Kampf nicht belohnt
Geschrieben von
y4u am
Montag, 03. November 2014
HANDBALL CHAMPIONS
LEAGUE: Thüringer HC – Buducnost Podgorica
22:27
Nordhausen. (02.Nov.14/ Stephanie Lapp/ Roman Knabe) Am Ende leuchtete auf der
Anzeigetafel ein 22:27. 1800 begeisterte Zuschauer in der Nordhäuser
Wiedigsburghalle sahen ein rassiges Handballspiel und konnten sich
lange über das dynamische und ideenreiche Spiel der Thüringerinnen
freuen. Mit einem super Start und einer ganz starken zweiten Hälfte
wurde Buducnost der Sieg schwer gemacht. Nadja Nadgornaja traf fünf
Mal für den THC, die meisten Treffer für die Gäste erzielte
Cristina Neagu (6). Eine stimmungsvolle Kulisse in der Halle, auch
für 50 Handball-Kinder, die zur Eröffnung des CL-Spiels auf das
Spielfeld liefen. 17 von ihnen waren besonders aufgeregt, hatten sie
doch mit Hallen-Moderator Wolfgang Zilling geduldig die straffe
EHF-Zeremonie geprobt und dann ihre Aufgaben ohne Fehler gemeistert.
Die THC-Fans im roten Block starteten vehement in die Partie. Als
"WarmUp" hatte es eine Besonderheit gegeben: Eine
stimmungsvolle Fahrt mit der Traditionsbahn durch Nordhausen. Und die
Partie begann mit im ICE-Tempo vorgetragenen THC-Angriffen. Das erste
Tor durch Danick Snelder nach Pass von der Linksaußenposition war
ein Leckerbissen. Bis zur 11. Minute legte die Thüringerinnen stets
vor und überstanden auch die erste Unterzahl, Danick Snelder musste
auf die Strafbank, schadlos. In der 13. Minute dann die erste Führung
der Gäste. Dragan Cvijic war am Kreis nicht mehr zu halten, 5:4.
Katarina Bulatovic traf dann gleich noch aus der Entfernung, Nadja
Nadgornaja tat es ihr gleich. Die furiose Anfangsviertelstunde
entschieden die Gäste denkbar knapp mit 6:5 für sich. Aber der
Thüringer HC schaffte weitere fünf Minuten auf Augenhöhe.
(8:8/20.) Kaum ein Ballverlust auf beiden Seiten, den Unterschied
machte bis dahin Clara Woltering im Tor der Gäste, nur mit
hochkonzentrierten Würfen konnte die deutsche Nationaltorhüterin
bezwungen werden. So gelang es Kerstin Wohlbold mit einem
Super-Durchbruch beim Spiel 7-6 den zwischenzeitlichen
Dreitorevorsprung wieder zu verkürzen (11:9). Doch Buducnost legte
wieder vor. Ein sehenswerter Kempa-Treffer von Radmila Petrovic
brachte wieder "Luft" in das Ergebnis und der THC musste
kämpfen um den Anschluss nicht zu verlieren. Herbert Müller hielt
an der 7-6 Variante fest, die Angriffswirkung wurde erhöht - nur
einmal gelang ein Treffer ins leere Tor. Doch der enorme
Angriffsdruck der Montenegrinerinnen hielt an und der THC musste
weitere Gästetreffer hinnehmen. Die volle internationale Erfahrung
zeigte der letzte Treffer von Buducnost, zwei Sekunden vor dem Signal
traf Cristina Neagu zum 16:11 Halbzeitstand aus Sicht der Gäste. Wer
dachte, dass der Übergegner Buducnost den Sieg nun locker nach Hause
schaukeln würde, sah sich getäuscht. Der THC startete super in die
zweite Halbzeit. Der deutsche Meister erzielte vier Tore in Folge und
war damit bis auf 15:16 wieder heran. Wenig später kassierte
Co-Kaptitän Danick Snelder ihre dritte Zwei-Minuten-Strafe und
erhielt folgerichtig die rote Karte. Dies war natürlich eine riesige
Schwächung für das dünn besetzte THC-Team. Für die Kreisspielerin
kam Franziska Mietzner in die Partie. Sie wechselte auf die
Linksaußenposition und Meike Schmelzer an den Kreis. Buducnost
konnte sich auf 21:17 absetzen. Doch die THC-Damen kämpften
verbissen gegen das womöglich beste Team Europas. Durch einen
Doppelschlag von Kerstin Wohlbold und Lydia Jakubisova verkürzten
die Thüringerinnen auf 19:21. Daraufhin hatte Franziska Mietzner
sogar die Chance zum den Anschlusstreffer, scheiterte jedoch an der
wiederum stark haltenden Clara Woltering. Zehn Minuten waren noch auf
der Uhr und die Hoffnung auf die Riesensensation lebte. Die
Wiedigsburghalle hatte sich zur Handballhölle entwickelt. Keinen
Zuschauer hielt es auf dem Platz. Drei überhastete Aktionen hatten
zur Folge, dass die Gäste das Spiel vorentscheiden konnten. 23:19
zeigte die Anzeigetafel und noch sechs Minuten waren zu spielen.
Buducnost spielte die letzten Minuten clever herunter und gewann
hochverdient mit 27:22. Die THC-Damen konnten nach einem großartigen
Kampf erhobenen Hauptes vom Feld gehen und zu Recht von sich
behaupten: "Wir können mit den Topteams aus Europas mithalten".
Halbzeit: 16:11.
Schiedsrichter: Boris Mandak, Mario Rudinsky (SVK).
Zuschauer: 1800
(Wiedigsburghalle).
Siebenmeter: THC
1/1, Podgorica 3/3.
Zeitstrafen: THC
3, Podgorica 5.
Thüringer HC: Krause, Eckerle – Nadgornaja (5), Mietzner, Schmelzer (2), Snelder
(4), Engel (4), Blase, Jakubisova (1), Huber (2), Wohlbold (4).
Buducnost: Woltering (1) – Petrovic (5), Neagu (6), Dalby, Bulatovic (5),
Bulatovic, Zderic, Ramusovic, Cvijic (4), Mehmedovic (2), Despotovic,
Pavicevic (3), Byzdra, Knezevic (1), Lazovic.
02.Nov.14 / Stephanie Lapp / Roman Knabe
Kampf nicht belohnt
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