Krimi zum Abschluss
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 23. Mai 2021
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer
HC – HSG Bad Wildungen 31:30
Bad Langensalza. (22.Mai 21/ Bernd Hohnstein/ Andreas Hofmann) In einem spannenden
Spiel gewann der Thüringer HC gegen die HSG Bad Wildungen Vipers
knapp mit 31:30. Bis zur letzten Sekunde wehrten sich die Gäste
gegen eine Niederlage und hatten es sogar in der Hand, die Punkte aus
der Salza-Halle zu entführen. Dem Kampfgeist und der eigenen
Risikobereitschaft ist es zu verdanken, dass der THC als Sieger gegen
ein nie aufgebendes Gästeteam von der Platte gehen konnte. Beste
Werferin beim Thüringer HC war einmal mehr Marketa Jerabkova, die
zwölf Tore erzielte. Für die Vipers war Jana Scheib mit neun
Treffern beste Schützin. Kerstin Kündig holte sich das Lob ihres
Trainers Herbert Müller als herausragendste Spielerin. Nach der
schnellen Führung des Thüringer HC startete Torfrau Marie Skurtveit
Davidsen mit einer starken Parade in das letzte Spiel der Saison.
Dafür lief es für die sonst an der Strafwurflinie starke Marketa
Jerabkova nicht so gut, ihr erster Siebenmeter wurde von Manuela
Brütsch im Tor der Vipers pariert. Nach fünf gespielten Minuten lag
der THC mit 3:2 vorn. Die früh in der Abwehr störenden Gäste
vereitelten einige Chancen. Der THC musste sich die Lücken
erarbeiten, die Kerstin Kündig dann fand und im Doppelpack zum 5:2
einnetzte. Die Gäste aus Hessen hielten dem zunehmenden Druck stand
und antworteten auf die Tore des THC. Nach zehn Minuten zeigte die
Anzeigetafel ein 7:5. Für den THC lief Marketa Jerabkova zu
Höchstform auf, um den Ligarekord zu knacken und um als beste
Werferin der HBF die Saison zu beenden. In der sechzehnten Minute
traf sie von der Strafwurflinie zum 10:7, es war bereits ihr fünfter
Treffer. Zu Beginn der Schlussphase der ersten Halbzeit lag der
Gastgeber mit drei Toren vorn (13:10). Der THC war bemüht, das Tempo
hochzuhalten, die Angriffe wurden erfolgreich abgeschlossen, doch die
Vipers hielten dagegen und nutzten ihre Chancen gleichwertig. In der
25.Minute reagierte Herbert Müller beim Stand von 14:11 und bat zur
Auszeit. Die Vipers legten mit zwei schnelle Toren nach und erzielten
den 14:13 Anschlusstreffer. Beim Pausenstand von 15:14 gingen die
Mannschaften in die Kabinen. Die Vipers kamen mit einem Torerfolg aus
der Pause, Annika Ingenpaß traf wenige Sekunden nach Wiederanpfiff
zum 15:15. Petra Blazek war zu verdanken, dass die Vipers nicht in
Führung gingen. Josefine Huber legte vor, Munia Smits netzte zum
16:16 ein. Nach dem siebzehnten Treffer der Gäste durch Jana Scheib
zu Beginn der 34.Minute zog Herbert Müller sichtbar unzufrieden die
grüne Karte und bat zum Gespräch. Der Thüringer HC durchlebte eine
schwere Phase, die Vipers legten nun vor, der THC musste den
Ausgleich erzwingen. Das Tor von Marketa Jerabkova zum 19:18 war dann
ein besonderes, noch keine Handballerin hat in der HBF je mehr Tore
geworfen. Dies war ihr 247. Tor der laufenden Bundesligasaison. Emma
Ekenman Fernis entschärfte die Situation mit dem 20. Treffer für
ihre Mannschaft und brachte die Gastgeberinnen wieder zwei Tore vor.
Die Vipers kämpften verbissen und jede sich bietende Chance nutzend,
um das Spiel offen zu gestalten und selbst vorzulegen. Der THC machte
es ihnen mit einfachen technischen Fehlern und ungenauem Passspiel im
Angriff leicht. Mitte der zweiten Spielhälfte lagen die Gäste mit
zwei Toren vorn (22:24). Das Spiel entwickelte eine eigene Dramatik
und wogte hin her. In der 47.Minute der 24:24-Ausgleich durch den
THC. Dem Ausgleich der Gäste zum 25:25 folgte die 25:27-Führung,
das war nichts für schwache Nerven. Noch vier Minuten zu spielen,
Lydia Jakubisova gleicht zum 28:28 aus, Maxi Struijs bringt die
Vipers erneut in Führung. Kerstin Kündig mit ihrem neunten Tor zum
29:29, die Vipers vergaben und Nina Neidhart legte in der 59.Minute
zum 30:29 vor. Die Vipers versuchten es mit der Brechstange, der THC
verteidigt vehement. Alle Register in der THC-Abwehr und im
Vipers-Angriff wurden gezogen, für die Gäste mit Erfolg. Fünf
Sekunden vor Schluss der Strafwurf für den THC. Marketa Jerabkova
netzte mit ihrem zwölften Tor nach Ablauf der regulären Spielzeitzum 31:30-Endstand ein und erzielte damit das 250.Tor in der
Handball Bundesliga der Frauen.
Halbzeit: 15:14.
Schiedsrichter: Christian
Hannes, David Hannes.
Zuschauer: keine (Salza-Halle).
Siebenmeter: THC 5/7, Vipers
3/4.
Zeitstrafen: THC 2, Vipers 2.
Thüringer HC: Kuske, Davidsen,
Blazek – Ekenman Fernis 1, Gündel, Weyh, Schlegel, Großmann,
Rühl, Kündig 9, Jakubisova 3, Huhnstock, Neidhart 2, Jerabkova
12/5, Huber 4.
Vipers: Brütsch, Schüpbach –
Ingenpaß 7, Smits 3, Mühlner, Schnack 5/3, Da Silva Pereira,
Struijs 4, Scheib 9, Blase, Spielvogel 2, Plümer.
22.Mai 21 / Bernd Hohnstein / Andreas Hofmann - Foto: Christian Heilwagen