Hinspiel verloren
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 15. November 2020
HANDBALL EHF EL: Thüringer
HC – HSG Blomberg-Lippe 27:31
Bad Langensalza. (14.Nov.20/ Martin Holzheier) Der Thüringer HC musste sich in
eigener Halle der HSG Blomberg-Lippe mit 27:31 geschlagen geben. Die
schnelle Führung zu Beginn der Partie konnte der THC nicht
verteidigen. Die Gäste überzeugten mit ihrem Tempospiel, einer
stark agierenden Melanie Veith im Tor und holten sich verdient den
Sieg. Lydia Jakubisova und Nina Neidhart erzielten je fünf Tore für
den THC. Mit elf Treffern war Malina Marie Michalczik erfolgreichste
Torschützin aufseiten der HSG Blomberg-Lippe. In der dritten Runde
um die Qualifikation für die Gruppenphase der EHF European League
der Frauen trafen in einem rein deutschen Duell der Thüringer HC und
die HSG Blomberg Lippe aufeinander. Nach den vielen Absagen anderer
Spiele ist dieses Spiel zum Glücksfall für beide Mannschaften
geworden. Mit dem Ziel, sich ein beruhigendes Polster für das
Rückspiel zu erspielen, liefen die Gastgeberinnen in der Salza-Halle
auf. Verzichten musste der THC auf die langzeitverletzten Meike
Schmelzer und Ines Khouildi. Alle anderen Spielerinnen nahmen auf der
Bank Platz. Mit einem schnellen Tor brachte Marketa Jerabkova ihre
Mannschaft in Führung, während Marie Skurtveit Davidsen die ersten
beiden Angriffe der Blombergerinnen kassierte. Erst Nele Franz konnte
sie per Strafwurf überwinden. Nach fünf Minuten war es nochmals
Nele Franz, die den Ausgleich zum 3:3 erzielte. Der THC hatte in
dieser Phase nichts gegen zu setzen. Vor allem im Angriff unterliefen
den Thüringerinnen zu viele einfache Fehler. Die Gäste nutzten vorn
die sich ergebenden Chancen und gingen nach acht Minute mit 5:3 in
Führung. Die Thüringer Frauen bekamen die mit hohen Tempo
vorgetragenen Angriffe der Gäste nicht unter Kontrolle. Beim Stand
von 6:9 reagierte Herbert Müller und sah sich zur ersten Auszeit
gezwungen. Lautstark zeigte er sich mit Angriff und Abwehr nicht
einverstanden. Das Unterzahlspiel, Lisa Rajes Bormann musste auf der
Bank der Gäste pausieren, glichen die Gäste durch den Einsatz der
siebten Feldspielerin aus. Den THC erwischte es im nächsten Angriff,
Emma Ekenman-Fernis kassierte eine Zeitstrafe. Im Angriff des THC
wollte nichts gelingen, die Gäste bauten ihren Vorsprung auf vier
Tore aus. Lobte Herbert Müller im letzten Spiel den Angriff seiner
Mannschaft, verzweifelte er heute über die vielen vergebenen
Chancen. Nachdem Laura Rüffieux eine Zeitstrafe erhalten hatte, kam
der THC in der 22.Minute durch einen erfolgreichen Strafwurf von
Marketa Jerabkova wieder auf ein Tor zum 11:12 heran. Die
Blombergerinnen ließ sich davon nicht beeindrucken und legte durch
Treffer von Kamila Kordovska wieder zwei Tore vor. Fünf Minuten vor
dem Halbzeitpfiff legte Steffen Birkner seine grüne Karte. Von
seiner Mannschaft forderte er wieder mehr Druck im Angriff. Die
Strafwurftore von Marketa Jerabkova und die Paraden von Petra Blazek
hielten den THC weiter im Spiel. Die HSG hielt das Tempo hoch und
agierte deutlich aggressiver im Spiel. Mit dem Halbzeitpfiff erhöhten
die Gäste ihren Vorsprung wieder auf drei Tore. Mit einem knappen
Rückstand von 14:17 ging es für die Gastgeberinnen in die Kabinen.
Nach Wiederanpfiff zur zweiten Spielhälfte ging der erste Wurf der
Gäste an den Pfosten und Marketa Jerabkova scheiterte an Melanie
Veith im Tor der Gäste. Die Zeitstrafe für Ann Kynast nutzte dem
THC wenig. Die sich ergebenden Chancen im Überzahlspiel ließ der
THC liegen. Nach 35 gespielten Minuten legte die HSG erstmals fünf
Toren vor. Nachdem Josefine Huber eine Zeitstrafe erhielt, probierte
Herbert Müller das Spiel ohne Torhüterin. Die Lipperländerinnen
wussten auf der Gegenseite immer eine Antwort auf die THC-Tore. Nach
zehn Minuten der zweiten Halbzeit war ein spielentscheidender
Vorsprung von sechs Toren herausgespielt (16:22). Jede Schwäche des
THC wurde verwertet und ausgenutzt. Während Josefine Huber ihre
zweite Zeitstrafe absitzen musste, führte Blomberg den THC
phasenweise regelrecht vor. Nach einer weiteren Zeitstrafe gegen
Mariana Ferreira Lopes bauten die Gäste ihren Vorsprung in doppelter
Überzahl auf 18:25 aus. Folgerichtig nahm Herbert Müller seine
nächste Auszeit. Die Gäste zogen weiter ihr Tempospiel durch und
bauten langsam ihren Vorsprung aus. Der THC schaffte es einfach
nicht, den nötigen Druck im Angriff aufzubauen, und ließ vorn
einfache Torchancen liegen. In der Abwehr schwer erkämpfte Bälle
ließen sich die Frauen des Gastgebers im Tempogegenstoß wieder
abnehmen. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff führten die HSG-Damen
mit sechs Toren (22:28). Malina Marie Michalczik erzielte mit ihrem
zehnten Treffer das 23:29. Die letzten fünf Spielminuten versuchte
der THC das Spiel an sich zu reißen, jedoch ohne messbaren Erfolg.
Mehr als eine Verbesserung der Tordifferenz zum 27:31-Entstand war
nicht drin. In der kommenden Woche treffen beide Teams nochmals
aufeinander, da muss schon ein großes Wunder geschehen, um weiterhin
auf internationalem Parkett spielen zu können. Auf Herbert Müller
wartet in der kommenden Woche neben dem Mittwochspiel gegen die TuS
Metzingen noch viel Arbeit, um das
Team für das Rückspiel am
kommenden Samstag vorzubereiten.
Halbzeit: 14:17.
Schiedsrichter: Viktorija
Kijauskkaite (LTU), Ausra Zaline (LTU).
Zuschauer: keine (Salza-Halle).
Siebenmeter: THC 2/2, Blomberg
5/5.
Zeitstrafen: THC 5, Blomberg 5.
Thüringer HC: Davidsen, Blazek
– Lopes, Ekenman-Fernis 4, Scheffknecht 1, Iskit 2, Großmann,
Rühl, Kündig 3, Jakubisova 3, Huhnstock, Neidhart 5, Jerabkova 5/2,
Huber 4.
Blomberg: Andresen, Veith –
Rüffieux 4, Kynast 4, Jongenelen, Bormann-Rajes 1, Wenzel,
Kordovska, Agwunedu, Reiche 3, van Wingerden, Franz 6/4, Hartstock,
Michalczik 11, Schoenaker 2/1.
thueringer-hc
14.Nov.20 / Martin Holzheier - Foto: Christian Heilwagen (Archiv)