Kühlen Kopf bewahrt
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 01. April 2018
HANDBALL BUNDESLIGA: SG BBM Bietigheim – Thüringer HC 23:26
Ludwigsburg. (31.Mrz.18/ Roman Knabe) Der Thüringer HC gewinnt
das Spitzenspiel bei der SG BBM Bietigheim mit 26:23 (9:7). Bis fünf
Minuten vor Spielende war die Partie nicht entschieden, dann hatte
der Gast aus Thüringen das bessere Ende für sich. Die besten
Werferinnen waren Anna Loerper (10/5) auf Bietigheimer Seite, Iveta
Luzumova war wieder einmal mit 9/4 Treffern für den Thüringer HC
die Nummer eins. Die ersten zehn Minuten gingen mit ganz leichten
Vorteilen an die Gäste aus Thüringen. Beide Teams hatten ihre
Abwehrarbeit im 6:0 Abwehrriegel organisiert, was dem THC zwei tolle
Fernwurftore von Gordana Mitrovic und Beate Scheffknecht gestattete.
Bietigheim brillierte dagegen mit starken Außenaktionen, wo Fie
Woller und Angela Malestein technisch sauber vollendeten. Die 4:3
Gästeführung resultierte aus einer starken Parade von Dinah Eckerle
beim Strafwurf von Angela Malestein und ein wenig Glück, dass die
Gastgeberinnen in der Anfangsphase zweimal nur das Torgebälk trafen.
Bis zur 15.Minute legte der THC auf 5:3 vor, Bietigheim schaltete
nach einer ersten Auszeit auf das Spiel 7 gegen 6 um und verkürzten
wieder. Ein Ausbau der Führung gelang dem THC vorerst nicht, zweimal
rettete der Torrahmen für Valentyna Salamakha im Gehäuse der SG.
Elf Minuten lang gab es dann keinen Treffer für die Gastgeberinnen,
auch weil Angela Malestein frei vor Dinah Eckerle versagte und die
THC-Torhüterin fünf weitere Bälle in Folge teilweise spektakulär
parieren konnte. Eine schöne Belohnung für die eindrucksvoll
agierende THC-Abwehr, die lauffreudig war und einen dominanten
Mittelblock hatte, den Anika Niederwieser mit viel Übersicht
organisierte. Zweimal trafen die Schwäbinnen dann von der
Strafwurfmarke und hatten das Ergebnis zur Pause mit dem 7:9 wieder
offen gestaltet, auch weil sich Valentyna Salamakha weiter steigern
konnte. Mit dem Beginn der zweiten Hälfte änderte sich das Bild.
Zwar legte Iveta Luzumova noch einmal zum 10:7 aus THC-Sicht vor,
dann aber stellte Bietigheim durch vier Treffer von Karolina
Kudladz-Gloc, Anna Loerper, Luisa Schulze und Mille Hundahl die
Bietigheimer 11:10 Führung her. Der THC hatte den Start verpasst und
sah sich nun in der Verfolgerrolle. Iveta Luzumova, wieder in
Wurflaune, hatte den THC kurz wieder in Führung gebracht, aber Mille
Hundahl hielt dagegen. In der 40.Minute legte dann wieder Anna
Loerper per Siebenmeter zum 14:13 für Bietigheim vor. Und die
Nationalspielerin legte mit Tempogegenstoß gleich noch nach
(15:13/42.). Martin Albertsen setzte jetzt mehrfach auf den siebenten
Feldspieler, was für die Gästeabwehr Schwerstarbeit bedeutete. Doch
noch war nichts entschieden, Tore von Gordana Mitrovic und Iveta
Luzumova stellten in der 47.Minute wiederum den 17:17 Ausgleich her.
Jetzt spürte man an technischen Fehlern auf beiden Seiten, wie die
Partie doch an Kampfkraft und Nerven gezehrt hatte. Tore fallen jetzt
wie reife Früchte, zweimal Karolina Kudladz-Gloc für die SG, dann
trifft Anika Niederwieser aus dem Rückraum und Meike Schmelzer
findet Josephine Huber. Die trifft vom Kreis und bringt den THC
wieder mit 21:20 Führung. Beide Teams gehen volles Risiko und
spielen mit dem "emty goal". Dinah Eckerle fängt einen
Schlagwurf von Karolina Kudladz und wirft ihn lang ins leere Tor der
Gastgeberinnen zur 22:21 THC Führung. Bis zum 23:23, 150 Sekunden
vor dem Ende der Partie, war für beide Teams noch alles drin. Der
starke Endkampf der Gäste mit großer Übersicht und Kampfkraft,
entschied das Spiel zugunsten des Müller-Teams. Das 26:23 durch
Meike Schmelzer ändert nichts daran, dass sich heute zwei Teams auf
Augenhöhe begegnet sind, wobei der THC am Ende eine "Reifenbreite"
besser war und damit das Spiel und wohl auch die Meisterschaft für
sich entschieden hat. Die beiden roten Karten für Luisa Schulze und
Anika Niederwieser wurden da wohl auch eher prophylaktisch gegen eine
eventuell drohende Überhärte von den beiden Unparteiischen
vergeben. Weder Luisa noch Anika waren hier grob unsportlich
unterwegs, wie die TV-Bilder zeigten.
Halbzeit: 7:9.
Schiedsrichter: Fabian Baumgart, Sascha Wild.
Zuschauer: 1880
(MHP-Arena Ludwigsburg).
Siebenmeter: SG
5/6, THC 4/4.
Zeitstrafen: SG 5,
THC 2.
Thüringer HC: Krause, Eckerle - Scheffknecht 1, Lang, Mazzucco, Schmelzer 5,
Niederwieser 3, Aguilar Diaz, Luzumova 9/4, Mitrovic 4, Jakubisova 2,
Huber 1, Batista da Silva.
Bietigheim: Roth,
Salamakha, Wester - Biltoft, Lauenroth 1, Smeets, Ivancok, Woller,
Schulze 1, Kudlacz-Gloc 4, Hundahl 4, Loerper 10/5, Woller 2,
Malestein 1.
thueringer-hc
31.Mrz.18 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC (Archiv)