Auswärtsaufgabe gemeistert
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 16. Februar 2020
HANDBALL BUNDESLIGA: VfL
Oldenburg – Thüringer HC 25:35
Oldenburg. (16.Feb.20/ Andreas Hofmann/ Bernd Hohnstein) Der Thüringer HC holt
sich mit einem 35:25-Auswärtssieg die Punkte gegen den VfL
Oldenburg. Der THC brauchte lange, um sich so deutlich abzusetzen und
in den eigenen Spielfluss zu finden. Man merkte deutlich, dass es dem
amtierenden Pokalsieger noch schwerfällt, die Ausfälle im eigenen
Team zu kompensieren. Kathrin Pichlmeier erzielte für die Gäste
neun Tore. Mit acht Treffern war Emily Bölk erfolgreichste Schützin
des Thüringer HC. Der Thüringer HC startete mit zwei Toren durch
Emily Bölk in die Partie, bevor Myrthe Schoenaker verkürzen konnte.
Kathrin Pichlmeier, auffälligste Spielerin des VfL Oldenburg,
markierte den Anschlusstreffer zum 2:3, im Gegenangriff netzte Beate
Scheffknecht zum vierten Tor für die Thüringerinnen ein. Von Beginn
an suchten beide Abwehrreihen nach Stabilität und die Torhüterinnen
waren bis zur zehnten Minute noch nicht im Spiel angekommen. Emily
Bölk war es, die in der siebenten Spielminute zum 3:6 einnetzte,
wenig später legte Jovana Sazdovska zum 7:3 aus THC-Sicht nach.Dies
veranlasste VfL-Coach Niels Bötel das erste Team Timeout zu nehmen.
Allmählich ordnete sich die Abwehr der Gäste und bekam besser
Zugriff auf das Angriffsspiel der Niedersachsen. Dennoch ließ das
junge Oldenburger Team nicht locker und kämpfte um den Anschluss.
Mit ihrem Tor von der Außenposition stellte Lydia Jakubisova den
erneuten Viertorevorsprung zum 5:9 her. Emily Bölk übernahm immer
wieder Verantwortung und in der 16.Spielminute zum 6:11 ein. Kathrin
Pichlmeier zeigte sich torgefährlich und kämpferisch, um die Gäste
nicht weiter davonziehen zu lassen. Unermüdlich justierte Trainer
Herbert Müller seine Abwehr und war mehrfach sichtlich unzufrieden
mit der Umsetzung.Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff traf Mikaela
Mässing zum 8:13. Herbert Müller nahm seinerseits die Auszeit, um
die Abwehr neu auszurichten. Durch schnelles verschieben brachte der
Thüringer HC die Oldenburgerinnen dazu etwas hektischer zu agieren
und zwang sie über die gesamte Spielzeit mehrfach in das passive
Spiel. Trotzdem mussten die Gäste zusehen, wie Marie Steffen vom
Kreis nach tollem Anspiel einnetzte. Die Antwort folgte sofort, die
einzige im THC-Kader verbliebene Kreisspielerin Mia Biltoft traf
ihrerseits auf der Gegenseite nach einem schönen Anspiel von Emily
Bölk zum 11:17 vom Kreis. Jane Martens stellte den vorherigen
Torabstand wieder her und traf zum dreizehnten Mal für ihr Team.Kurz
vor der Pause gelang es dem amtierenden Vizemeister nicht mehr, sich
entscheidend abzusetzen. Der THC kontrollierte relativ stabil mit
vier Toren in Front das Spielgeschehen. Sekunden vor dem Gang in die
Kabinen verschaffte Mia Biltofts energischer Einsatz den ersten
Siebenmeter für die Thüringer Gäste, den Beate Scheffknecht
verwandelte. Mit 14:19 ging es danach zur Besprechung in die Kabinen.
