Chance gewahrt
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 01. März 2020
HANDBALL EHF-CUP: RK
Podravka Vegeta – Thüringer HC 27:23

Koprivnica. (01.Mrz.20/ Andreas Hofmann) Der Thüringer HC verliert mit 27:23
gegen RK Podravka Vegeta in Koprivnica. In der Startphase taten sich
die Gäste extrem schwer und Herbert Müller musste früh sein erstes
Team Timeout nehmen. Im weiteren Spielverlauf kämpfte sich der THC
bis auf ein Tor heran, konnte den Kroatinnen nicht das eigene Spiel
aufzwingen. Mit zu vielen einfachen technischen Fehlern gelang es
nicht, das Spiel zu drehen. Podravka bestrafte gerade die
Ballverluste durch schnelle Gegentore und sicherte sich den Erfolg im
Hinspiel. Vier Tore sind im Handball nicht die Welt und so wahrt der
THC die Chance für das Rückspiel in der kommenden Woche. Lamprini
Tsakalou traf neun Mal für die Gastgeberinnen. Für den Thüringer
HC erzielten Mariana Ferreira Lopes und Beate Scheffknecht je sechs
Tore. RK Podravka Vegeta hatte Anwurf, Dejana Milosavljevic netzte
bereits im ersten Angriff von Außen zum 1:0. Der erste Angriff
aufseiten der Gäste blieb torlos. Bereits in der dritten
Spielminute erhöhte Ana Turk zum 4:0. Darauf zückte Herbert Müller
die erste grüne Karte und versuchte seinen Damen Mut zuzusprechen.
Den ersten Strafwurf im Spiel verwandelte Beate Scheffknecht sicher.
Die Abwehr von Podravka Vegeta packte von Beginn an ordentlich zu und
Beate Scheffknecht netzte den zweiten Strafwurf zum 5:2. Der
Thüringer HC agierte in der Anfangsphase nervös und unkonzentriert.
Daraus leiteten sich technische Fehler und ungenaue Würfe auf das
Tor der Kroatinnen ab. In der siebten Minute erhielt Emily Bölk die
erste Zeitstrafe wegen Stoßens und der fällige Strafwurf wurde
sicher verwandelt. In Überzahl und gegen eine löchrige Abwehr
setzte sich der Gastgeber in der achten Minute auf 8:2 ab. Die recht
harmlosen Angriffe verschafften Podravka Ballgewinne und nur das
Gebälk verhinderte weiteres Davonziehen. Die technischen Fehler und
schlechten Angriffslösungen, zwangen Herbert Müller zu diesem
frühen Zeitpunkt zu einer weiteren Auszeit. Der THC-Coach wechselte
im Angriff und in der Abwehr durch. Das Spiel des THC begann sich
merklich zu stabilisieren. Mit einem Hüftwurf verkürzte Mikaela
Mässing von jenseits der Neunmetermarke auf 8:3. Fast unbehelligt
lief Tjasa Stanko durch die Abwehrreihe der Thüringerinnen und
netzte zum 9:3 ein (13.Minute). RK Podravka Vegeta verschob in der
Abwehr geschickt und machte es dem THC schwer, eine sichere
Wurflösung zu finden. Trainer Herbert Müller versuchte es mit
Umstellungen im Positionsspiel und schnellen Wechseln, zählbares kam
dabei wenig heraus. Allein Beate Scheffknecht war bislang makellos
vom Punkt und erzielte mit einem weiteren Strafwurf den vierten
Treffer für ihr Team. 18 Minuten waren gespielt, da traf Mariana
Lopes aus dem Rückraum zum fünften Mal für die Thüringerinnen.
Knapp eine Minute später parierte Ann-Cathrin Giegerich einen
Strafwurf, aber ein Ballverlust der Gäste sorgte für den 11:5
Zwischenstand. Die Damen aus Koprivnica packten in der Abwehr weiter
kräftig zu und Lamprini Tsakalou traf in der 21. Minute zum 12:6.
