Abschied von der Königsklasse
Geschrieben von
y4u am
Donnerstag, 08. März 2018
HANDBALL CHAMPIONS LEAGUE: Thüringer
HC
Erfurt. (08.Mrz.18/ Hajo Steinbach) Am Sonntag um 17 Uhr endet für den
Thüringer HC das siebente "Abenteuer Champions League". Im
Metzer "Palais Omnisports Les Arenes" trifft das Team von
Cheftrainer Herbert Müller auf Metz Handball, das seinen Platz im
Viertelfinale mit zwölf Punkten bereits sicher hat. Herbert Müller ist
nach dem Spiel gegen Buducnost Podgorica ganz zufrieden, auch wenn
unglücklich knapp verloren wurde. „Die Mannschaft war auf
Augenhöhe, war jederzeit gleichwertig. Bei ein bisschen mehr
Wurfglück hätte man den Gegner zum Stolpern bringen können,
immerhin ist das fast die gesamte montenegrinische
Nationalmannschaft“, und die war zuletzt bei der WM in Deutschland
bis ins Viertelfinale vorgestoßen. Umso überraschender war das,
weil kurzfristig zu unserem namhaften Lazarett nun auch noch Beate
Scheffknecht ausgefallen war. Anika Niederwieser hat sich dabei
jedoch gut eingebracht, nicht nur als Shooterin mit sieben Toren. „Es
hat ganz wenig gefehlt; was wäre wohl passiert wenn Iveta Luzumova
auch noch die letzten zwölf Minuten hätte spielen können“, resümiert
Herbert Müller. Ein derber Schlag an den Kopf bedeutete für sie das
Matchende, zum Glück ist Schlimmeres nicht passiert. Herbert Müller
hat der Mannschaft erst einmal bis Mittwoch frei gegeben, auch zur
Regeneration. Leider hat nun eine Grippewelle das Team erwischt.
Gordana Mitrovic, die zuletzt so toll Verantwortung übernommen hat,
liegt ebenso im Bett wie Patricia da Silva. Jana Krause klagt über
eine Leistenzerrung, Lydia Jakubisova hat Probleme mit der
Achillessehne, Anika Niederwieser braucht mit ihrer Schulter auch
noch Zeit, Beate Scheffknecht ist am Fuß operiert und hofft auf eine
schnelle Heilung, und die Langzeitverletzten Anne Hubinger, Nina
Schilk, Alexandra Mazzucco, auch Macarena Aguilar fallen weiter aus.
Da ist das Team nun auf sieben, maximal acht Feldspielerinnen
geschrumpft und muss so in die letzte, ganz wichtige und stressige
englische Woche gehen. Am Samstag eine lange Busreise nach Metz mit
Sonntagspiel, Montag Regeneration, am Dienstag nur Zeit für eine
einzige Trainingseinheit und Videostudium. Dann am Mittwoch das
schwere Heimspiel gegen den Shootingstar der Liga 2018, die HSG
Blomberg-Lippe und am Samstag darauf geht es schon zum schweren
Auswärtsspiel nach Metzigen, bevor sich die Spielerinnen zu ihren
Nationalmannschaften verabschieden, um am 21. und 24. März die
nächsten Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft zu bestreiten.
Die Nationalmannschaftspause ist dabei nicht so nach Herbert Müllers
Geschmack, denn er sagt, „es ist wichtig, dass die Mannschaft im
Rhythmus bleibt.“ Deshalb ist er auch froh über das abschließende
Champions League Spiel in Metz. Dort bekommen alle (und das sind ja
höchstens noch acht) Spielanteile, um eben den so wichtigen Rhythmus
beizubehalten. Metz ist ein Gegner, gegen den wir ohne Illusionen
antreten, die haben eine Qualität, um ins FINAL4 einzuziehen, die
können ein Mega-Team schlagen. Mit der Champions League Saison
insgesamt ist Herbert Müller sehr zufrieden. Das selbst gesteckte
Ziel Hauptrunde wurde wieder erreicht. Die Mannschaft ist bei
schwierigerer Ausgangsposition, man musste ja als Vizemeister erst
die CL-Qualifikation bestehen, einmal mehr in die Hauptrunde
eingezogen und belegte dort wiederum einen Top-10-Platz. Von der
Freiheit der Champions League geht es dann aber am Mittwoch wieder um
Bundesligapunkte. Zehn Liga-Spiele sind noch zu absolvieren. Die
Partie am Mittwoch ist ein Heimspiel gegen eine Mannschaft, die
gerade alle in der Liga überrascht. Herbert Müller ist darüber des
Lobes voll, was da gerade seinem Trainerkollegen Andre Fuhr mit so
einer jungen Mannschaft gelingt. Die haben einen überragenden Lauf,
sind seit elf Spielen ungeschlagen. Das letzte Mal haben sie bei uns
im DHB-Pokal-Achtelfinale verloren. „Ich ziehen den Hut davor, wie
Blomberg zur Zeit in der Liga auftritt der Sieg in Metzingen war
sogar hochverdient, und das ohne Alicia Stolle, die noch in Halbzeit
eins verletzt ausfiel“, sagt Herbert Müller. „Damit haben
sie uns gezeigt, dass sie jeden in der Liga schlagen können. Sie
sind die auswärtsstärkste Mannschaft, damit ist klar, was uns am
Mittwoch in der Salzahalle erwartet. Für unsere Fans wird das mit
Sicherheit ein spannendes, temporeiches und kämpferisches Spiel auf
Augenhöhe, das Hinspielergebnis, das wir klar gewinnen konnten,
spielt da überhaupt keine Rolle mehr.“ Dennoch, momentan ist der
Cheftrainer ganz locker und hat sogar ein Lächeln auf den Lippen,
wenn er auf die Tabelle der Bundesliga schaut. Aber sogleich hebt er
auch warnend den Zeigefinger und betont, dass „noch zehn Partien
ausstehen, da kann noch so viel passieren. Es warten noch so viele
Klippen, die der THC erst einmal nehmen muss, deshalb ist jetzt noch
kein Grund zur Euphorie.“
thueringer-hc
08.Mrz.18 / Hajo Steinbach
Abschied von der Königsklasse
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