Beide Mannschaften ließen ihre ersten Angriffe Beginn der zweiten
Spielhälfte torlos ausgehen. Vier Minuten dauerte es, bis Emily Bölk
mit ihrem Treffer zum 14:20 das erste Tor nach Wiederanpfiff
erzielte. Die Abwehr des Thüringer HC zeigte sich in den ersten
Minuten löchrig und ermöglichte dem VfL Oldenburg bis auf 17:22
heranzukommen (37.). Beide Mannschaften mussten hart für ihre
Torerfolge arbeiten. Almudena Rodriguez traf in der 42. Spielminute
zum 18:25. Die Gästeabwehr störte früh und zwang den VfL weiter
zum passiven Spiel.Kathrin Pichlmeier verkürzte zum 19:25 zur Mitte
der zweiten Halbzeit und Myrthe Schoenaker verwandelte ihren
Strafwurf sicher, nachdem Beate Scheffknecht nur mit Foul den
Abschluss der Norddeutschen verhindern konnte. Der THC hatte heute
Probleme mit den Würfen von der Strafwurflinie. Mikaela Mässing
verlor das direkte Duell gegen Nele Reese. Zwölf Minuten vor dem
Spielende nahm Herbert Müller das nächstes Team Timeout und redete
in seiner analytischen Art auf seine Damen ein. Marie Steffen konnte
Mia Biltofts Drang zum Tor nur mit einem Foul stoppen, den fälligen
Strafwurf vergab Beate Scheffknecht jedoch.Bei einer unglücklichen
Aktion verletzte sich Kathrin Pichlmeier und musste vom Spielfeld
getragen werden. Alicia Stolle half in fairer Weise sie zur Bank zu
tragen und zeigte deutlich, Handballer respektieren ihre Gegner.
Helene Mikkelsen verkürzte mit einem Schlagwurf aus der dritten
Reihe zum 22:29 (52.). Ina Großmann durchbrach die 30-Tore und
erzielte mit einem Tempogegenstoß das 22:31. Der Thüringer HC
spielte seine Erfahrung aus und konnte mit Tempoverschärfung den
Druck gegen die Oldenburger Abwehr erhöhen. Alicia Stolle traf fünf
Minuten vor dem Spielende zum ersten Zehntorevorsprung. Aus der
Abwehr heraus stahl sich Almudena Rodriguez den Ball und legte nach
erfolgreichem Konter auf elf Tore vor. Für die letzten Minuten
dieser Begegnung setzte der Thüringer HC Greta Köster im Tor ein,
die sich mit einigen sehenswerten Paraden in Szene setzen konnte. Der
Vorsprung spiegelte jedoch nicht die mühsame Arbeit des Favoriten
dieses Spiels wieder. Lobenswert wie die Oldenburgerinnen weiter ihre
Angriffe durchspielten und sich in keiner Phase dieser Partie
aufgaben. Bei der letzten Aktion des THC trat Mikaela Mässing zum
Freiwurf an, der jedoch pariert wurde. Mit dem 25:35-Endstand
sicherte sich der Thüringer HC zwei Punkte und klettert auf den
dritten Tabellenplatz zurück.
Halbzeit: 14:19.
Schiedsrichter: Steven Heine,
Sascha Standke.
Zuschauer: 953 (EWS-Arena)
Siebenmeter: VfL 1/1, THC 1/3.
Zeitstrafen: VfL 3, THC 2.
Thüringer HC: Giegerich, Köster
– Scheffknecht 2/1, Mazzucco, Rodriguez 6, Sazdovska 1, Stolle 4,
Bölk 8, Großmann 3, Biltoft 2, Mässing 6, Jakubisova 3.
Oldenburg: Neuendorf, Reese –
Fragge 2, Teiken, Pichlmeier 9, Martens, Steffen 4, Kannegießer 1,
Behrend 2, Roller, Mikkelsen 3, Schoenaker 2/1, Staal 2.
thueringer-hc
16.Feb.20 / Andreas Hofmann / Bernd Hohnstein - Foto: Trautvetter (Archiv)