Klar herausgespielte Aktionen ließ der Thüringer HC weiterhin
vermissen. Mit Einzelaktionen hielten sich die Gäste im Spiel. Im
Tor der Gastgeberinnen fischte sich Jovana Risovic einige Würfe auf
ihr Gehäuse. Gut fünf Minuten vor der Halbzeitpause musste Jovana
Sazdovska für zwei Minuten auf die Bank, Korina Karlovcan ereilte
auf der Gegenseite das gleiche Schicksal. Trotzdem, der Thüringer HC
gab nicht auf und kämpfte sich mühsam Tor für Tor heran. Das
13:11, zwei Minuten vor der Pause, zwang den Coach der Gastgeber
Zlatan Saracevic zur Auszeit. Lange hatte es gedauert, bis sich der
Thüringer HC ins Spiel zu gekämpft hatte. In der 30. Minute netzte
Mikaela Mässing zum 14:12 ein und hielt ihre Mannschaft so in
Schlagdistanz. Sekunden vor dem Pausenpfiff entschieden die
Unparteiischen auf Strafwurf für Podravka, den Lamprini Tsakalou
nach Ablauf der regulären Spielzeit zum Halbzeitstand von 15:12
verwandelte. Kaum aus den Kabinen, startet Mikaela Mässing mit dem
ersten Treffer für den THC und verkürzte auf 15:13. Die Antwort von
Lamprini Tsakalou folgte prompt, sie zirkelte den Ball an Ann-Cathrin
Giegerich vorbei ins THC-Gehäuse. Mariana Ferreira Lopes erwischte
einen Sahnetag, mehrfach zeichnete sie sich im Spiel aus und zeigte
ihre Torgefährlichkeit. Vier Minuten nach Wiederanpfiff brachte die
Portugiesin die Gäste auf zwei Tore heran und Ann-Cathrin Giegerich
parierte im Gegenangriff. RK Podravka bekam in dieser Phase weniger
Zugriff auf den THC-Angriff. Beate Scheffknecht konnte mit ihrem
verwandelten Strafwurf auf 16:15 verkürzen. Der Thüringer HC war
dran. Die eingewechselte Azenaide Danila Jose Carlos traf aus dem
Rückraum, diesmal antwortet Mikaela Mässing für die Gäste auf der
anderen Seite mit auch einem Treffer (37.). Eine Minute später nahm
Alicia Stolle für zwei Minuten auf der Bank. Herbert Müller nahm im
eigenen Angriff die Torfrau heraus und füllte so mit einer
Feldspielerin auf. Die Partie gestaltete sich zunehmend
ausgeglichener. Der deutsche Vizemeister schaffte trotz allem in
dieser Phase den Ausgleich nicht. Podravka hatte Mühen, die eigenen
Abwehrreihen stabil zu halten. Azenaide Danila Jose Carlos setzte
nach 44 Minuten den zwanzigsten Treffer für ihr Team.Wieder hatten
die Gäste Probleme im Abschluss und so erzielte Aneta Benko in der
45.Minute von der Linksaußenposition das 21:18. Zuvor kassierte
Mariana Lopes die vierte Zeitstrafe. RK Podravka Vegeta stellte auf
eine Manndeckung um. Lydia Jakubisova war im Tempogegenspiel nur
durch ein Foulspiel zu stoppen. Den fälligen Strafwurf verwandelte
Beate Scheffknecht zum 21:19. Dieser Verlauf des Spiels missfiel dem
kroatischen Trainer Antonio Pranjic sichtlich und er nahm ein
weiteres Team Timeout. Lamprini Tsakalou entpuppte sich über die
gesamte Spielzeit als torgefährlich und war im Angriffsspiel kaum zu
stoppen. Sie netzte in der 48.Spielminute zum 22:19. Alicia Stolle
stellte Sekunden später den Zweitoreabstand wieder her. Noch knapp
zehn Minuten zu spielen, der kroatische Meister legte zum 24:21 vor.
Magdalena Ecimovic parierte zudem einen Strafwurf von Beate
Scheffknecht. Gegen Ende der schnell geführten Partie schienen dem
einzig verbliebenen deutschen Vertreter die Kräfte zu verlassen. Die
Würfe kamen nicht mehr so platziert wie in der Anfangsphase der
zweiten Halbzeit. Es bedurfte viel Kampfgeist, um dranzubleiben. Fünf
Minuten vor dem Abpfiff stellte Podravka wieder auf Manndeckung.
Lamprini Tsakalou gelang es sich den Ball zu stibitzen und ihre
Mannschaft mit vier Toren in Führung zu bringen (26:22/56.).
Zögerndes Rückzugsverhalten produzierte den nächsten Treffer der
Gastgeberinnen, um sich mit 27:22 abzusetzen. Mit dem Schlusspfiff
vergab Aneta Benko einen Wurf von der Außenbahn. Auf der
Anzeigetafel stand nach sechzig Minuten ein 27:23 für den
kroatischen Meister. Ein knapperer Ausgang war dem THC nicht
vergönnt, vier Tore sollten in der kommenden Woche in eigener Halle
und mit den THC-Fans im Rücken machbar sein.
Halbzeit: 15:12.
Schiedsrichter: Viktoria
Alpaidze, Tatyana Berezkina (RUS).
Zuschauer: 2080 (Sporthalle Fran
Galovic).
Siebenmeter: Podravka 3/5, THC
6/7.
Zeitstrafen: Podravka 6, THC 4.
Thüringer HC: Davidsen,
Giegerich – Lopes 6, Scheffknecht 6/6, Mazzucco, Rodriguez,
Sazdovska 1, Stolle 3, Bölk, Großmann, Biltoft, Mässing 5,
Jakubisova 2.
Podravka: Risovic, Ecimovic –
Turk 1, Beganovic 3, Karlovcan 1, Popovic, Dzono 1, Milosavljevic
4/1, Mugosa, Franusic, Stanko 3, Gjorgjijevska, Tsakalou 9/2, Benko
3, Debelic, Carlos 2.
01.Mrz.20 / Andreas Hofmann - Foto: Trautvetter (Archiv)