Raketen heben nicht ab
Geschrieben von
y4u am
Dienstag, 08. November 2016
BASKETBALL PROA: OETTINGER
Rockets – Uni Baskets Paderborn 85:60
Erfurt. (06.Nov.16/ Max Meß) Dieser Sieg tut vielen gut – den Fans, den
Coachs und den Spielern sowieso. Die Oettinger Rockets gewannen ihr
neuntes Saisonspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. 85:60 stand
es nach vierzig Spielminuten gegen die Uni Baskets aus Paderborn. „Es
war wichtig, zu gewinnen“, findet, Wolfgang Heyder, Leiter Sport
und Geschäftsentwicklung bei den Oettinger Rockets. Besonders die
Dreierquote sei mit 58 Prozent außergewöhnlich. Er relativiert
aber: „Der Gegner hat sich allerdings auch schwach präsentiert.“
Für Heyder sitzt der Stachel der vergangenen Auswärtsniederlagen
tief: „Wir haben gegen deutlich schwächere Mannschaften unnötige
Niederlagen kassiert.“ Nun müsse man den Sieg gegen eine
Mannschaft, „die bei weitem nicht unsere Fähigkeiten hat“, so
Heyder, in einem größeren Kontext sehen. „Wir haben eine
Pflichtaufgabe erfüllt. Punkt.“ Trotzdem haben 2200 Zuschauer in
der Messe Erfurt ein gutes Spiel der Oettinger Rockets gesehen.
Bester Mann des Spiels: Jacob Parker. Er holte 24 Punkte und traf
dabei sechs Dreipunktwürfe bei sechs Versuchen. Seine Feldwurfquote
insgesamt: 89 Prozent! „Irgendwie hatte man das Gefühl, dass die
Gäste noch nicht mitbekommen haben, welch außergewöhnlicher
Dreierschütze Parker ist“, meint Wolfgang Heyder dazu. Über die
bisherige Saison hat Jacob Parker eine Dreierquote von über 63
Prozent. Die Gäste aus Paderborn kamen zwar etwas besser ins Spiel
und führten zu Beginn mit 6:0, meldeten sich dann aber für geraume
Zeit ab. Bis zur Halbzeit trugen die Uni Baskets nur 22 Punkte
zusammen. „Es war nicht das Problem, dass wir nur 22 Punkte gemacht
haben, eher, dass wir überhaupt nicht im Spiel waren“, kommentiert
Uli Naechster, Head Coach der Paderborner. Nach dem Halbzeitstand von
35:22 erzielten die Raketen in der zweiten Hälfte genau fünfzig
Punkte. Das spricht für eine sehr gute offensive Leistung. „Unsere
Dreierquote ist heute sogar höher als unsere Zweierquote. Das ist
nicht normal“, konstatiert Chris Ensminger als Head Coach der
Oettinger Rockets. „Für zwei“ trafen die Raketen 47 Prozent
ihrer Würfe. Auch die Paderborner hatten mit ihren
Dreipunktversuchen (38 Prozent) mehr Erfolg als mit Würfen aus dem
Zweipunktbereich (35 Prozent). Zum einen war es ein Sieg, „der auch
in der Höhe so in Ordnung geht“, wie Uli Naechster findet, zum
anderen ist es längst nicht der Weisheit letzter Schluss. Zu
verbessern gebe es immer etwas. Ensminger: „Es ist eben auch nur
ein Spiel von vielen. Auch wenn die Liga sehr ausgeglichen ist, die
Saison soll ja keine Achterbahnfahrt sein, wo es nur hoch und runter
geht. Wir müssen noch viel lernen, uns eine gewisse Konstanz
erarbeiten und uns dabei Schritt für Schritt weiterentwickeln.“
Wolfgang Heyder hat dafür ein Thema parat: der Ballvortrag. „Auch
in den erwähnten Auswärtsspielen ist mir das aufgefallen. Der
Ballvortrag der Aufbauspieler hat zu lange gedauert und uns damit
sehr wehgetan. Dadurch wurde jeglicher Schnellangriff unterbunden.
Bei zwei Mannschaften auf Augenhöhe gewinnt die Mannschaft, die mehr
einfache Körbe erzielt. Das ist im modernen Basketball so.“ Gerade
gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte wäre die Möglichkeit
da gewesen, an diesem Thema zu arbeiten. Beispielsweise könne Gerard
Gomila, den Heyder als großes Talent sehr schätzt, sein Spiel
effektiver machen, wenn er sich schneller vom Ball trenne. Durch den
Sieg gegen die Uni Baskets Paderborn schieben sich die Rockets von
Platz zehn auf Platz acht und lassen dabei die Paderborner und die
Hamburger hinter sich. „Gegen die besten drei Gegner haben wir
bisher ja noch gar nicht gespielt“, so Heyder. Das sind für ihn
Heidelberg, Crailsheim und der MBC. Gegen alle drei treten die
Raketen in der Hinrunde auswärts an. Den Anfang macht dabei der
Mitteldeutsche Basketball Club. Das Spiel beginnt am kommenden
Samstag um 19.30 Uhr in Weißenfels. Der MBC weißt den Rockets-Fans
bisher ein Kontingent von 300 Karten zu. „Nachdem Jena aufgestiegen
ist, könnte das ein tolles neues Derby werden. Mich würde es
freuen“, so Ensminger.
Halbzeit: 35:22.
Viertel: 16:11, 19:11, 24:17,
26:21.
Zuschauer: 2200 (Messehalle).
Freiwürfe: Rockets 15 von 21
(71 %), Uni Baskets 9 von 10 (90 %).
Dreier: Rockets 14/24, Uni
Baskets 9/24.
Fouls: Rockets 16, Uni Baskets
25.
Rebounds: Rockets 32 (6+26), Uni
Baskets 33 (10+23).
Rockets: DiLeo 3/1, Schmidkunz
3, Gibbs 6/2, Oehle 5, Kullamäe 5/1, Allen 14/2, Muldrow 2, Parker
24/6, Gomila 10, Paige 13/2, Bode.
Uni Baskets: Adams 5/1, Grim
6/1, Tufegdzich 10/1, Daubner 8/2, Buntic, Kahl, Gloger 8, Wolf 8/2,
Vest 12/1, Kuhle 3/1.
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06.Nov.16 / Max Meß - Foto: Trautvetter