Rockets verlieren erstes Finale
Geschrieben von
y4u am
Samstag, 06. Mai 2017
BASKETBALL PROA: Mitteldeutscher
BC – Oettinger Rockets 87:80
Weißenfels. (05.Mai.17/ Max Meß) Die Oettinger Rockets haben das erste von zwei
Finalspielen um den Meistertitel der 2.Bundesliga ProA verloren. Sie
unterlagen dem Mitteldeutschen Basketball Club am vergangenen Freitag
im Auswärtsspiel in Weißenfels mit 80:87. „Diese Spiele haben für
mich aber nur noch Freundschaftsspielcharakter“, sagte
Rockets-Coach Ivan Pavic nach der Partie. So verwunderte es auch
nicht, dass die beiden sowieso schon verletzten Play-Off-Kämpfer
Darrel Mitchell und Grant Gibbs für vierzig Minuten auf der Bank
Platz nahmen, nicht mal Spielkleidung trugen. „Gibbs hat seit
Wochen eine Bauchmuskelzerrung. Jeder, der weiß, was das bedeutet,
weiß, wie sehr er sich im Dienst der Mannschaft geopfert hat. Das
verlangt mir meinen größten Respekt ab“, erkläre Ivan Pavic. Der
Head Coach weiter: „Selbes gilt für Darrel Mitchell. Auch er hatte
schon in den Play-Offs mit einer verletzten Schulter gespielt und hat
es allen Kritikern, auch rund um die Organisation, gezeigt. Letzten
Endes hat Mitchell dem Verein den größten Erfolg beschert, den die
Rockets jemals hatten.“ Pavic sprach von vergangenem Mittwoch, als
sich die Raketen knapp gegen die Niners Chemnitz durchsetzten und
damit in die erste Basketball-Bundesliga (easyCredit BBL)
aufgestiegen sind. Mitchell hatte mit drei versenkten Dreiern in der
Schlussphase einen großen Anteil am Sieg und seinen Auswirkungen.
Zudem spielte er super in den Play-Offs, war in fünf Spielen gegen
Chemnitz viermal Topscorer seiner Mannschaft. Weder Gibbs noch
Mitchell werden am Sonntag im zweiten Finalspiel auflaufen. In der
kurzen Finalserie wird der Ligameister zwischen den beiden
Aufsteigern bestimmt. Nach einer überragenden Saison und nur drei
Niederlagen, die Play-Offs eingerechnet, hat der MBC die besseren
Karten. Auch weil sie nun mit sieben Punkten führen. In den beiden
Finalspielen gewinnt entweder eine Mannschaft zweimal oder es
entscheidet der Korbdifferenz. Dass sich die Wölfe aus Weißenfels
überhaupt über diesen Vorsprung freuen können, liegt an Andrew
Warren. Er steuerte 35 Punkte bei! Pavic: „Das ist eigentlich das
einzige, das mich stört: Man kann ein guter Spieler sein, man kann
auch gut freigespielt sein, aber 35 Punkte gegen uns sind einfach zu
viel.“ Marcus Hatten verletzte sich bei der Landung nach einem
Korbleger am Bein und kam nur auf zwei Punkte. „Es wäre nicht
clever gewesen, ihn weiterspielen zu lassen“, sagte sein Coach Igor
Jovovic. Auf Seiten der Oettinger Rockets ragte der 2,09 Meter große
Robert Oehle nicht nur wörtlich heraus: Der Center kam auf 25 Punkte
und fünfzehn Rebounds. Glückwunsch zum Double-Double. Für die
Basketball-Kenner: Oehle hatte eine Effektivität von 34. Das sind
nur vier Wertungspunkte weniger als beim Topscorer Warren. Aber nicht
nur auf dem Papier ging Oehle voran. Er zeigte Kampf, Willen und
wurde seiner Vorbildrolle in Abwesenheit von Mitchell und Gibbs
gerecht. Ivan Pavic ließ jeden spielen. Kullamäe und Grof begannen
übrigens mit Watts, Oehle und Hicks. Später kamen noch Gomila,
Franklin und Dilhan Durant sowie natürlich die etablierten DiLeo,
Allen und Schmidkunz. Obwohl die Partie sehr offen geführt wurde,
obwohl die Raketen die Schlagdistanz hielten, müssen sie den Wölfen
doch eine gewisse Dominanz zugestehen. Nach dem Spielstand von 8:6
für die Rockets nach drei Minuten und 55 Sekunden führten fortan
nur die Hausherren in der Stadthalle Weißenfels. Dennoch sind es
letztlich nur sieben Punkte. Das Spiel am Sonntag birgt also noch
eine gewisse Spannung. Zur Rivalität wird es deswegen nicht kommen.
Die Ziele wurden erreicht, teilweise sogar mehr. Außerdem
unterstützen einige MBC-Fans die Oettinger Rockets während den
Play-Offs gegen Crailsheim als auch gegen Chemnitz. Die orangenen
Wölfe waren in den blau gekleideten Rockets-Fans gut zu erkennen.
„Das ist mir in Spiel vier gegen Crailsheim aufgefallen. Das habe
ich mir in der Messe Erfurt angesehen. Ich weiß zwar nicht, woher
diese Freundschaft kommt, aber es freut mich sehr“, meinte
Wölfe-Trainer Jovovic. Er attestierte den Oettinger Rockets viel
Charakter und sagte auch, dass es ein hartes Spiel war, sogar härter
als erwartet. Weiter geht es mit der Finalserie am kommenden Sonntag
um 16.30 Uhr in Weißenfels. Dann werden die Pokale übergeben und
gemeinsam kräftig gefeiert. Schon als die Raketen mit Rasta Vechta
in die ProA aufgestiegen sind, entstand daraus eine Fanfreundschaft,
die bis heute besteht. Vielleicht kommt nun eine zweite hinzu.
Halbzeit: 43:37.
Viertel: 23:19, 20:18, 23:22,
21:21.
Zuschauer: 2250 (Stadthalle
Weißenfels).
Freiwürfe: Wölfe 14 von 17 (82
%), Rockets 12 von 17 (71 %).
Dreier: Wölfe 11/23, Rockets
6/22.
Fouls: Wölfe 19, Rockets 18.
Rebounds: MBC 33 (9+24), Rockets
44 (16+28).
Rockets: DiLeo 9/1, Schmidkunz
4, Grof 7, Durant, Oehle 25, Kullamäe 7/1, Allen, Franklin 2, Hicks
16/3, Watts 10/1, Gomila.
Wölfe: Warren 35/8, Kerusch
17/1, Fülle 10/2, Pantelic 8, Hinz 8, Zazai 4, Johnson 2, Hatten 2,
Larsen 1, Stankevicius, Niedermanner, Touray.
http://www.big-gotha.de/
05.Mai.17 / Max Meß - Foto: Trautvetter