Doppelmoral contra Fairplay
Geschrieben von
y4u am
Montag, 20. Juni 2011
FUSSBALL: Stadtklasse Erfurt
Erfurt. (18.Jun.11/ y4u) Fairness und Respekt sind Schlagworte, die auch im Sport gerne gebraucht werden, aber meistens wird bei deren Verwendung mit zweierlei Maß agiert. Selbst in den untersten Spielklassen, wo Fußball eigentlich nur Spaß machen soll, ist Fairplay in der Realität eher Auslegungssache. So setzte der in der 3. Stadtklasse beheimatete SV Liberal während eines Freundschaftsspiel einen nicht spielberechtigten Akteur ein, fand das völlig normal, genauso wie der Schiedsrichter und Gegner Fortuna Erfurt. Doch als der FC Rieth besagten Spieler beim nachfolgenden Vereinswechsel auf Grund dieses Einsatzes keine Freigabe erteilen wollte, berief man sich bei Liberal natürlich auf die sportliche Fairness, was auch sonst. Erschreckend ist dabei nicht der einzelne Verstoß gegen die Spielordnung, sondern wohl eher der kulante Umgang damit seitens der Vereine und des SFV. „Natürlich war das ein klarer Verstoß gegen die Spielordnung. Aber leider ist es in der Realität so, dass unberechtigte Einsätze in Freundschaftsspielen häufig vorkommen. Wir können auch nur handeln, wenn uns jemand offiziell darauf aufmerksam macht. Irgendwie gilt das Prinzip, wo es keinen Kläger gibt, ist auch kein Richter“ erklärte Benrd Ortlepp, Vorsitzender des Sportgerichts die Hilflosigkeit des SFV Fußball. Auch Vereine und Spieler sehen das gelassen, zumindest solange, wie man selbst profitiert. „Es ist nun einmal passiert. Außerdem war die Saison schon beendet, es ging ja nicht um Punkte und wir haben niemand geschadet. Deshalb glauben wir, uns auch keine Sorgen um Konsequenzen zu machen müssen“, hatte Matthias Kirsten, Vize beim SV Liberal Erfurt, seine spezielle Auslegung der Spielordnung zu dem Fall parat. Am Ende bleiben nur zwei, wohl eher traurige Wahrheiten. Regeln sind auch im unteren Amateurbereich nur etwas wert, wenn wenigstens der Verband an ihrer Durchsetzung interessiert ist. Zweitens fordert jeder gerne Fairplay ein, aber wenn es um eigene Interessen geht, ist den meisten die Hose bekanntlich näher als das Hemd.
18.Jun.11 / y4u