Fliegender Holländer
Geschrieben von
y4u am
Donnerstag, 13. Juni 2013
RADSPORT: 38.
Internationale Thüringen Rundfahrt
Streufdorf. (13.Jun.13/ TeamSpirit) Trikotwechsel bei der Internationalen Thüringen
Rundfahrt: Nach dem 28 Kilometer langen Einzelzeitfahren von
Streufdorf übernahm der Niederländer Dylan van Baarle vom Rabobank
Development Team die Führung im Gesamtklassement. Seine Fahrzeit von
34:04,64 Minuten reichte zwar nur zu Platz drei in der Tageswertung,
aber er war mehr als eineinhalb Minuten schneller als Silvio
Herklotz, der vor dem Zeitfahren an der Spitze lag, aber nur 19
Sekunden Vorsprung auf van Baarle hatte. Einzelzeitfahren, das ist
der einsame Kampf gegen sich selbst, qualvoll, schmerzhaft, über die
Grenzen gehen. Man muss das Blut schmecken, will man zu den Besten
gehören. Die Stunde der Wahrheit wird sie genannt, weil sich in
diesem Wettkampf keiner im Peloton verstecken kann, sondern jeder auf
sich allein gestellt ist. Jede kleinste Schwäche, jeder Fahrfehler
rächt sich. Nur wer perfekt ausgerüstet ist, in der optimalen
aerodynamischen Haltung auf dem Rad sitzt, der hat eine Chance. Heute
entschied das Einzelzeitfahren von Streufdorf (Landkreis
Hildburghausen), wer am Ende bei der Thüringen Rundfahrt die Nase
vorn hat. Nach dieser Härteprüfung hat sich der Kreis der
potentiellen Rundfahrtsieger weiter reduziert. Und Hansen hat die
besten Chancen, auch weil er ein sehr starkes Team hinter sich weiß.
Sehr eindrucksvoll waren die Leistungen der australischen
Nationalmannschaft, die gleich drei Mann unter den besten Sechs
platzieren konnte. Campbell Flakemore, im Mai bereits Sieger des
Zeitfahrens der Olympia`s Ronde, fuhr mit 33:46,50 Minuten eine
absolute Fabelzeit und blieb als einziger Starter unter der
34-Minuten-Marke. "Ich mag Zeitfahren, dieses
An-die-Grenzen-Gehen, auch wenn ich in meiner Laufbahn noch nicht so
viele davon gewonnen habe", sagte Flakemore im Ziel. "Und
ich freue mich über diesen Sieg sehr, weil die Konkurrenz doch sehr
stark ist, hier in Thüringen." Sein Teamkollege und
Prologsieger Damien Howson war als Zweiter 16 Sekunden langsamer als
der Tagessieger; Adam Phelan belegte mit 34:54,15 Minuten Rang sechs
und rundete das tolle Ergebnis der Australier ab. Das Thüringer
Energie Team hat schon immer große Zeitfahrer hervorgebracht: Tony
Martin, amtierender Weltmeister der Elite, Patrick Gretsch (2008 und
2009 WM-Dritter der U23 und 2004 Junioren-Weltmeister) oder Marcel
Kittel, 2005 und 2006 Junioren-Weltmeister und 2007 Dritter der U23.
Und diese Tradition wurde auch beim Zeitfahren in Streufdorf
fortgesetzt, auch wenn es nicht zum Tagessieg reichte. Jasha
Sütterlin fuhr mit 34:30,43 Minuten die fünftschnellste Zeit von
allen und war bester deutscher Fahrer. Das war aller Ehren wert. Und
auch Maximilian Schachmann, der gestern mit einem Soloritt
beeindruckte, schaffte es mit 35:08,69 Minuten (10. Platz) noch unter
die Top Ten und verbesserte sich auch im Gesamtklassement vom 23. auf
den zehnten Platz. „Es hätte besser laufen können, ich habe mich
nicht hundertprozentig fit gefühlt“, sagte Jasha Sütterlin nach
dem Rennen, "aber ich habe alles gegeben." Auch Schachmann
war nicht ganz zufrieden, dabei hat er, genau wie Sütterlin,
bravourös gekämpft. „Es wäre mehr möglich gewesen, aber der
Soloritt von gestern steckte mir noch in den Knochen. Außerdem war
es heute extrem windig“, meinte Schachmann im Ziel. Anerkennende
Worte für ihre Leistungen fand Teamchef Jörg Werner. „Sie waren
heute die beiden besten Deutschen, haben es in diesem Feld der
absoluten Weltspitze unter die Top Ten gebracht, das kann sich sehen
lassen. Ich bin gespannt, wie sich beide in der Saison noch
weiterentwickeln werden“, meinte der Erfurter. Der bis heute im
Gesamtklassement führende Silvio Herklotz benötigte 35:53,16
Minuten. Das war ein gutes Ergebnis für den erst 19-Jährigen und
reichte zu Platz 17. Aber im Gesamtklassement musste er die Führung
an Dylan van Baarle abgeben, fiel auf Rang neun zurück. „Das macht
nichts, er ist noch jung, er hat alle Zeit, sich zu entwickeln“,
meinte sein Sportlicher Leiter Jochen Hahn.
Ergebnisse: 1. Campell Flakemore
(AUS/ Nationalteam) 0:33:46, 2. Damien Howson (AUS/ Nationalteam)
+16.20, 3. Dylan van Baarle (NED/ Rabobank) +18.14, 4. Lasse Norman
Hansen (DEN/ Nationalteam) +32.48, 5. Jasha Sütterlin (GER/
Thüringer Energie Team) +43.93, 10. Maximilian Schachmann (GER/
Thüringer Energie Team) +1.22.19, 15. Jan Brockhoff (GER/ Thüringer
Energie Team) +1.51.63, 44. Alex Frame (GER/ Thüringer Energie Team)
+2.54.84, 55. Jack Cummings (GER/ Thüringer Energie Team) +3.22.43,
58. Nikodemus Holler (GER/ Thüringer Energie Team) +3.28.42
13.Jun.13 / TeamSpirit