Das Wunder blieb aus
Geschrieben von
y4u am
Montag, 09. März 2020
HANDBALL EHF-CUP: Thüringer
HC – RK Podravka Vegeta 28:34
Nordhausen. (08.Mrz.20/ Martin Holzheier/ Bernd Hohnstein/ Andreas Hofmann) Im
Rückspiel des Viertelfinales im EHF-Cups trennten sich der Thüringer
HC und RK Podravka Vegeta 28:34. Damit zieht der kroatische Meister
verdient in das Halbfinale des EHF-Cups ein. Die internationale Reise
des Thüringer HC ist dagegen für diese Saison beendet. Der THC
begann schnell, musste sich im weiteren Spielverlauf dem Druck der
Gäste und aufgrund zu vieler eigener Fehler geschlagen geben. Beste
Torschützin aufseiten des Thüringer HC war Emily Bölk mit neun
Treffern. Für die Gäste waren Lamprini Tsakalou und Dijana Mugosa
mit je sechs Toren erfolgreich. Nach der Niederlage im Hinspiel mit
vier Toren, wollte der THC zeigen, dass sie mit Kampfgeist und den
Fans im Rücken das Wunder von Nordhausen schaffen können. Auch das
sie bereit sind, um den Einzug ins Halbfinale des EHF-Cups zu
kämpfen. Den ersten Angriff konnte Emily Bölk unter dem passiven
Vorzeichen erfolgreich abschließen. Nach fünf gespielten Minuten
glichen die Gäste durch Aneja Beganovic auf 2:2 aus. Alicia Stolle
traf, von der für sie ungewohnten Kreisspieler-Position, zum 5:3.
Den ersten Siebenmeter des Spiels verwandelte Beate Scheffknecht in
der zehnten Minute sicher zum 7:5. Zwei Minuten später gingen die
Gäste aus Kroatien mit drei Treffern in Folge das erste Mal mit 7:8
in Führung. Es klemmte im Angriff der Thüringerinnen und die Abwehr
stand nicht wie gewohnt dicht. In der dreizehnten Minute kassierte
Alicia Stolle die erste Zeitstrafe, das Überzahlspiel nutzten die
Gäste, um die Führung auf zwei Tore auszubauen (8:10). Almudena
Rodriguez hatte zweimal Pech und traf nur den Pfosten. Damit war eine
mögliche Führung der Thüringerinnen in dieser Phase vergeben. Zehn
Minuten vor der Pause stand ein 12:14 auf der Anzeigetafel, die
nötigen fünf Tore Vorsprung waren in weiter Ferne.Herbert Müller
nahm daraufhin seine erste Auszeit und zeigte sich mit den bislang
gezeigten Leistungen höchst unzufrieden. Der deutsche Vizemeister
verkürzte auf 13:14, bevor Emily Bölk zwei Minuten auf die Bank
beordert wurde. Den fälligen Strafwurf der Kroatinnen konnte
Ann-Cathrin Giegerich entschärfen. Beate Scheffknecht machte es auf
der Gegenseite besser und schaffte in der 26. Minute wieder den
Ausgleich zum 14:14 von der Strafwurflinie. Eine Minute vor dem
Halbzeitpfiff legte Zlatko Saracevic, beim Stand von 15:15, seine
erste grüne Karte. In seiner Ansage fand er scheinbar die richtigen
Worte und die Gäste gingen mit zwei Toren Vorsprung in die Kabine
(15:17). Dem Thüringer HC stand nun vor der schweren Aufgabe, in der
zweiten Halbzeit sieben Tore aufzuholen. Es musste also ein Wunder in
Nordhausen her. Emily Bölk eröffnete die Torstatistik der zweiten
Halbzeit. Ihre Gegenspielerin Ana Turk bekam für ihr hartes
Einsteigen eine Zweiminutenstrafe. Alicia Stolle gelang der Ausgleich
zum 17:17, die Gäste hatten jedoch sofort die Antwort parat. Im
Angriffsspiel war nach acht Minuten der zweiten Halbzeit wieder der Wurm
drin. Die Thüringerinnen vergaben den Ball leichtsinnig oder trafen
neben das Tor. Folgerichtig konterten die Gäste ein ums andere Mal
und blieben dank erfolgreichen Abschluss in Führung. Obwohl die
Kroatinnen durch Zeitstrafen in Unterzahl spielten, zog der THC für
sich keinen Nutzen. Nach 42 Minuten war man zwar immer noch auf ein
Tor ran, für den Einzug ins Halbfinale war es doch nur ein
ernüchterndes 19:20. Herbert Müller war an der Seitenlinie am
verzweifeln und zeigte dies mehr als deutlich. Ihm blieb keine
Möglich des Eingreifens und so legte er die nächste grüne Karte.
Die Ansprache an seine Spielerinnen war ungewohnt laut und flehend,
er wollte wenigstens das Spiel gewinnen. Emily Bölk erhielt Mitte
der zweiten Spielhälfte ihre nächste Zeitstrafe, welche die Gäste
nutzen, um mit 22:24 in Führung zu gehen. Das Angriffsspiel der
Thüringerinnen lief einfach nicht rund und hinten wurden zu einfache
Tore kassiert. Es waren noch knapp zehn Minuten zu spielen, als
Zlatko Saracevic sein zweites Timeout einforderte. Er schien davon
überzeugt, dass seine Frauen das vom THC erhoffte Wunder von
Nordhausen verhindern und als Siegerinnen vom Platz gehen würden.
Die Fans der Roten Wand unterstützen den Thüringer HC weiterhin
lautstark, aber das allein genügte nicht. RK Podravka Vegeta zeigte
in der Schlussphase, wie schneller Handball gespielt wird und ging
fünf Minuten vor dem Abpfiff mit sechs Toren in Führung. Der THC
wehrte sich verbissen, aber es reichte nur zur Ergebniskosmetik. Am
Ende gewann RK Podravka Vegeta, auch in dieser Höhe verdient, mit
34:28 und zieht damit ins Halbfinale um den EHF-Cup ein.
Halbzeit: 15:17.
Schiedsrichter: Andrej Budzak,
Michal Zahradnik (SVK).
Zuschauer: 1300
(Wiedigsburghalle).
Siebenmeter: THC 3/4, Podravka
0/2.
Zeitstrafen: THC 3, Podravka 5.
Thüringer HC: Davidsen,
Giegerich – Lopes 3/1, Scheffknecht 6/2, Mazzucco, Rodriguez,
Sazdovska 1, Stolle 3, Bölk 9, Großmann, Biltoft, Mässing 2,
Jakubisova 4.
Podravka: Risovic, Ecimovic –
Turk 2, Beganovic 2, Karlovcan 2, Popovic, Dzono 2, Milosavljevic 5,
Mugosa 6, Franusic, Stanko 1, Gjorgjijevska 2, Tsakalou 6, Benko 2,
Carlos 4.
thueringer-hc
08.Mrz.20 / Martin Holzheier / Bernd Hohnstein / Andreas Hofmann - Foto: Trautvetter (Archiv)