Hartes Stück Arbeit wartet
Geschrieben von
y4u am
Mittwoch, 28. Oktober 2009
BUNDESLIGA VORSCHAU: Thüringer HC – VfL Oldenburg
Erfurt. (27.Okt.09/ Marco Welsch) Mit dem VfL Oldenburg kommt im vorgezogenen Spiel des 7. Spieltages eines der erfolgreichsten deutschen Mannschaften der letzten Jahre nach Thüringen. Der Thüringer HC will am Mittwoch ab 19.30 Uhr den Norddeutschen Paroli bieten. Ein wenig trauert Dago Leukefeld dem doppelten Punktverlust in Blomberg hinterher: „Wir haben in der Deckung sehr schlecht begonnen, haben alles was wir uns vorgenommen haben nicht umsetzen können. Wir haben völlig körper- und emotionslos verteidigt. Es ärgert mich, dass wir immer nochmal eine Außensteuerung brauchen, um dann die Taktik durchzuziehen.“ Dies war nach 15 Minuten der Fall, das Team begann endlich Handball zu spielen und der THC kämpfte sich auf einen Treffer heran. Durch Zeitstrafen und den fehlenden Alternativen gab es aber wieder einen größeren Rückstand. „Da waren der Ausfall von Julia Jurack, Marielle Bohm und Shenia Minevskaja nicht zu kompensieren. Vor Jule ziehe ich aber meinen Hut, dass sie trotz ihrer heftigen Migräne auf die Zähne biß und sich in den Dienst der Mannschaft stellte“, so Leukefeld. Da schien Jurack auch ihre Mitspielerinnen mitgerissen zu haben und der THC spielte munter mit, kam zum Ausgleich. „Leider verloren wir in dieser Phase Alexandra Uhlig und hatten mit einem Lattentreffer von Petra Starcek Pech“, sagt der THC-Trainer. „Blomberg erzielte dann die entscheidenden Tore zum letztendlich verdienten Erfolg.“ Nun kommt der amtierende Pokalsieger als Favorit in die Salza-Halle. Oldenburg ist in den letzten Jahren wirtschaftlich enorm gewachsen, hat den Anspruch unter die ersten vier zu kommen. Das schlägt sich auch im Personal nieder. Spielerinnen wie Angie Geschke, Sabrina Neuendorf, die Russinnen Tatiana Surkova (Tor) und Natalja Parchina sowie Neu-Nationalspielerin Wiebke Kethorn prägen das Spiel. „Jetzt kamen mit Anita Herr eine ungarische Linkshänderin hinzu. Außerdem "lief" dem VfL die deutsche Nummer eins auf Rechtsaußen, Ulrike Stange vom HC Leipzig förmlich zu“, meint Leukefeld. „Sie wollte näher an ihren Lebensgefährten Per Mertesacker (Fußballprofi bei Werder Bremen) sein. Dieses Glück gehört auch dazu.“ In den letzten Jahren waren die Spiele Thüringer HC gegen VfL Oldenburg immer Saisonhighlights. Dort war immer was los und es wurde guter Sport geboten. Mit welchem Personal Dago Leukefeld diesmal auflaufen kann steht erst kurz vor dem Anpfiff fest. „Hinter Alex Uhlig und Marielle Bohm stehen sehr dicke Fragezeichen. Die Tendenz geht eigentlich zum Nichteinsatz. Der Schmerzverlauf wird entscheidend sein“, so Dago Leukefeld. „Vielleicht gehen ein paar Minuten zur Entlastung der Mitspielerinnen.“ Auf diese kommt es nämlich an. Der THC-Trainer muss erneut umbauen, wird im Innenblock erneut eine neue Formation finden müssen. „Jetzt müssen sich die Spielerinnen von der Bank beweisen, müssen zeigen, dass sie dem Anforderungsprofil in der Bundesliga entsprechen“, so Leukefeld. Das haben Petra Starcek und Ulrike Jahn bereits in Blomberg getan. „Vor allem Uli hat Lehrgeld bezahlt, sich aber nicht entmutigen lassen!“ Die Salza-Halle wird wie immer gut gefüllt sein. "Es gibt aber noch Karten an der Abendkasse. Wir brauchen unsere Fans wie in jedem Heimspiel.", freut sich Leukefeld wieder auf die einmalige Stimmung. „Es müssen einige Spielerinnen wieder über sich hinauswachsen damit wir unsere Außenseiterrolle nutzen können. Wichtig wird sein, wie wir in der Deckung das Oldenburger Angriffsfeuerwerk unterbinden.“
27.Okt.09 / Marco Welsch