Sieg vor Rekordkulisse
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 24. Dezember 2016
BASKETBALL PROA: Oettinger
Rockets – Gladiators Trier 95:76
Erfurt. (23.Dez.16/ Max Meß) Am Freitagabend haben die Oettinger Rockets
eines ihrer bisher besten Spiele in der Messe Erfurt abgeliefert. Das
Zeitpunkt war perfekt: Vor rund 2900 Zuschauern, so viele hatten noch
nie ein Punktspiel der Raketen live gesehen, gewannen sie gegen die
Römerstrom Gladiators Trier. Das Endergebnis im 16. Saisonspiel der
2.Basketball-Bundesliga ProA lautet 95:76.„Das war ein verdienter
Sieg, da gibt es gar keine Diskussion“, sagte Gäste-Coach Marco
van den Berg nach der Partie. Der Niederländer auf Seiten der
Gladiatoren musste mit ansehen, wie die Hausherren mit Tempo, Einsatz
und Treffsicherheit begannen. Dane Watts eröffnete die Punktejagd
direkt mit einem Dreier. „Er hat sehr schnell seinen Rhythmus
gefunden. Ich denke, insgesamt hat der Verein mit der Verpflichtung
von Dane Watts einen großen Schritt gemacht“, findet Marco van den
Berg. Nach diesem Spiel ist solch eine Aussage allerdings kein
Wunder. Watts brachte es auf 22 Punkte, sechs Rebounds und sechs
Assists. Nicht zuletzt seinetwegen „musste ich auf
Zonenverteidigung umstellen. Obwohl ich das hasse“, so van den Berg
wörtlich. Nur einer konnte noch mehr Zählbares auf die Anzeigetafel
bringen: Jacob Parker holte ganze 25 Punkte – und das bei 83
Prozent Feldwurfquote. Er hatte seinen großen Auftritt, als das
Spiel nach dem ersten (24:18) und dem zweiten Viertel (19:23) zur
Halbzeit noch sehr ausgeglichen war (43:41). Zu Beginn der zweiten
Hälfte brach die beeindruckende Phase des Jacob Parker an. „Er hat
damit das komplette Spiel verändert“, lobt Chris Ensminger, Head
Coach der Oettinger Rockets. Innerhalb von drei Minuten und drei
Sekunden holte Parker dreizehn Zähler! In dieser Zeit traf er drei
Dreier und zwei Zweier. Jeder Wurf ein Treffer. Nach Parkers
Dreiminuten-Auftritt führten die Oettinger Rockets mit elf Punkten
(56:45). Erst Ende des dritten und Anfang des vierten Viertels
konnten sich die Gladiatoren davon erholen. Die Gäste brachten einen
9:0-Lauf auf das Parkett und waren beim Stand von 67:62 wieder auf
fünf Punkte dran. Da die Raketen in den zweiten zwanzig Minuten
allerdings erneut „zu Hause“ über fünfzig Punkte holten, war
die Trierer Aufholjagd letztendlich gegenstandslos. Das dritte
Viertel endete 24:17, das letzte 28:18. „Das ist nicht normal.
Eigentlich holst du die meisten Punkten im ersten Viertel. Aber wir
sind in guter physischer Verfassung und können auch spät in der
Partie schnell spielen“, erklärt Chris Ensminger. Das schnelle
Spiel, das ansonsten bisher mäßig funktionierte, hat den Raketen in
dieser Partie viele leichte Punkte beschert. „Das fordere ich immer
von den Jungs. Heute hat es wirklich mal sehr gut geklappt“, so der
Head Coach. Auch für Wolfgang Heyder, Leiter Sport und
Geschäftsentwicklung bei den Oettinger Rockets, war diese Spielweise
„ein Schritt in die richtige Richtung“. Er hatte zuvor generell
mehr Biss und Geschwindigkeit im Umkehrspiel gefordert. Bei den
Römerstrom Gladiators Trier fehlten verletzungsbedingt Simon
Schmitz, John Eggleston und Kilian Dietz. Das sei aber keine Ausrede,
machte Marco van den Berg deutlich. Die Oettinger Rockets mussten auf
ihren Guard Janek Schmidkunz verzichten. Mit einer gebrochenen Hand
wird er bis zu sechs Wochen fehlen. Schmidkunz kommt normalerweise
sehr treffsicher von der Bank. Ähnlich wie der starke Elijah Allen,
der mit 10 Punkten bei 100 Prozent Wurfquote glänzte. Die
Statistiken vom gesamten Team stimmten gegen Trier: Sie trafen neun
von neunzehn Dreiern, 59 Prozent Zweier und spielten 25 Assists bei
nur sechs Fehlpässen beziehungsweise Ballverlusten. „Die ganze
Partie war eine gute Antwort auf das Schlafmützen-Spiel in
Crailsheim vergangene Woche“, meint Chris Ensminger. „Es ist ein
verfrühtes, aber sehr schönes Weihnachtsgeschenk für mich, die
Spieler, den Verein und natürlich für die Fans, die heute
unglaublich laut waren!“ Das ist auch Marco van den Berg
aufgefallen: „Die Atmosphäre war wunderschön. Respekt.“ Er
bringt es auf den Punkt: „Die Stimmung hier ist BBL-tauglich!“
Ensminger hofft, dass „viele, viele Fans am 7.Januar mit nach
Chemnitz zum Derby fahren. Auswärts finden wir nämlich nicht so
schnell ins Spiel. Wer weiß, vielleicht brauchen wir ja wirklich die
Unterstützung von den Tribünen“.
Halbzeit: 43:41.
Viertel: 24:18, 19:23, 24:17,
28:18.
Zuschauer: 2958 (Messehalle).
Freiwürfe: Rockets 20 von 30
(67 %), Gladiators 8 von 9 (89 %).
Dreier: Rockets 9/19, Gladiators
6/19.
Fouls: Rockets 14, Gladiators
27.
Rebounds: Rockets 30 (9+21),
Gladiators 35 (13+22).
Rockets: DiLeo 5, Gibbs 9,
Durant, Bode, Oehle 13, Kullamäe, Allen 10/2, Mitchell 2, Watts
22/2, Parker 25/4, Gomila 9/1.
Gladiators: Nicholas 18/1,
Spearman 16, Coro 11/3, van Zegeren 9, Joos 8, Smit 5/1, Hennen 5/1,
Grün 2, Maisel 2, Herrera , Milosevic.
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23.Dez.16 / Max Meß - Foto: Trautvetter