Wölfe schneller als Raketen
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 14. Januar 2017
BASKETBALL PROA: Oettinger
Rockets – Mitteldeutscher BC 70:83
Erfurt. (13.Jan.17/ Max Meß) Die Oettinger Rockets haben am vergangenen
Freitag verdient gegen den Mitteldeutschen Basketball Club verloren.
Das Endergebnis lautet 70:83. Der MBC festigt dadurch seinen ersten
Tabellenplatz, die Raketen weiterhin auf Platz sieben. Das
Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProA stand am Freitag, dem
dreizehnten, an sich unter einem guten Stern. Der MBC aus Weißenfels
hatte in der Woche zuvor gegen den Zweitplatzierten, Crailsheim,
verloren. Die Rockets hingegen konnten beim Dritten, Chemnitz,
gewinnen. Der Tabellenführer aus Sachsen-Anhalt hat seine Zeit
gebraucht, um in die Partie zu kommen. Nach knapp drei Minuten
konnten sie das erste Mal punkten – und das gleich per Dreier. Ihre
Quote „von draußen“ lag bei guten 43 Prozent. Im ersten
Spielabschnitt hätten die rund 2700 Zuschauer in der Messe Erfurt
denken können, dass es ein enges Spiel wird. Marcus Hatten traf mit
der Schusssekunde des ersten Viertels einen weiteren Dreier, ca.
anderthalb Meter hinter der Linie, und stellte damit auf 20:17 für
die Gäste. „Kurz nach solchen großen Würfen fiel es uns in
diesem Spiel schwer“, findet Chris Ensminger, Head Coach der
Oettinger Rockets, der in diesem Spiel auf die Eigenmotivation der
Spieler setzte: „Wenn jemand in so einem Spiel gegen den
Tabellenführer nicht motiviert ist, dann muss ein anderer die Arbeit
machen.“ Das zweite Viertel (16:24) war dann ein großer Knackpunkt
der Partie , besonders zu Beginn: Der MBC traf schnell zwei
Dreipunktwürfe und führte sozusagen plötzlich mit neun und später
mehr Punkten. Bei den Raketen lief nicht viel zusammen. Nach
dreieinhalb Minuten kamen sie erstmals im Viertel zu Punkten. In der
Zone hatten sie wenig Erfog, weil dort MBC-Center Djordje Pantelic
aufgeräumt hat (vier Blocks) und von draußen wollte es nicht
klappen, weil die vier restlichen Wölfe den Raketen auf den Füßen
standen. Ensminger: „Es hat nicht funktioniert, dass wir unseren
starken Schützen Parker und Allen freie Würfe geben konnten.“ Das
habe Igor Jovovic, Head Coach vom MBC, nach eigener Aussage auch so
gewusst und gewollt. Nach dem Halbzeitstand von 33:44 kamen die
Oettinger Rockets erneut schleppend ins Spiel. Der Zwischenstand von
37:60 war aufgrund der Sportart sicherlich keine Vorentscheidung,
allerdings doch ein deutliches Zeichen. Gegen Ende des dritten
Viertels erreichten die Rockets ihre beste Phase. Sie konnten die
gegnerischen Angriffe häufig unterbinden, spielten schneller und
hatten sichtbaren Zug zum Korb. Grant Gibbs (13 Punkte) und Dane
Watts (15) waren die Antreiber in diesem Abschnitt. Auch wenn jenes
Viertel an Weißenfels ging (21:23), so hofften die Anhänger in weiß
und blau, dass die Hausherren dieses „Feuer“ mit in den
Schlussabschnitt nehmen können. Zu Beginn des letzten Viertels lagen
die Raketen mit dreizehn Punkten zurück. Auch das ist kein
vorentscheidender Rückstand. Zwar ist der Gegner der Tabellenführer,
der jedoch mit wenigen Spielern auskommen muss (vier Spieler über 30
Minuten, einer bei den Rockets). Neben dem konditionellen Nachteil
stellten sich beim MBC auch Foul-Probleme ein. Zwei Wölfe bekamen
sogar fünf persönliche Fouls und durften nicht weiterspielen. Diese
wären in einer möglichen Verlängerung zwei wichtige Faktoren
gewesen. Dazu kam es aber nicht. Immer wenn es die Raketen schafften,
auf acht oder neun Punkte heranzukommen, hatten die Wölfe die
richtige Antwort parat: Schnellangriff, Dreier oder Foul ziehen und
Freiwürfe. So endete das letzte Viertel 16:16 und das Spiel wie
erwähnt mit 70:83. „Der MBC war heute die bessere Mannschaft“,
gesteht Chris Ensminger ein. „83 Punkte sind mir einfach zu viel“,
so der Head Coach weiter. Er hätte die Gäste gern bei ca. 74
Punkten gehalten. Der Grund für die Niederlage laut Ensminger: „Wir
haben 38 Prozent aus dem Feld und 29 von hinter der Dreierlinie.
Dabei haben wir heute 16 offensive Rebounds geholt. So viel waren es
glaube ich diese Saison noch nie.“ Für Wolfgang Heyder, Leiter
Sport und Geschäftsentwicklung, sind die Quoten das Ergebnis anderer
Gründe: „Der MBC hat viel mehr investiert und Härte gezeigt. Sie
haben besser verteidigt und uns jeden Wurf schwer gemacht. Wenn das
so klappt, dann hast du in der Offensive auch einen viel leichteren
Rhythmus.“ In Qualität und Erfahrung stehen sich beide Teams laut
Wolfgang Heyder in nichts nach. Dabei spricht er vor allem Dane
Watts, Darrel Mitchell, Grant Gibbs und Robert Oehle mit
höherklassiger beziehungsweise BBL-Erfahrung an.
Halbzeit: 33:44.
Viertel: 17:20, 16:24, 21:23,
16:16.
Zuschauer: 2753 (Messehalle).
Freiwürfe: Rockets 24 von 34
(71 %), Wölfe 21 von 27 (78 %).
Dreier: Rockets 4/14, Wölfe
12/28.
Fouls: Rockets 24, Wölfe 30.
Rebounds: Rockets 36 (16+20),
Wölfe 39 (12+27).
Rockets: DiLeo 11/1, Gibbs 13,
Grof 6, Durant, Oehle 4, Allen 10/1, Mitchell 5/1, Watts 15/1, Parker
5, Gomila 1.
Wölfe: Hatten 17/3, Zazai 11/2,
Kerusch 17/3, Johnson 5/1, Fülle 2, Pantelic 14, Warren 12/2,
Bennett, Hinz 5/1, Turudic.
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13.Jan.17 / Max Meß - Foto: Trautvetter