Lustloser Meister
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 12. Mai 2018
HANDBALL BUNDESLIGA: Borussia Dortmund – Thüringer HC 38:31
Dortmund. (12.Mai18/ Roman Knabe) Mit einem 38:31-Start-Ziel-Sieg über den
Thüringer HC erhielt sich Borussia Dortmund seine Chance auf einen
europäischen Startplatz. Harma van Kreij war mit sechs Treffern
erfolgreichste Werferin des BVB, für die Thüringer Gäste erzielte
Iveta Luzumova (9/6) die meisten Treffer. Dortmund, in Bestbesetzung
angetreten, bestimmte in den ersten zehn Minuten klar das Geschehen.
Mit hohem Tempo und extrem ballsicher wurden schnelle Tore erzielt,
wobei die THC-Abwehr ein ums andere Mal nicht gut aussah. Als die
Gäste dann durch Treffer von Luzumova und Lang auf 3:5 verkürzen
konnten, flammte Hoffnung auf. Diese zerstörte aber vorerst Nadja
Mansson mit zwei lupenreinen Fernwurftreffern bei denen Dinah Eckerle
chancenlos blieb. Ihre Gegenüber, Clara Woltering, hatte da den
besseren Start und meisterte gleich mehrere Fernwürfe und war auch
von Lydia Jakubisova mit Heber von Rechtsaußen nicht zu überwinden.
Nach zehn Minuten stand es 7:4 für die Gastgeberinnen, die bis dahin
mit einer top Körpersprache signalisierten, dass sie heute das
mental bessere Team waren. In den nächsten Minuten änderte sich das
Bild nicht. Herbert Müller setzte jetzt auf das taktische Mittel sieben
gegen sechs, was kurzzeitig Erfolg brachte. Beim 10:12 durch Alexandra
Mazzucco schien der THC auf gutem Kurs zu sein, doch Treffer der gut
aufgelegten Österreicherin Johanna Stockschläder, Nadja Mansson und
von Torhüterin Clara Woltering ins leere Tor des THC brachten
schnell wieder den alten Fünf-Tore-Rückstand (10:15/24.). In die
Pause ging es mit einem in der Höhe überraschenden 20:13 für den
BVB, auch weil Clara Woltering mit starken Paraden und Svenja Huber
mit fehlerfreien Strafwürfen einen hervorragenden Part in einem Team
im Kampfmodus boten. Der BVB blieb auch in der zweiten Halbzeit
seinem Motto treu. Mit vollem Einsatz, Tempo und viel Selbstvertrauen
wollte man hier nichts mehr anbrennen lassen. Beim 22:14 drohte dem
Meister fast schon eine blamable Zehn-Tore-Differenz, dies konnte
durch einen Luzumova-Treffer vorerst noch einmal abgewendet werden.
Doch Dortmund blieb am Drücker, Clara Woltering hielt fast alles und
erzielte beim 25:16 ihr zweites Feldtor. Als Alina Grijseels eine
Zeitstrafe absitzen musste, konnten die Thüringerinnen wieder ein
wenig näher herankommen. Aber fünfzehn Minuten vor dem Ende, beim
27:19 durch Harma van Kreij, zweifelte keiner der 500 Zuschauer in
der Sporthalle Wellinghofen an einem verdienten klaren Sieg der
Westfälinnen. Für den Thüringer HC ging es jetzt nur noch um ein
Ergebnis unter "Differenz zehn", an einen Sieg gegen die
wie entfesselt aufspielenden Barna-Schützlinge, für die in der
zweiten Hälfte Annamaria Ferenczi das Tor hütete, konnte man in den
zweiten dreißig Minuten schon lange nicht mehr glauben. Julia Redder
und Patricia da Silva und Lydia Jakubisova ließen mit ihren Treffern
das 31:38 Endresultat ein wenig freundlicher aussehen, aber der
Deutsche Meister hatte heute ohne wirkliche Motivation gegen ein
Team, für das die "Hoffnung auf Europa" noch lebt, keine
Siegchance.
Halbzeit: 19:13.
Schiedsrichter: Maike Merz, Tanja Schilha.
Zuschauer: 500
(Sporthalle Wellinghofen).
Siebenmeter: BVB
3/4, THC 6/8.
Zeitstrafen: BVB 2,
THC 2.
Thüringer HC: Eckerle – Scheffknecht, Lang 4, Mazzucco 2, Schmelzer 4,
Niederwieser, Luzumova 9/8, Mitrovic 3, Schilk 1, Jakubisova 3,
Redder 1, Huber 1, Batista da Silva 3.
Dortmund: Ferenczi,
Woltering 2 – Kramer 5, Grijseels 2/1, Weisheitel, C. Müller 3, A.
Müller 2, Espinola Perez 3, Stockschläder 5, van Kreij 6, Huber
4/2, Mansson 5, Emberovics, Bleckmann 1, Vaszari.
thueringer-hc
12.Mai18 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC (Archiv)