Entspannt, aber ehrgeizig
Geschrieben von
y4u am
Donnerstag, 29. März 2018
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer
HC
Erfurt. (29.Mrz.18/ Roman Knabe) Am Samstagabend, kurz vor dem verdienten
Osterfest, treten die THC-Damen in Bietigheim zum wohl brisantesten
Spiel der Saison an. Im fünften direkten Vergleich kann das
Müller-Team eine hochwichtige Vorentscheidung um den Meistertitel
erreichen. Anwurf der Partie erfolgt um 19 Uhr in der MHP-Arena
Ludwigsburg. Nach der Nationalmannschaftspause, die für die
THC-Spielerinnen auch eine Pause zwischen zwei Spitzenspielen ist,
steht die Mannschaft nunmehr vor dem Top-Spiel der Saison: Zweiter
gegen Erster, mehr geht nicht. „Der Sieg zuvor in Metzingen war
ganz ganz wichtig“, sagt Herbert Müller. „Nach einer schwierigen
ersten Halbzeit haben wir in Halbzeit zwei alles besser gemacht. Die
Mannschaft war dann von der ersten Minute präsent, hat aggressiv
gedeckt, in fünf Minuten einen Vier-Tore-Rückstand aufgeholt und
dann den Gegner relativ sicher bezwungen.“ Wichtig ist, dass wir
nun wieder in unseren Rhythmus kommen. Alle Spielerinnen sind gesund
aus ihren Nationalmannschaften zurück. Das war zum Teil alles sehr
stressig, für Meike Schmelzer und Dinah Eckerle, die für
Deutschland gegen Spanien spielten, Iveta Luzumova musste gegen
Dänemark ran, Beate Scheffknecht und Josephine Huber gegen Portugal.
Am Montag war die erste Hälfte, am Dienstag der Rest zurück. Montag
Regeneration, Dienstag das erste Training. „Wir haben die Pause
gut genutzt, um auch die angeschlagenen und verletzten Spielerinnen
wieder fit zu bekommen“, sagt der Trainer. Alexandra Mazzucco ist
nach langen Wochen gesund zurück im Team, Saskia Lang (Knie),
Gordana Mitrovic (Athletik)und Lydia Jakubisova (Achillessehne) haben
an ihrer Regeneration gefeilt. Auch Macarena Aguilar Diaz steht vor
einer eventuellen Wiederkehr. Jana Krause ist noch nicht ganz
schmerzfrei, nur Nina Schilk ist immer noch nicht einsatzfähig.
Dennoch geht der THC etwas entspannter, was den Kader betrifft, in
den Endspurt um den Meistertitel. Im Spitzenspiel liegt der Druck
nicht auf dem THC. „Bei fünf Punkten Vorsprung, gehen wir das ganz
entspannt an, auch wenn wir dort gewinnen wollen“, sagt Herbert
Müller. „Bietigheim muss gewinnen, wenn sie den Kampf um die
Meisterschaft noch einmal spannend machen wollen.“ Vorzeitige
Glückwünsche und Gedanken über eine frühe Vorentscheidung lehnt
Herbert Müller stets ab. „Dafür ist in dieser Saison schon zu
viel passiert. Nehmen wir nur mal Metzingen, als
Meisterschaftskandidat gestartet und derzeit auf Platz fünf.“
Trotzdem hat Müller ein entspanntes Lächeln parat, weil er der
Mannschaft für Bietigheim nicht den Druck, des dort
"Gewinnenmüssens" aufbauen muss. Das Duell THC gegen
Bietigheim, in dieser Saison die fünfte Auflage, hat bereits einen
Sieger, denn drei von vier Partien hat der THC zu seinen Gunsten
entschieden. Egal, wie nun die fünfte Partie ausgeht. Das Spiel ist
ein Vier-Punkte-Spiel: gewinnt der THC hat er sieben Punkte
Vorsprung, damit wäre wohl der Kampf um die Meisterschaft
vorentschieden. Verlieren die Müller-Damen, beträgt sein Vorsprung
immer noch drei Punkte und nur der THC kann aus eigener Kraft noch
Meister werden. Die Thüringerinnen nehmen die Herausforderung an,
immerhin, „es geht gegen ein Champion League Team, sagt der
Cheftrainer und „wir fahren dahin entspannt aber ehrgeizig.“
Herbert Müller ist zufrieden, auch weil das mit der
Tabellensituation so nicht vorauszusehen war, schon gar nicht nach
der frühen schweren Verletzung von Anne Hubinger, nach den langen
Verletzungspausen von Nina Schilk, Anika Niederwieser, Gordana
Mitrovic, Alexandra Mazzucco und Macarena Aguilar Diaz. Jetzt nimmt
er sogar mit einem Lächeln das Saisonende von Kerstin Wohlbold an,
die ihr erstes Kind erwartet. Für 2018/19 ist die Kaderplanung
abgeschlossen, so früh, wie lange nicht, und die Vorfreude auf die
neue Mannschaft mit jungen deutschen Nationalspielerinnen steht dem
Coach schon jetzt ins Gesicht geschrieben.
thueringer-hc
29.Mrz.18 / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC (Archiv)
Entspannt, aber ehrgeizig
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