Im Pokalkrimi unterlegen
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 26. Januar 2014
HANDBALL DHB-POKAL: Thüringer
HC – TSV Bayer Leverkusen 32:34 nV.
Bad Langensalza. (25.Jan.14/
Bernd Hohnstein) In einem hoch dramatischen Pokalfight unterlag der
Thüringer HC dem TSV Bayer 04 Leverkusen in der Verlängerung mit
32:34. Die Thüringerinnen nutzten ihre Wurfchancen schlecht und
unterlagen einer super aufspielenden Gästemannschaft, für die
Marlene Zapf, Kim Naidzinavicius und Anne Jochin mit je acht Treffern
die erfolgreichsten Leverkusener Werferinnen waren. Beim THC erzielte
Alexandrina Barbosa als beste Werferin zehn Treffer. Beide
Abwehrreihen begannen defensiv und sehr beweglich, Jana Krause
reagierte mehrfach stark und bei den Gastgeberinnen nahm sich Sandy
Barbosa zwei mal den Wurf und traf. Während die aufmerksame
THC-Abwehr in den ersten neun Minuten nur einen Gegentreffer zuließ,
gelang dafür aber im Angriff nicht sehr viel. Zwei starke Aktionen
von Barbosa brachten den THC nach vorn, dann zeigten Fehlwürfe von
Katrin Engel und ein verworfener Strafwurf der sonst so sicheren
Sonja Frey, dass bei den Gastgeberinnen eine Menge Nervosität im
Spiel war. So verwunderte es kaum, dass zwei sehenswerte
Fernwurftreffer von Anne Jochin und Marlene Zapf, die erste
Gästeführung brachten (3:4/14.). Die Startviertelstunde atmete
Spannung, die noch anwuchs als Natalie Hagel, zum Strafwurf
eingewechselt, Iveta Luzumovas Wurf glänzend parierte. 5:4, das
Resultat nach 17 Minuten sprach Bände. Erst eine energische
1:1-Aktion von Alexandrina Barbosa und ein schöner Hüftwurf von
Iveta Luzumova brachten den Thüringerinnen erstmalig eine
Drei-Tore-Führung. Doch das Spiel blieb hoch spannend, vor allem
Naira Egozkue Extremado mit beeindruckender Dynamik von Außen und
vom "Punkt" kämpfte den TSV heran. Mit einem Treffer ins
Toreck hatte Kim Naidzinavicius nach einem Fünf-Tore-Lauf in der 27.
Minute die Gäste wieder in Führung gebracht. Der THC konterte zwar
und ging seinerseits mit 12:11 in Führung, kurz vor dem Pausensignal
hatten die Werkselfen durch einen Treffer von Kim Naidzinavicius die
Führung wieder zurückerobert (12:13/30.). Erst vier Sekunden vor
dem Abfiff rettete Sandy Barbosa mit einer nochmals schönen
Einzelleistung das Halbzeit-Remis. Der THC startete mit Druck in die
zweite Halbzeit, Anja Althaus am Kreis freigespielt, traf. Im
nächsten Angriff scheiterte Sandy Barbosa völlig frei an Salamakkha
im TSV-Gehäuse und Kim Naidzinavivius war wiederum mit dem
15:15-Ausgleich zur Stelle und Marlene Zapf brachte ihr Team mit
sehenswertem Sprungwurf in Front. Der THC glich aus und ging
seinerseits nachdem Kim Naidzinavius nur den Pfosten des THC-Gehäuses
traf, wieder in Führung. Doch Leverkusen war hellwach und hatte
heute mit Naidzinavizius, Zapf und Jochin die besseren
Fernwurfschützen, gegen die auch die jetzt eingewechselte Maik März
keine Mittel fand. 22:20 aus Gästesicht zeigte die Anzeigetafel in
der 46. Spielminute. Nadja Nadgornaja, seit der 21. Minute ohne
Torerfolg, versuchte es mehrfach mit der Brechstange. Nur Iveta
Luzumova hielt den THC noch auf Tuchfühlung. Das Spiel wurde
zunehmend hektischer und Anja Althaus kassierte nach einem Foul an
Desiree Comans zwei Strafminuten. Da lag Leverkusen bereits mit 25:23
vorn. Das Spiel schien gelaufen - dann lief Extremado zum Ball-Klauen
durch den Mittelkreis und kassierte ebenfalls zwei Minuten.
Gewaltwurf von Nadgornaja - und im nächsten Angriff nach gehaltenem
Ball von Jana Krause setzte Sonja Frey den 26:27 Anschlusstreffer.
Jetzt kocht die Halle. 1:18 Minuten noch zu spielen, Iveta Luzumova
setzt den Ball an die Latte den Abpraller erkämpft sich Danick
Snelder, wird gefoult, Strafwurf. Sandy Barbosa geht an die Linie und
verwandelt ihren ersten Strafwurf im THC-Dress und hat damit nach
weiteren 35 Sekunden aufopferungsvoller Abwehrarbeit unter dem Jubel
der vollbesetzten Salza-Halle das Pokal-Aus für den THC abgewendet.
Mit 27:27 geht es in die Verlängerung und wieder bringt Zapf die
Gäste nach vorn. Engel gleicht mit schönem Heber über Salamakkha
sofort wieder aus. Aber dann, nach einem Pfostenwurf von Nadgornaja,
können die Gäste wieder jubeln. Jochin aus dem Rückraum und Seidel
haben wieder zwei Tore vorgelegt und der THC mobilisiert die letzten
Kräfte, um noch einmal heranzukommen. Die Nerven werden jetzt
maximal strapaziert, nach einer lautstarken Reaktion auf eine
Schiedsrichterentscheidung von der Bank, erhält der THC eine weitere
Zeitstrafe, jetzt muss der Gastgeber mit 5 gegen 6 schon ein
Handballwunder vollbringen, will er hier das Blatt wenden. Wiederum
ist es Kim Naidzinavicius, die das 32:30 erzielt und kurz darauf noch
auf 33:30 erhöht, jetzt glaubte wohl niemand mehr an einen Erfolg
des eigenen Teams. 1,5 Minuten vor dem Ende trifft Nadja Nadgornaja
noch einmal den Pfosten, Sandy Barbosa scheitert zum zweiten Mal
allein vor Salamakkha, der schöne Außentreffer von Sonja Frey zum
32:34 ist nur noch Kosmetik, danach jubeln die Werkselfen und ihr
Anhang berechtigt, nach einem ganz starken Auftritt ihres Teams.
Halbzeit: 13:13.
Schiedsrichter: Hanspeter
Brodbeck, Simon Reich.
Zuschauer: 910 (Salza-Halle).
Siebenmeter: THC 5/7, Bayer 2/2.
Zeitstrafen: THC 5, Bayer 1.
Thüringer HC: Krause, März,
Eckerle – Nadgornaja (5/1), Frey (4), Smeets (1), Snelder, Luzumova
(5/1), Engel (3), Althaus (3), Blase, Mietzner (1), Barbosa (10/3).
Bayer: Hagel, Salamakha – Zapf
(8), Seidel (2), Extremado (5/2), Verschuren, Latakaite-Willig (1),
Glankovicova, Naidzinavicius (8), Jochin (8), Jörgens, Comans (2).
25.Jan.14 / Bernd Hohnstein