Derbysieg trotz schwerer Beine
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 26. März 2017
HANDBALL BUNDESLIGA: HC
Leipzig – Thüringer HC 27:31
Leipzig. (26.Mrz.17/ Bernd Hohnstein/ Roman Knabe) Im Spitzenspiel und
"Ost"-Derby besiegte der Thüringer HC den HC Leipzig mit
31:27. Der deutsche Meister trat ohne die Verletzten Jana Krause und
Szimonetta Planeta an und konnte Anika Niederwieser auf Grund ihrer
Schulterprobleme nur in der Abwehr einsetzen. Nach einer einseitigen
ersten Hälfte entwickelte sich in den zweiten 30 Minuten ein
temposcharfes und bis zum Schluss umkämpftes Spiel. Die meisten
Treffer erzielten Manon Houette (8) für den THC und Shenia
Minevskaja (7/4) für den HC Leipzig. Iveta Luzumova setzte sich im
ersten Angriff erfolgreich durch und netzte zum 1:0 für die Gäste
ein. Die Abwehr des Thüringer HC agierte offensiv mit einem stabilen
Innenblock. Dinah Eckerle startete mit einer Glanzparade gegen Shenia
Minevskaja, die von der Strafwurflinie scheiterte. Joanna Rode kam
auf der linken Außenbahn zum Erfolg und erzielte den Ausgleich (4.).
Dinah Eckerle parierte nur zwei Minuten später erneut gegen Shenia
Minevskaja, die es aus dem Rückraum versuchte. Vom Kreis netzte
Crina Pintea zur erneuten Führung ein. Doch jetzt zeigte auch die
Leipziger Abwehr Qualitäten - Macarena Aguilar Diaz setzte sich
dennoch durch und erhöhte weiter. Iveta Luzumova setzte zum 4:1 aus
Sicht des amtierenden Meisters nach und verwandelte den ersten
Strafwurf für die Gäste. Die Antwort folgte prompt, Luisa Sturm mit
dem Anschlusstreffer. Der HC Leipzig, in Unterzahl, verzichtete auf
Nele Kurzke im Tor. Der THC eroberte den Ball und Houette Manon
brachte den Ball zum 6:2 im leeren Leipziger Tor unter. Das war auch
bereits der zweite Treffer für die Französin. Nach dem ersten
Team-Timeout durch den HC Leipzig war es Katrin Engel, die den
nächsten Treffer markierte. Nele Reimer erzielte das 3:7 von der
7m-Linie und ließ der THC-Torhüterin keine Chance. Erneut zeigte
Dinah Eckerle eine tolle Reaktion, als sie den Tempogegenstoß von
Alexandra Mazzucco parierte. Das achte Tor wollte nicht fallen,
bereits vier Anläufe unternahm der Thüringer HC. Anne Hubinger mit
einem Hammer aus dem Rückraum, Dinah Eckerle mit ihrer fünften
Parade. Herbert Müller griff nun seinerseits zur grünen Karte
(15.). Wieder lief der Ball lange bis Beate Scheffknecht den nächsten
Versuch unternahm. Der Ball schlug knapp über dem Tor im Fangnetz
ein. Nun der HC Leipzig im Ballbesitz, Manon Houette hellwach
schnappte sich den Ball und startete den Tempogegenstoß und erzielte
nun das 8:3 für die Gäste. Nach einer weiteren Parade von Dinah
Eckerle bediente diese erneut die Französin zum Tempogegenstoß, die
nun zum 9:3 einnetzte. Shenia Minevskaja beendete mit dem 4:9 (18.) erst einmal die Torflaute der Gastgeberinnen. Iveta Luzumova
provozierte den Ballverlust der Leipzigerinnen und bediente die Außen
gestartete Manon Houette. Die hatte erneut nur Nele Kurzke vor sich
und netzt zum 10:4 ein. Jetzt trafen für Leipzig Tamara Bösch und
Alexandra Mazzucco im Doppelpack - der HCL war wieder auf vier Tore
Abstand herangekommen.(6:10/20.). Doch Meike Schmelzer antwortete
umgehend für die Gäste mit einem artistischen Treffer. Der dritte
THC-Strafwurf landete im Netz der Leipzigerinnen. Iveta Luzumova war
zum dritten Mal erfolgreich. Auf der Gegenseite erhielt der HC
Leipzig ebenfalls einen Strafwurf. Nele Reimer scheiterte an Dinah
Eckerle. Zum 14:7 für den Thüringer HC traf Meike Schmelzer vom
Kreis (25.). Manon Houette mit der vierten Balleroberung gegen
Alexandra Mazzucco. Den folgenden Angriff schloß Manon Houette, nach
Abpraller von Beate Scheffknecht, zum 15:7 ab (26.). Nun zog Norman
Rentsch das zweite Mal die grüne Karte. Noch knapp vier Minuten zu
spielen, Strafwuf für den HCL. Shenia Minevskaja knallt den Ball zum
8:15 unter die Latte. Meike Schmelzer netzte auf der Gegenseite ein,
Joanna Rode nur Sekunden später mit dem Anschlußtreffer (9:16/28.).
