Aufholjagd nicht belohnt
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 24. Februar 2019
HANDBALL CHAMPIONS LEAGUE: FTC-Rail
Cargo Hungaria – Thüringer HC 30:29
Budapest. (23.Feb.19/ Martin Holzheier/ Roman Knabe) In einem für die
Zuschauer sehenswertem Spiel unterlag der Thüringer Handball Club
dem FTC Rail Cargo Hungaria knapp mit 30:29. Beste Werferinnen beim
Thüringer HC waren Alicia Stolle und Iveta Luzumova mit je sechs
Treffern. Bei den Gastgeberinnen konnte sich Katrin-Gitta Klujber
neun Mal in die Torschützenliste eintragen. Nach der nicht
überzeugenden Leistung und der berechtigten Kritik von Trainer
Herbert Müller zum Mittwoch Spiel, wollten die Frauen des THC
zeigen, das man es besser kann. In Budapest war man heute bei der
Mannschaft zu Gast, die man ohne Verletzungssorgen im Hinspiel
durchaus hätte schlagen können. Die Partie begann stimmungsvoll
durch die ungarischen Fans, die ihr Team minutenlang feierten. Den
ersten Angriff konnten beide Mannschaften nicht erfolgreich
abschließen. Im zweiten Anlauf traf Alicia Stolle zum 1:0. Die
Gastgeberinnen antworten prompt und gingen nach fünf Minuten mit 4:3
in Führung. Emily Bölk schaffte den Ausgleich zum 4:4, die
Ungarinnen ließen nicht locker und legten immer wieder vor. Nach
neun Minuten scheiterte Meike Schmelzer an Blanka Biro und vergab so
den Führungstreffer. Beide Mannschaften leisteten sich nun im
Angriff Fehler, sodass sich kein Team absetzen konnte (6:5/11.). Die
Abwehrreihen dominierten das Spiel. Die Frauen des Thüringer
Handball Clubs fanden ihre Lücken in der Abwehr und gingen mit einem
Tor in Führung (6:7/11.). FTC-Rail Cargo Hungaria antwortet sofort
und war in der 17.Minute wieder mit zwei Toren in Führung (9:7).
Herbert Müller nahm sein erstes Team Timeout und bemängelte die
technischen Fehler seiner Frauen. Er fordert mehr Konzentration und
das Abstellen leichtfertiger Fehler, um im Spiel zu bleiben. Doch die
Gäste machten es sich selbst weiter schwer und lagen nach unnötigen
technischen Fehlern und einer Zeitstrafe gegen Iveta Luzumova nach 22
Minuten bereits mit vier Toren im Rückstand. Ann-Cathrin Giegerich
war es in dieser Phase zu verdanken, dass der Vorsprung der
Budapesterinnen nicht rasant anwuchs. Nach 25 Minuten hatten die
FTC-Spielerinnen zum ersten Mal einen fünf Tore Vorsprung heraus
gespielt. Die THC-Frauen behielten die Köpfe oben und kämpfte um
jeden Treffer. Bis zum Halbzeitpfiff ließ man den Vorsprung der
Gastgeberinnen nicht weiter anwachsen und es ging mit einem 17:12 in
die Kabine. Nachdem Emily Bölk wiederholt mit einem Wurf scheiterte,
war es nur Kristy Zimmerman, die in der zweiten Halbzeit im THC-Tor
stand, zu verdanken, dass der Vorsprung des FTC nicht weiter anwuchs.
Nach einer Zeitstrafe gegen Katrin Gitta Klujber konnten sich die
Thüringerinnen wieder auf drei Tore herankämpfen. In der 38.Minute
kassierte auch Josefine Huber eine Strafzeit, welche die
Gastgeberinnen nicht für sich nutzen konnten. So stand die Partie
nach vierzig Minuten 22:18. Alicia Stolle erkämpfte in der
45.Spielminute einen Strafwurf, den Iveta Luzumova nicht verwandeln
konnte. Solche Fehler bestraften die Gastgeberinnen sofort und bauten
ihre Führung bis zur 50. Minute auf 29:24 aus. Eine verbissen
kämpfende Alicia Stolle hielt den THC weiter im Spiel. Trainer
Herbert Müller spornte in der FTC-Auszeit seine Spielerinnen an,
„Wir sind immer noch im Spiel, behaltet die Köpfe oben.“ Beim
30:25 in der 50.Minute gaben sich die Damen des Thüringer HC nicht
geschlagen und starteten noch mal eine Aufholjagd. Die Verletzung von
Alexandra Mazzucco, drei Minuten vor dem Ende, konnte die Bemühungen
der Thüringerinnen nicht stoppen, weiter um den Sieg zu kämpfen.
Nach 59 Minuten waren die Thüringerinnen auf 30:29 heran und hatten
nach starken Aktionen von Kristy Zimmerman 30 Sekunden vor dem Ende,
noch die Chance zum Remis. Herbert Müller nahm sein drittes Team
Timeout und gab Anweisungen für den letzten Spielzug. Jetzt kämpfte
die FTC-Abwehr mit voller Konzentration und vereitelte alle
Angriffsbemühungen. Ein letzter Wurf von Emily Bölk landete neben
dem Tor, die Belohnung für diese tolle Aufholjagd blieb aus. Die
Ungarinnen bejubelten ihren knappen 30:29-Erfolg vor ihren sechzig
Minuten lang trommelnden und singenden Fans.
Halbzeit: 17:12.
Schiedsrichter: Michalis
Tzaferopoulos, Andreas Bethmann (GRE).
Zuschauer: 2200 (Erd Arena).
Siebenmeter: Budapest 5/5, THC
3/5.
Zeitstrafen: Budapest 2, THC 6.
Thüringer HC: Zimmerman,
Giegerich – Sazdovska 4, Mazzucco 3, Schmelzer 1, Stolle 6,
Luzumova 6/3, Bölk 5, Großmann, Müller 1, Jakubisova, Huber 3.
Hungaria: Biro, Szemerey –
Schatzl 2, Meszaros, Klivinyi, Horvath, Farkas, Marton 1, Lukacs 5,
Abaurrea 3, Hafra, Klujber 9/4, Hafra 3, Faluvegi, Klikovac 2,
Kovacsics 5/1.
thueringer-hc
23.Feb.19 / Martin Holzheier / Roman Knabe