsten Angriff setzte sich dann Manon
Houette im 1-gegen-1 durch und traf zum 17:11. Doch Leverkusen blieb
dran. Und im Tor der Elfen glänzte jetzt Nationaltorhüterin Katja
Kramarczyk und zeigte bei drei Hundertprozentern ihre Klasse. Beim
Stand von 18:14 nahm Herbert Müller die Auszeit und gab damit auch
seinem Team, das bisher durchgespielt hatte, eine kurze
Verschnaufpause. Und die THC-Damen behielten den Spielfaden, mit
einem schönen Rückraumtreffer legte Lydia Jakubisova wieder auf
19:14 vor (41.). Mit viel Übersicht und Cleverness wurde jetzt auch
die Unterzahl, Crina Pintea musste auf die Bank, ohne Gegentreffer
überstanden. Die Abwehr agierte stark, Dinah Eckerle hielt einen
Fernwurf und legte auf Manon Houette vor, die dieses Mal mit schönem
Aufsetzer Katja Kramarczyk überwinden konnte. Ein Drei-Tore-Lauf von
Jakubisova, Engel und Tempogegenstoß von Aguilar brachte das 23:14
und das Spiel war zwölf Minuten vor dem Ende entschieden.
Erstaunlich schon, wie die Stammspielerinnen die 50 minütige
Belastung gemeistert hatten und sich vor allem in der Abwehr keine
Blöße gaben. Leverkusen fand einfach keine Lücke im beweglichen
Abwehrbollwerk und mit dem Strafwurftreffer von Katrin Engel gab es
beim 26:16 (54.Min) die erste Zehn-Tore-Führung. Und nun gab es auch
Einsatzminuten für Julia Redder, die Jüngste im Team, die kürzlich
ihre ersten Schritte in der Juniorennationalmannschaft gemacht hat. Fünfzehn Sekunden vor dem Schlusspfiff kam dann auch noch Ela Szott ins
Tor, die sich im Strafwurfduell Jennifer Rode geschlagen geben
musste. In einem denkwürdigen Spiel behielt der THC nicht nur seine
weiße Heimweste, sondern konnte mit nur sieben Stammspielerinnen
einen zuletzt starken Gegner mit 28:18 mehr als deutlich bezwingen.
Halbzeit: 16:11.
Schiedsrichter: Colin Hartmann,
Stefan Schneider.
Zuschauer: 1003 (Salza-Halle).
Siebenmeter: THC 3/4, Leverkusen
1/3.
Zeitstrafen: THC 1, Leverkusen
1.
Thüringer HC: Eckerle, Szott –
Redder, Fuhrmann, Pintea (4), Schmelzer (5), Diaz (3), Engel (5/3),
Houette (7), Jakubisova (4), Kiedrowski.
Bayer: Zec, Kramarczyk –
Bijan, Jurgutyte (3), Seidel (1), Zschoke (2), Potocki, Bruggemann,
Adams (1), Karolius (2), Souza, Berndt (1), Jochin, Berger, van de
Wiel (2), Rode (6/1).
http://www.thueringer-hc.de/de/
10.Mai 17 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC