In Baia Mare punkten
Geschrieben von
y4u am
Freitag, 08. November 2013
HANDBALL CHAMPIONS LEAGUE: Thüringer
HC
Erfurt. (07.Nov.13/ Roman Knabe)
Am Wochenende fallen in den beiden Champions League Begegnungen
wichtige Vorentscheidungen. Während Hypo Niederösterreich Györ in
Wien Punkte abnehmen will, ist es das erklärte Ziel des Thüringer
HC, mit Punkten aus Baia Mare zurückzukommen, was die Wahrung aller
Chancen auf den Verbleib im Wettbewerb bedeuten würde. Dann gäbe es
am 17.November in Nordhausen ein echtes Entscheidungsspiel, immer
vorausgesetzt, Györ unterliegt den Österreichern nicht. Aber
Herbert Müller guckt nur auf sein nächstes Spiel. Am Sonntag um 17
Uhr MEZ trifft der THC in der nordrumänischen Stadt auf das hoch
motivierte Team des rumänischen Meisters und auf eine Atmosphäre,
"wie sie meine Mädels noch nicht erlebt haben", so fasst
der THC-Coach seine Erfahrungen zusammen. 500 Baia Mare Fans hatten
ihre Mannschaft nach Wien begleitet, um nach dem 24:23-Heimsieg von
HCM auch aus Wien Punkte zu entführen. Herbert Müllers
mathematische Neigungen sind inzwischen bekannt. Aber obwohl er
seinem Prinzip "auf uns schauen" und "selbst punkten"
treu bleibt, die möglichen Rechnungen hat er nicht nur einmal
kalkuliert. So wäre bei einem durchaus wahrscheinlichen
Punkte-Gleichstand von Hypo, Baia Mare und THC, Baia Mare mit einem
10-Tore-Sieg am Sonntag als Zweiter für die Hauptrunde qualifiziert,
acht Tore Differenz sollten den Platz 3 (EHF-Cup-Teilnahme) bedeuten.
Der THC-Trainer baut auf die in den letzten drei Spielen angezeigte
Steigerung in der Abwehrarbeit und der Variablilität seines Kaders.
Franziska Mietzner, die sich mit Danick Snelder sehr gut im
Abwehrmittelblock eingespielt hat, freut sich auf das Spiel. Auf die
mahnenden Worte, was das teilweise "infernalisch agierende
Publikum" angeht, reagiert die 1,93m große Nationalspielerin
gelassen. "Solcherart Antistimmung hat mich bisher oft
beflügelt, statt mich zu hemmen. Darauf rechne auch am Sonntag."
Auf die Ursachen für ihre immer bessere Integration in die
THC-Mannschaft angesprochen, führte sie ihren deutlich verbesserten
Fitnesszustand an, für den sie in wöchentlich zwei Extra-Einheiten
bei Athletiktrainer Alexander Fromm gern Zusatzschweiß vergießt.
Der Trainer hat in einer Phase, wo die Entscheidung zwischen Training
und Regeneration oft schwierig ist, seine Abwehr umfassend auf den
Gegner vorbereitet. Neben der bestens bekannten Linkshänderin
Melinda Geiger, warnt er besonders vor dem schnellen Passpiel und den
plötzlichen Bodenpässen auf die Kreismittelspielerin Timea Tatar.
Beide hatten in Nordhausen je sieben Treffer für Baia Mare erzielt.
Die etwas stressige Anreise mit zwei Bustransfers und Flug muss
schnell aus den Beinen, am Sonntag ist eine Leistung wie gegen
Leipzig oder Györ vonnöten, soll der Punkteraub gelingen.
07.Nov.13 / Roman Knabe