Fluch gebrochen
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 18. September 2021
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer HC – TuS Metzingen 31:23
Bad
Langensalza. (17.Sep.21/ Bernd Hohnstein) Mit einer überzeugenden
Leistung gewann der Thüringer HC mit 31:23 gegen den TuS Metzingen.
Nach einem schwachen Start mit Vorteilen bei den Gästen dreht der
THC das Spiel und zeigte über 45 Minuten sehenswerten Handball in
Angriff und Abwehr. Das hohe Tempo konnten die Gäste zeitweise nicht
mitgehen. Beste Werferinnen waren Anika Niederwieser und Lamprini
Tsakalou (THC) und Katarina Pandza (TuS) mit je fünf Toren.
Metzingen machte zu Beginn Druck und ging nach einer Minute in
Führung. Auf der Gegenseite netzte Dominika Zachova von der
Strafwurflinie zum 1:1 ein. Damit war das Abtasten eigentlich schon
beendet. Der THC kassierte schon in der dritten Minute die zweite
Verwarnung. Der erste Abspielfehler des THC wurde sofort zur erneuten
Führung genutzt, Dagmara Nocun traf per Tempogegenstoß, genau das
wollte Herbert Müller unterbinden. Die TusSies standen offensiv in
der Abwehr, störten früh und griffen nicht gerade zimperlich zu.
Daraus folgte die erste Zeitstrafe der Gäste, Dagmara Nocun musste
auf die Bank. Die Gastgeberinnen konnten ihr Überzahlspiel nicht
nutzen, im Gegenteil, Metzingen ging mit 2:4 in Führung und bauten
diese bis zur zehnten Minuten auf 5:3 aus. Die Schwäbinnen zeigte
genau das schnelle Umschaltspiel, vor dem der THC-Trainer gewarnt
hatte und sein Team tat sich sichtlich schwer damit. In der 16.Minute
zeigte Marlene Kalf Nerven, als sie ihren ersten Siebenmeter für die
Gäste verwarf. Es folgten im Doppelpack zwei THC-Tore zum 6:7. Rinka
Duijndam lief inzwischen zur Höchstform auf und zeigte mehrere
Paraden, mit denen sie ihre Mannschaft im Spiel hielt. Kerstin Kündig
dankte es ihr und netzte zum 7:7 ein. Das reichte Edina Rott und sie
rief ihr Team zehn Minuten vor dem Pausenpfiff an die Seitenlinie.
Der THC legte nun vor, Metzingen musste ausgleichen. Innerhalb von
vier Minuten baute der THC die Führung auf drei Tore aus (11:8).
Anika Niederwieser zeigte eine tolle Leistung in der Abwehr und traf
aus dem Rückraum. Knapp vier Minuten vor der Pause zog Herbert
Müller die grüne Karte. In seiner Ansprache wirkte er nicht ganz
unzufrieden. Den vergebenen Strafwurf von Dominika Zachova,
kompensierte die starke Abwehr und der sehenswerte Treffer vom Kreis
durch Annika Meyer zum 13:9. Zur Halbzeitpause lagen die
Gastgeberinnen mit 13:10 vor. Der Thüringer HC kam offensiv aus der
Kabine und nutzte seine Chance, die Führung auf vier Tore
auszubauen. In der Abwehr aggressiv agierend, kassierten erst Lydia
Jakubisova, dann Anika Niederwieser je eine Zeitstrafe. In doppelter
Unterzahl fiel der fünfzehnte THC-Treffer. Zudem parierte Rinka
Duijndam einen Tempogegenstoß. Nach knapp sechs Minuten lag der THC
mit 17:11 vorn. Die THC-Frauen, waren im Spiel. Die Gäste hatte in
dieser Phase wenig entgegenzusetzen. Edina Rott reagierte und nahm
nach dem Treffer durch Miranda Schmidt-Robben zum 18:11 in der 37.
Minute das Team Timeout. Dieses zeigte mit zwei Treffern in Folge
Wirkung. Das schien die Gastgeberinnen zu beflügeln und so stand
nach 40.Minuten ein 21:13 auf der Anzeigetafel. Weitere vier Minuten
später traf Anika Niederwieser zum 23:13. Ein Zehntorevorsprung
gegen die TusSies hätte vor dem Spiel sicher keiner erwartet. Mitte
der zweiten Halbzeit nahm Herbert Müller beim Stand von 25:15 eine
weitere Auszeit. Die österreichische Nationalspielerin in den Reihen
der Schwäbinnen, Katarina Pandza, verwarf den zweiten Strafwurf für
die Gäste. Das Spiel verlief für die Gastgeberinnen nach Maß. Mit
zehn Toren Abstand in die Schlussphase zu gehen war ein komfortabler
Vorsprung und dennoch kein Grund, sich auszuruhen. Die Gäste
versuchten aus jedem Fehler des THC den eigenen Torerfolg zu machen.
Schon jetzt konnte man sagen, dass der "Eurosport-Fluch"
gebrochen war. Sechs Minuten vor dem Abpfiff erzielte Jennifer Rode
von der Strafwurflinie das 29:19. Die Konzentration ließ nun nach
und so kamen die Gäste zu vier weiteren Toren. Beim Stand vom 31:23
ertönte die Schlusssirene. Mit dem Sieg zog der THC in der Tabelle
an Metzingen vorbei. Die Thüringerinnen sind vor dem Spiel gegen
Blomberg, am nächsten Freitag wieder im Soll.
Halbzeit: 13:10.
Schiedsrichter:Christian vom Dorff, Fabian vom Dorff.
Zuschauer: 800
(Salza-Halle).
Siebenmeter: THC
4/6, TuS 4/6.
Zeitstrafen: THC 4,
TuS 4.
Thüringer HC:Kuske, Blazek, Duijndam – Meyer 3, Tanabe, Zachova 3/2, Iskit 1,
Niederwieser 5, Szekerczes, Tsakalou 5, Kündig 4, Jakubisova 2, Rode
2/2, Huber 2, Schmidt-Robben 4.
Metzingen: Roth,
Nilsson – Kalf 4/3, Pandza 5/1, Degenhardt, Albek 2, Östlund 1,
Svenson 4, Bergfeld, Weigel, van der Baan, Hübner 1, Brons Petersen
2, Obradovic, Nocun 2.
thueringer-hc
17.Sep.21 / Bernd Hohnstein - Foto: Franziska Braun (Archiv)