Rockets unter Druck
Geschrieben von
y4u am
Donnerstag, 27. April 2017
BASKETBALL PROA: Oettinger
Rockets – Niners Chemnitz 72:82
Erfurt. (26.Apr.17/ Max Meß) Die Oettinger Rockets haben am vergangenen
Mittwoch mit 72:82 gegen die Niners aus Chemnitz verloren. Das war
eine herbe Niederlage, geht es doch um den Einzug ins Finale der
2.Basketball-Bundesliga ProA und das damit verbundene Aufstiegsrecht
in die easyCredit BBL. Vergangenen Sonntag verloren die Raketen
bereits in Chemnitz, jetzt das zweite Spiel der Serie ebenfalls zu
Hause in der Messe Erfurt. Und das im Halbfinale der ProA. Damit
steht es 2:0 für die Sachsen. Das Team, das zuerst drei Siege holen
kann, ist eine Runde weiter. Was das angeht, haben die Chemnitzer nun
alle Trümpfe in der Hand. Das erarbeiteten sie sich in der Messe
Erfurt mit ansehnlichen Teambasketball und Biss. „Chemnitz hat
heute eine hervorragende Mannschaftsspielweise auf das Parkett
gezaubert“, gestand Rockets-Coach Ivan Pavic ein. Besonders in der
ersten Halbzeit „haben sie uns offensiv auseinandergenommen“, so
Pavic, „da haben wir 49 Punkte kassiert. Und das in einem
Halbfinale der Play-Offs – da wird es schwer ein Spiel zu
gewinnen“. „In der ersten Hälfte haben wir so Basketball
gespielt, wie wir in spielen wollen: Wir haben Ball und Spieler gut
bewegt“, meinte Rodrigo Pastore, Head Coach der Niners. „Aber es
war nicht alles perfekt“, hängt er an. Er will weiterhin die
offensiven Rebounds des Gegner minimieren, genauso wie die unnötigen
Ballverluste. „Die Geschichte des Spiels spielt sich in der ersten
Halbzeit ab“, fasst es Ivan Pavic zusammen. Bei einem Halbzeitstand
von 38:49 lagen die Hausherren schon zweistellig zurück. Den Grund
hat Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den
Rockets ausgemacht: „Der Gegner hat heute wieder 40 bis 50 Prozent
intensiver gespielt. Die Chemnitzer haben mit Aggressivität und Biss
gespielt, wir konnten da nicht dagegen halten und haben in der Folge
ganz schlecht individuell verteidigt.“ Für Heyder ist klar: „Du
musst dich in der Verteidigung opfern!“ Das habe er von den Rockets
nicht gesehen. Die zweite Halbzeit ging mit einem Punkt an die
Gastgeber (34:33). Das ist natürlich zu wenig, wenn man elf Punkte
aufholen will. Chemnitz wiederum spielte "seinen Stiefe"“
anständig herunter. Ein Beispiel: Nach sieben Minuten und 20 Sekunden
stand es 15:13 für die Hausherren. Fortan führten ausschließlich
die Sachsen in der Messe Erfurt. Sie hatten auf jeden Lauf der
Oettinger Rockets die richtige Antwort. Kurz nach der Halbzeit,
verkürzten die Raketen durch gute, schnelle Aktionen auf vier Punkte
(47:51), dennoch behielten die Gäste einen kühlen Kopf und konnten
abschließend mit ihren rund 150 mitgereisten Fans das 2:0 in der
Halbfinalserie feiern. Ihnen gelang eine starke Teamleistung, wobei
sechs Spieler zweistellig punkteten. Herausragend mit "nur" elf
Punkten Virgil Matthews. Denn hinten holte er dazu acht Rebounds und
vorn spielte er zehn Assists – damit legte er ein sogenanntes
„Double-Double“ auf. Bei den Rockets war Dane Watts der
überragende Mann auf dem Parkett. Auch er schaffte es zum
„Double-Double“ mit elf Rebounds und 22 Punkten. Statistisch sind
weiterhin die Wurfquoten: Während Chemnitz beeindruckende 56 Prozent
durch die Reuse schickte, kamen die Raketen auf 36. Das ist zwar eine
Verbesserung zu den 29 Prozent aus dem Hinspiel, allerdings immer
noch schlecht. Im dritten Spiel am Samstag, um 19 Uhr muss dann eine
deutliche Steigerung her, wenn die Thüringer weiter ein Wort um die
erste Liga mitreden wollen. „Wir haben jetzt keinen Grund, den Kopf
hängen zu lassen. Es sind Play-Offs – und da habe ich schon viel
erlebt“, so Pavic. Übrigens: Die Mannschaft, die zuletzt einen
0:2-Rückstand in den Play-Offs drehte, waren die Oettinger Rockets
in der vergangenen ProA-Saison. Damals hieß der Gegner Hamburg
Towers. Möglich ist also alles – besonders im Sport.
Halbzeit: 38:49.
Viertel: 19:20, 19:29, 16:15,
18:18.
Zuschauer: 2030 (Messe Erfurt).
Freiwürfe: Rockets 13 von 19
(68 %), Niners 18 von 19 (95 %).
Dreier: Rockets 9/33, Niners
8/21.
Fouls: Rockets 22, Niners 21.
Rebounds: Rockets 33 (16+17),
Niners 36 (4+32).
Rockets: DiLeo 4, Schmidkunz
6/2, Gibbs 15/1, Grof, Durant, Oehle 5, Kullamäe, Allen 3/1,
Mitchell 8/1, Hicks 9/1, Watts 22/3, Gomila.
Niners: Carter 15/2, Fleischmann
15/3, Ziegenhagen 15/2, Richter 12, Matthews 11/1, Lawson 10,
Seiferth 2, Bradshaw 2, Wess.
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26.Apr.17 / Max Meß - Foto: Christian Bomberg