Auf der Zielgeraden abgefangen
Geschrieben von
y4u am
Sonntag, 23. Oktober 2016
BASKETBALL PROA: Hebeisen
White Wings – Oettinger Rockets 74:68
Hanau. (22.Okt.16/Max Meß) Das fünfte Saisonspiel der Oettinger Rockets war
gleichzeitig das erste für Max DiLeo. Der Co-Captain und
Publikumsliebling begeisterte trotz Knieverletzung und ohne
Spielanteile die Heimfans in der Erfurter "Messehölle":
Wenn bei der "Humba" nach einem Sieg seine Stimme mit
englischem Akzent "Ausrufezeichen" ins Mikrofon ruft,
schallt es aus über 2000 Kehlen zurück. Vergangenen Samstag war er
gegen die Hebeisen White Wings Hanau endlich wieder mit von der
Partie, im wahrsten Sinne des Wortes. „Es war schön, endlich
wieder gemeinsam mit den Jungs auf dem Feld zu stehen. Darauf musste
ich echt lange warten. Und nach wenigen Momenten hat es sich wieder
so gewohnt wie immer angefühlt“, sagt der Rückkehrer. Zum ersten
Mal in dieser Saison der 2. Basketball-Bundesliga ProA traten die
Oettinger Rockets also in Bestbesetzung auf. Dennoch sind die White
Wings Hanau kein Punktelieferant, sondern „sie sind ein starkes
Heim-Team“, weiß Rockets-Coach Chris Ensminger. Er erinnert daran,
dass sich der Ligaprimus, der Mitteldeutsche Basketball Club, erst in
der Verlängerung in Hanau durchsetzen konnte. Für Ensminger liegt
der Grund der Niederlage auf der Hand: „Wer in einem knappen Spiel
im vierten Viertel mehr Ballverluste als Punkte hat, kann das Spiel
nicht gewinnen!“ Die letzten zehn Minuten für sich gerechnet
gingen 21:9 für Hanau aus. Dazu zehn Ballverluste auf Seiten der
Raketen. „Wir haben am Ende Fehler gemacht, die uns echt wehgetan
haben“, so DiLeo, „Gerade, wenn ein enges Spiel auf die
Zielgerade geht, gerade auswärts – dann musst du deinen besten
sowie abgeklärtesten Basketball spielen und Fehler minimieren!“
Wolfgang Heyder, Leiter Sport bei den Oettinger Rockets, hat da einen
grundlegenderen Ansatz: „Wir müssen anfangen, unseren Qualitäten
gemäß Basketball zu spielen. Es geht um Aggressivität,
Schnelligkeit und Intensität und nicht um Schach auf dem Spielfeld!
Qualität ist da, die müssen wir zum Tragen bringen, statt uns
ständig nach dem Gegner zu richten.“ Der Gegner, in diesem Fall
die White Wings Hanau, konnten das Spiel in der ersten Hälfte
ausgeglichen gestalten. 37:38 stand es zur Halbzeit. Im dritten
Viertel setzten sich die Oettinger Rockets auf sechs Punkte ab und
gaben das Spiel durch das katastrophale letzte Viertel wieder aus der
Hand. Insgesamt gab es zwölf Führungswechsel und sechsmal war das
Spiel ausgeglichen. Dabei versagten einigen Schafschützen an der
Dreier-Linie die Nerven. Bestes Beispiel: Jacob Parker versenkte in
allen bisherigen Spielen neun von dreizehn Dreipunktwürfe. Das
ergibt eine Quote von knapp 70 Prozent. Vergangen Samstag traf er
keinen bei vier Versuchen. Die meisten Punkte für die Oettinger
Rockets holten Elijah Allen (15) und Jaysean Paige (14). Auf Seiten
der Hessen waren Eugene Harris (23), Kruize Pinkins und Till-Joscha
Jönke (beide 16) die besten Scorer. „Das war ein toller Sieg für
uns. Wir haben hart gekämpft und sind gut zurückgekommen. Im
letzten Viertel waren es dann aber Kleinigkeiten, die das Spiel
entschieden haben“, findet Hanaus Head Coach Simon Cote. Die Hessen
haben nun nach sechs Spielen genauso viele gewonnen wie verloren und
fühlen sich auf dem jetzigen neunten Tabellenplatz sehr wohl. Das
Saisonziel ist nämlich der Klassenerhalt. Die Oettinger Rockets
haben ein Spiel weniger bestritten. Für sie stehen drei Siege, zwei
Niederlagen und damit der siebte Tabellenplatz zu Buche. Schon am
Dienstag, 25. Oktober, um 20 Uhr können die Thüringer ihre Position
in der Tabelle korrigieren. Im Nachholspiel treten sie bei den
Baunach Young Pikes an. Baunach ist wie Hanau eine Mannschaft aus der
zweiten Tabellenhälfte, die die Oettinger Rockets mit ihren
Ambitionen eigentlich schlagen müssen.
Halbzeit: 37:38.
Viertel: 16:15, 21:23, 16:21,
21:9.
Zuschauer: 2000
(Main-Kinzig-Halle Hanau).
Freiwürfe: White Wings 16 von
19 (84 %), Rockets 10 von 10 (100 %).
Dreier: White Wings 6/19,
Rockets 8/22.
Fouls: White Wings 19, Rockets
19.
Rebounds: White Wings 32 (8+24),
Rockets 35 (7+28).
Rockets: DiLeo 2, Schmidkunz
6/2, Gibbs 4, Durant 2, Oehle 8, Kullamäe 3/1, Allen 15/3, Muldrow
2, Parker 6, Gomila 6, Paige 14/2.
White Wings: Harris 23/3,
Albrecht, Eichler, Spoden 2, Jönke 16/1, Albus 5/1, Pinkins 16,
Fintel, Nicolay, Wild 12/1.
http://www.big-gotha.de/
22.Okt.16 /
Max Meß - Foto: Trautvetter