Arbeitssieg
Geschrieben von
y4u am
Montag, 01. März 2021
HANDBALL BUNDESLIGA: Thüringer
HC – VfL Oldenburg 27:22
Bad Langensalza. (28.Feb.21/ Martin Holzheier/ Bernd Hohnstein) Der Thüringer HC
schließt das Doppelspielwochenende mit einem 27:22-Erfolg über den
VfL Oldenburg ab. Der THC tat sich gegen das junge Team der Gäste
schwer und brauchte lange, um einen komfortablen Vorsprung
herauszuspielen. Beide Mannschaften zeigten deutliche Schwächen im
Abschluss und so blieben die Thüringerinnen trotz des Sieges hinter
den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Beste Werferin für den
THC war mit sieben Toren Marketa Jerabkova. Sechs Treffer erzielte
Merle Carstensen für den VfL. Nach der enttäuschenden Niederlage
gegen die HSG Blomberg-Lippe sollten beide Punkte in der Salza-Halle
bleiben. Nur einen Tag nach ihrem 31.Geburtstag absolvierte Beate
Scheffknecht ihr 100. Bundesligaspiel von insgesamt 161 Spielen für
den Thüringer HC. Es wäre also das perfekte nachträgliche
Geburtstagsgeschenk der Mannschaft. Es spielten die beiden
unberechenbarsten Mannschaften der Liga gegeneinander. Die Leistungen
beider Teams waren in der laufenden Saison so unvorhersehbar, dass
man nie wusste, was am Ende rauskam. Von Beginn an im Tor, zeichnete
sich Laura Kuske mit schönen Paraden aus. Im Angriff klemmte es auf
beiden Seiten, sodass nach knapp zehn Minuten ein 4:4 auf der
Anzeigetafel stand. Einzig die Torhüterinnen zeigten mit ihren
Klasse Paraden eine gute Leistung. Den ersten Strafwurf verwandelte
Merle Carstensen nach dreizehn Minuten für die Gäste sicher zum
4:5. Der THC kam nun besser ins Spiel und übernahm die Führung.
Mitte der ersten Halbzeit traf Emma Ekenman-Fernis zur ersten
Zweitoreführung zum 7:5. Eine Minute später setzte sich Kerstin
Kündig im Eins-gegen-eins durch und netzte zum 8:5 ein. Die Gäste
ließen sich davon nur wenig beeindrucken und spielten auf Augenhöhe
mit. Dem THC gelang es nicht, sich deutlicher abzusetzen. Im Angriff
wurden einfach zu viele Fehler produziert, durch Abspielfehler die
guten Ansätze zunichtegemacht. Der VfL nutzte die Unsicherheiten und
verkürzte nach zwanzig Minuten auf ein Tor - 9:8. Das ließ Herbert
Müller keine andere Wahl, als die grüne Karte zu legen. Deutlich
war zu erkennen, dass er mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft
nicht zufrieden war. Einzig Einzelaktionen brachten beim Gastgeber
die Torerfolge, auf die der VfL die richtigen Antworten fand. Fünf
Minuten vor dem Pausenpfiff brachte folgerichtig Merle Carstensen den
Ball zum 11:11-Ausgleich im THC-Tor unter. Nach der ersten Zeitstrafe
gegen Marloes Hoitzing verwandelte Emma Ekenman-Fernis den Strafwurf
sicher zum 13:11. Die zwei Minuten Überzahl ließen die
Gastgeberinnen ungenutzt und schafften es nicht, die Führung
auszubauen. Erst als auch noch Merle Carstensen auf die Bank musste,
erzielte Beate Scheffknecht in der letzten Minute vor der Pause den
Dreitorevorsprung zum 14:11-Halbzeitstand. Laura Kuske blieb in der
zweiten Halbzeit im Tor und knüpfte an die guten Leistungen aus der
ersten Hälfte an. Emma Ekenman-Fernis schaffte per Strafwurf den
Torerfolg zum 15:12. Das Überzahlspiel aufgrund einer Zeitstrafe
gegen Kerstin Kündig nutzen die Gäste, um auf 16:14 heranzukommen.
Der Thüringer HC schaffte es nicht, eine Vorentscheidung zu
erringen. Zu viele glasklare Chancen blieben liegen oder wurden
leichte Beute für Julia Renner. Nach vierzig gespielten Minuten
erzielte Toni-Luisa Reinemann den Treffer zum 19:17 und der VfL war
dem Anschlusstreffer in dieser Phase näher als der THC einer
Dreitoreführung. Herbert Müller reagierte und wechselte im Tor -
Marie-Skurtveit-Davidsen kam für Laura Kuske zwischen die Pfosten.
In der 46.Minute bat er außerdem die ganze Mannschaft an die
Seitenlinie, um deutliche Worte zu finden und seine Unzufriedenheit
über die vielen Fehler auszudrücken. Seine Ansprache zeigte
Wirkung. In die Schlussphase ging es beim Stand von 22:19. Nun nahm
VfL-Trainer Niels Bötel seine zweite Auszeit, weil er mit der
Chancenverwertung seiner Mannschaft nicht zufrieden war. Der THC
nutzte sich ergebende Lücken und Lydia Jakubisova erzielte ein
sehenswertes Tor zum 23:19, der THC lag nun mit vier Toren vorn. Der
VfL Oldenburg steckte nicht auf und wehrte sich, doch den guten
Reaktionen der THC-Torhüterin Marie Skurtveit Davidsen war es zu
verdanken, dass die Gastgeberinnen die Führung halten konnten. Den
Vorsprung deutlicher auszubauen, gelang dem THC nicht, zu viele Bälle
fanden nicht den Weg ins gegnerische Tor. Am Ende gewann der THC
gegen ein gut spielendes, junges Team aus Oldenburg mit 27:22.
Halbzeit: 14:11.
Schiedsrichter: Colin Hartmann,
Stefan Schneider.
Zuschauer: keine (Salza-Halle).
Siebenmeter: THC 2/2, VfL 2/2.
Zeitstrafen: THC 2, VfL 3.
Thüringer HC: Kuske, Davidsen,
Blazek – Ekenman-Fernis 3/2, Scheffknecht 2, Iskit 1, Rühl 1,
Kündig 5, Jakubisova 1, Huhnstock, Neidhart 1, Jerabkova 7, Huber 6.
VfL Oldenburg: Renner, Reese –
Fraugge 1, Teiken 3, Reinemann 5, Buhl, Hoitzing 2, Martens, Steffen
2, Carstensen 6, Behrend 2, Knippert 1.
thueringer-hc
28.Feb.21 / Martin Holzheier / Bernd Hohnstein - Foto: Sebastian Dühring (Archiv)