Dinah Eckerle immer wieder mit Achtungszeichen im Thüringer Gehäuse.
Manon Houette erhöht mit ihrem siebten Treffer zum 17:9 in der 29.
Minute der nächste Strafwurf für die Gastgeberinnen, Shenia
Minevskaja netzte ein. (10:17/30.). Der folgende Angriff kam nicht
mehr zum Erfolg, die Halbzeitsirene ertönte beim 17:10 für die
Gäste. Leipzig kam hellwach aus der Pause zurück und erzielte zwei
Treffer in Folge. Die Abwehr der Gastgeberinnen konnte jetzt die
Angriffe des THC, der weiter ohne echte Rückraumgefahr operierte,
besser lesen und jetzt gelangen auch Ballgewinne. Am Kreis kam jetzt
Hildigunn Einarsdottir zum Einsatz, die nur auf Kosten eines
Strafwurfes gebremst werden konnte. Die Leipzigerinnen kamen spielten
jetzt druckvoller und nun traf auch Anne Hubinger aus dem Rückraum.
Die Abwehr des THC war nicht mehr so aufmerksam und der HCL war in
der 39.Minute auf 17:22 herangekommen. Einem Durchbruchtreffer von
Macarena Aguilar folgte im Gegenangriff ein abgefälschter Ball von
Anne Hubinger, gegen den Dinah Eckerle ohne Chance blieb. Und die
Nationalspielerin legte gleich noch zum 19:23 aus Leipziger Sicht
nach. In dieser Phase dominierten die jungen Leipzigerinnen die
Partie und es war nicht verwunderlich, dass Tamara Bösch gleich noch
weiter verkürzen konnte. Das Spiel war offen und jetzt waren die
Routiniers in den Reihen des Deutschen Meisters gefragt. In der 45.
Minute traf Katrin Engel aus dem Rückraum zum 24:20 doch Treffer von
Shenia Minevskaja und Luisa Sturm brachten die Sächsinnen noch enger
heran (22:24/46.) Wiederum sorgte Katrin Engel mit einem
Strafwurftreffer für etwas Entlastung, aber das Publikum in der
Arena peitschte jetzt das eigene Team nach vorn und so war die
THC-Führung zehn Minuten vor dem Ende auf zwei Treffer
zusammengeschmolzen. Aus dem Rückraum der Gäste kam wenig Druck -
so kam der Treffer Beate Scheffknechts zum 26:23 schon fast ein wenig
erlösend. Und im Gegenzug half dann das Glück den Thüringerinnen.
Der Wurf von Joanna Rode landete am Torpfosten. Macarena Aguilar
konnte mit einem ihrer dynamischen Durchbrüche auf 27:23 erhöhen,
doch nach einem gefühlt dreiminütigen Angriff des HCL gelang Nele
Reimer mit einem sehenswerten Fernwurftreffer das 24.HCL-Tor. Beide
Teams kämpften jetzt aufopferungsvoll und bis in die letzten zwei
Minuten blieb die Spannung erhalten. Katrin Engel traf von
Rechtsaußen - Luisa Sturm für Leipzig netzte von der Kreismitte
ein. Den Schlusspunkt zum letztlich verdienten Erfolg über ein in
der zweiten Hälfte bravourös spielendes und kämpfendes HCL-Team,
konnte Meike Schmelzer mit dem 31:27 setzen.
Halbzeit: 10:17.
Schiedsrichter: Martin Thöne,
Marijo Zupanovic.
Zuschauer: 2692 (Arena Leipzig).
Siebenmeter: HCL 5/7, THC 4/4.
Zeitstrafen: HCL 5, THC 2.
Thüringer HC: Eckerle, Szott –
Scheffknecht (1), Pintea (1), Schmelzer (5), Niederwieser, Diaz (4),
Luzumova (6/2), Engel (5/2), Houette (8), Jakubisova (1), Kiedrowski,
Wohlbold.
HC Leipzig: Kutzke, Roth –
Mazzucco (2), Einarsdottir, Bösch (2), Hubinger (5), Reimer (2/1),
Minevskaja (7/4), Sturm (4), Urbicht (2), Rode (3), Weise.
http://www.thueringer-hc.de/de/
26.Mrz.17 / Bernd Hohnstein / Roman Knabe - Foto: Thüringer HC